Chronologie

Erster indigener Kongress
Erster indigener Kongress in San Cristóbal de las Casas, organisiert von der Diözese von Bischof Samuel Ruiz.
Erste Zelle der EZLN
Sechs Personen gründen am 17. November die erste Zelle der EZLN im Lakandonischen Urwald.
1983-1994
Die EZLN organisiert während zehn Jahren klandestin die indigene Bevölkerung in den Regionen Norte, Altos und Selva.
1. Januar
Die EZLN besetzt die Bezirkshauptorte San Cristóbal de las Casas, Ocosingo, Altamirano, Las Margaritas, Oxchuc, Huixtán, Abasolo, Chanal und Larráinzar. Gleichzeitig mit dieser überraschenden Guerillaoffensive tritt Mexiko dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA bei.
2. Januar
Subcomandante Marcos verliest in San Cristóbal die „Erste Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald“: „Heute sagen wir: es reicht!“ Die Zapatistas begründen mit 13 Forderungen ihren Kampf: Arbeit, Land, Wohnung, Nahrung, Gesundheit, Bildung, Unabhängigkeit, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, Frieden, Information und Kultur; die EZLN nimmt den früheren Gouverneur von Chiapas, Absalón Castellanos, auf seinem Herrensitz fest und macht ihm den Prozess als „einem der gewalttätigsten Gouverneure in der Geschichte von Chiapas“; sie lässt ihn einige Wochen später wieder frei mit der Strafe, „bis zum Ende des Lebens mit der Schande leben zu müssen“.
2.-11. Januar
Bombardierung indianischer Gemeinden durch die Regierungstruppen. Es kommen Pilatus-Flugzeuge, hergestellt in Stans, zum Einsatz. Es werden neben der Zivilbevölkerung auch Journalisten verletzt. Gewaltakte, Massenerschiessungen und Vertreibungen durch Bundesarmee und „Guardias Blancas“ (Pistoleros der Grossgrundbesitzer); weltweite Proteste und Sympathiebekundungen für die Sache der Zapatistas.
12. Januar
Hunderttausend Personen demonstrieren in Mexiko-Stadt gegen den Krieg in Chiapas; Präsident Salinas de Gortari ruft einen einseitigen Waffenstillstand aus.
Ende Januar
Erste Demonstration anlässlich des WEF in Davos gegen die Anwesenheit des mexikanischen Präsidenten Salinas.
Februar / März
Erste Friedensgespräche zwischen der Regierung und der EZLN unter Vermittlung von Samuel Ruiz.
12. März
Schweizweite Demonstration zur Unterstützung der Zaptistas in Zürich mit über 500 Personen.
6.-9. August
Treffen des „Nationalen Demokratischen Konvents“ CND. Mehr als 6000 Personen treffen sich mit der EZLN im eigens dafür gebauten „Aguascalientes“ in Guadalupe Tepeyac.
21. August
Präsidentschaftswahlen: PRI-Kandidat Ernesto Zedillo wird in einer unsauberen Wahl neuer Präsident.
19. Dezember
Zweite militärische Offensive der EZLN; über tausend KämpferInnen durchbrechen den Sperrgürtel der Bundesarmee, vermeiden aber jeden bewaffneten Zusammenstoss; sie besetzten 38 Ortschaften und erklären sie zusammen mit der Lokalbevölkerung zu „autonomen aufständischen Gemeinden“.
Dezember
Eine der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrisen erschüttert das Land: Freigabe des Wechselkurses, Einbruch des Pesokurses um 40 %, massive Kapitalflucht.
9. Februar
Präsident Zedillo gibt die vermeintliche Identität von Subcomandante Marcos als Rafael Sabastian Guillén Vicente bekannt; Zedillo erlässt Haftbefehle gegen ihn und weitere Mitglieder der EZLN-Führung; Bundesarmee und Polizeieinheiten dringen in zapatistisch kontrollierte Gebiete ein und besetzen die Dörfer; die Zapatistas ziehen sich tief in den lakandonischen Urwald zurück, oft fliehen ganze Dorfgemeinschaften mit ihnen; es kommt nicht zu einer Konfrontation zwischen den beiden Armeen.
Februar / März
In Mexiko und weltweit finden wiederum grosse Mobilisierungen gegen den Krieg in Chiapas statt, so auch in Zürich. Die Öffentlichkeit zwingt den Präsidenten Zedillo, die Militäroffensive zu beenden. In der Folge dieser Mobilisierungen entsteht die „Direkte Solidarität mit Chiapas“. April: Vorbereitungen für weitere Friedensverhandlungen.
Sommer
Die Bundesarmee beginnt mit der Ausbildung der Paramilitärs in Chiapas; „Paz y Justicia“ ermorden und vertreiben Oppositionelle in der Zona Norte.
August
1.3 Millionen MexikanerInnen sprechen sich bei der ersten „Nationalen Befragung für den Frieden und die Demokratie“ dafür aus, dass sich die EZLN in ein „landesweites, unabhängiges politisches Forum“ umwandelt.
1. Januar
Die EZLN ruft als Antwort auf die nationale Befragung die „Zapatistische Front der Nationalen Befreiung“ ins Leben, politischer und zivilier Ausdruck der zapatistischen Bewegung.
16. Februar
Bei den Verhandlungen von San Andrés wird ein erstes Abkommen über „Indigene Rechte und Kultur“ unterzeichnet. Der erste Verhandlungstisch (von insgesamt sieben) wurde somit beendet. Eine zweite Verhandlungsrunde scheitert im August desselben Jahres u. a. weil das erste Abkommen nicht umgesetzt wird.
29. Juli – 3. August
Erstes „Intergalaktisches Treffen für die Menschlichkeit und gegen den Neoliberalismus“ mit über 3000 Leuten aus 54 Ländern findet in den zapatistischen Gemeinden statt.
10.-12. Oktober
Erster „Nationaler Indigener Kongress“ in Mexiko Stadt, an dem die Comandanta Ramona als Delegierte der EZLN teilnimmt.
November / Dezember
Die Parlamentskommission COCOPA legt ihren Gesetzesentwurf über die indigenen Rechte und Kultur vor, der von der EZLN akzeptiert, von Zedillo jedoch abgelehnt wird. Zedillo macht einen eigenen Vorschlag, der mit den ursprünglichen Abkommen von San Andrés nicht mehr viel zu tun hat.
20.-22. Dezember
In Zürich findet eine europaweite Sitzung der Soligruppen statt, an der 150 Delegierte teilnehmen. Das zweite Intergalaktische Treffen wird beschlossen.
16. Januar
Die Zapatistas lehnen den Vorschlag von Zedillo zu den indigenen Rechten ab. Die Friedensverhandlungen sind weiter unterbrochen.
29. Juli – 3. August
Zweites „Intergalaktisches Treffen für die Menschlichkeit und gegen den Neoliberalismus“ in Spanien. Die WTO und andere Institutionen des Neoliberalismus werden Thema.
9. September
Marsch von 1111 vermummten Zapatistas nach Mexiko Stadt, um die Umsetzung der Abkommen von San Andrés zu fordern und am zweiten „Nationalen Indigenen Kongress“ teilzunehmen.
August – Dezember
Immer mehr autonome zapatistische Bezirke praktizieren offen ihre Selbstverwaltung und setzen so die Abkommen von San Andrés de facto um. Die Übergriffe der Paramilitärs mehren sich, nun auch in den Altos. Hunderte von Familien werden vertrieben.
22. Dezember
Massaker in Acteal im Bezirk Chenalhó: 45 Menschen werden von Paramilitärs erschossen oder niedergemetzelt. Polizei und Militär bleiben untätig. Der lokale PRI-Gemeindepräsident wird verhaftet, der Gouverneur von Chiapas und der Innenminister müssen den Hut nehmen, werden jedoch nicht zur Verantwortung gezogen. Insgesamt sind 20’000 Leute durch die paramilitärische Gewalt intern Vertrieben.
Januar
Weltweite Solidaritätskundgebungen in der Folge des Massakers von Acteal: in Rom demonstrieren 50’000 Leute, in Zürich 500. In Genf wird das mexikanische Konsulat besetzt.
Januar – Juli
Die Bundesarmee fällt in mehreren autonome Bezirken ein und verhaftet die Ratsmitglieder. Die autonomen Verwaltungen funktionieren klandestin weiter.
Februar / März
Die europäische Solibewegung organisiert die „internationale Kommission zur Beobachtung der Menschenrechte“, die die Konfliktentwicklung vor Ort recherchiert und einen Bericht der UNO und verschieden Parlamenten übergibt.
10. Juni
Bei der Räumung des autonomen Bezirks San Juan de la Libertad (El Bosque) werden in einem Feuergefecht acht Dorfbewohner und zwei Polizisten getötet. Die genauen Umstände der Schiesserei bleiben bis heute unklar.
19. Juli
Mit der „Fünften Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald“ bricht die EZLN ihr monatelanges Schweigen und ruft zur „Nationalen Befragung gegen den Krieg der Ausrottung“ auf.
21. März
An der „Nationale Befragung“ werden fast 3 Millionen Stimmen abgegeben und somit die politischen Forderungen der indigenen Bewegung legitimiert. 5000 Zapatistas begleiteten und promovierten die „Consulta“ im ganzen Land.
April-Juli
Die Bundesarmee intensiviert den „Krieg niederer Intensität“ mit immer neuen Übergriffen auf indigene Gemeinden.
14. August
Die Bundesarmee besetzt unter Einsatz von Fallschirmjägern ein Landstück beim Dschungeldorf Amador Hernández und hält somit eine weitere Position am Eingang des Naturschutzgebietes „Montes Azules“, wo sich die Truppen der EZLN versteckt halten. Die widerständige Bevölkerung demonstriert über ein Jahr lang täglich gegen das Militärcamp.
15. September
Am Tag der mexikanischen Unabhängigkeit wird ein Fest der mexikanischen Botschaft in Bern durch eine lautstarke Kundgebung gestört.
15.-25. November
Zweite „internationale Kommission zur Beobachtung der Menschenrechte“ analysiert den Konfliktverlauf und übergibt den Bericht Mary Robinson, der UNO-Sonderbeauftragten für Menschenrechte.
Januar – Juli
Angespanntes Wahlkampfklima. Die EZLN befürchtet einen militärischen Schlag des scheidenden Präsidenten Zedillo.
12. Juni
In El Bosque gerät eine Polizeistreife in einen Hinterhalt. Sieben Polizisten werden getötet, zwei weitere Personen verletzt. Die Urheberschaft wird unter den Paramilitärs vermutet, verhaftet werden jedoch zwei Zapatistas.
2. Juli
Die PRI wird bei den Präsidentschaftswahlen nach 71 Jahren an der Macht durch Vicente Fox von der konservativen PAN besiegt. Die sozialdemokratische PRD verliert an Gewicht. PRI und PAN dominieren zusammen auch die Parlamentskammern.
1. Dezember
Vicente Fox übernimmt die Macht und ordnet die Auflösung der Militärsperren auf den Strassen von Chiapas an.
2. Dezember
Die EZLN zeigt sich offen gegenüber der neuen Regierung und betont ihren Willen für eine politische Lösung des Konflikts. Sie fordert drei Signale von Seiten der Regierung zum Beweis ihres Friedenswillens: Freilassung der zapatistischen Gefangenen, Rückzug der Bundesarmee aus sieben (von 259) militärischen Positionen und Umsetzung des ersten Abkommens von San Andrés. Ausserdem kündigt die EZLN den „Marsch für die indigene Würde“ an, mit dem die Zapatistas für die COCOPA-Gesetzesinitiative zu den indigenen Rechten und Kultur eintreten wollen.
22. Dezember
Die Bundesarmee zieht sich aus der ersten der sieben Positionen, deren Räumung die EZLN fordert, zurück: Amador Hernández.
31. Dezember
Nahe Oventic besetzt eine Demonstration von 700 Zapatistas einen Militärstützpunkt, der eine halbe Stunde nach ihrem Abzug geräumt wird. Die Feiern zum Jahrestag des Aufstandes verlaufen ruhig.
Jahresbeginn
Zapatistische Mobilisierungen erreichen den Rückzug der mexikanischen Bundesarmee aus zwei ihrer 259 Positionen. Nach der Räumung des umstrittenen Militärcamps von Amador Hernandez am 22. Dezember, gegen das die Dorfbevölkerung seit der militärischen Besetzung im August ’99 täglich demonstriert hatte, protestierten am 31. Dezember frühmorgens 700 zum Teil vermummte Zapatistas gegen das Militärcamp von Jolnachoj. Die 200 dort stationierten Soldaten wurden zum unverzüglichen Abzug aufgefordert. Nach einer halbstündigen Kundgebung in angespannter Atmosphäre zogen die Demonstrierenden in das fünf Minuten entfernte Aguascalientes Oventic ab, um dort die Feiern zum siebenjährigen Jubiläum des zapatistischen Aufstandes zu beginnen. Kurz darauf packten die Soldaten ihre..Weiterlesen
5. Januar
Im Militärlager Roberto Barrios scheinen die Soldaten von Roberto Barrios auf alles vorbereitet zu sein, ausser auf einen Abzug aus diesem Stützpunkt, der im Februar 1996 eingerichtet wurde und weniger als einen Kilometer vom Aguascalientes der EZLN entfernt liegt. Ein doppelter Zaun aus Stacheldraht wurde um das gesamte Militärgelände von Roberto Barrios errichtet: Er schützt die Einrichtungen, verhindert das Eintreten fremder Personen und kennzeichnet das Gebiet, das von der mexikanischen Armee besetzt wird. Nach den Ereignissen von Jolnachoj, wo unbewaffnete Demonstranten die Armee zum Rückzug gezwungen hatten, wurde er zusätzlich verstärkt. Die Befehlshaber der Militäreinrichtung verweisen auf den Präsidenten: „Der..Weiterlesen
9. Januar
Etwa 69 ehemalige Spitzel, die für die PRI in Chiapas als Mitarbeiter der „Koordination für Information und Politische Analyse“ tätig waren, wurden am 4.Januar bei der Eliminierung des alten Überwachungsapparates durch den neuen Gouverneur Pablo Salazar Mediguchia entlassen. Aus Protest gegen ihre Entlassung verkaufen sie ein Interview an eine Tageszeitung und erzählen, dass die Koordination etwa 90 Mitarbeiter hatte: Vier Rezeptionisten, acht Analytiker zur Informationsauswertung, mehr als 50 „Ermittler“ in allen Regionen des Staates und 12 „Sammler“, die die täglichen Berichte abfingen. 251 Dossiers mit je mehr als 200 Seiten Umfang bezeugen das Ausmass dieser ätigkeit. Bereits 1993 leiteten diese..Weiterlesen
10. Januar
Mehr als 20 der 53 „geräumten“ Militärbefestigungen in den Gemeinden von Ocosingo, Palenque und Las Margaritas sind in ihre Stützpunkte zurückgekehrt. Die Bewohner der autonomen Gemeinden berichten über erneute Belästigungen und Schikanen der Militärs. Das Schicksal der zwei „verhafteten“ Zapatisten der Kooperative „Tierra y Libertad“ ist nicht bekannt, in der Gemeinde Primero de Enero wurden die Bewohner von Jawaltón von einer Gruppe Soldaten in Zivilkleidung bedroht. Die Soldaten vergiften das Wasser des Flusses mit Asuntol, einem Desinfektionsmittel für Rinder, und streuen Marijuanasamen auf die Kaffeefelder. In Roberto Barrios werden nachts Militärübungen durchgeführt und Schüsse in Richtung der zapatistischen Gemeinden abgefeuert...Weiterlesen
12. Januar
Die zwei verschwundenen Zapatisten der Kooperative „Tierra y Libertad“ seien nicht verschwunden, sondern verhaftet worden, wird offiziell erklärt. Ihnen wird zu Lasten gelegt, an einem geplanten Angriff beteiligt gewesen zu sein. Vier weitere zapatistische Gefangene werden freigelassen. Fast 12.000 indigene EZLN-Sympathisanten fordern in San Cristóbal de las Casas die Erfüllung der drei Forderungen für die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen. In einer der grössten Demonstrationen der letzten Jahre mahnen die rebellischen Indígenas: „Sieben Jahre nach unserem Aufstand gegen das Vergessen und dem Rassismus, nach sieben Jahren des Widerstandes und des Kampfes für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit für alle, sagen wir Ihnen, dass..Weiterlesen
25. Feburar – 28. März
Mit einer spektakulären Reise der EZLN-Führung nach Mexiko-Stadt wird die Umsetzung der 1996 beschlossenen Verträge von San Andrés gefordert. In einer Phase, in der die Regierung auf Propagandaoffensiven, Zermürbung durch scheinheilige Verhandlungen und militärische Repression setzt, wendet sich die EZLN mit diesem Marsch an die Zivilbevölkerung, um den demokratischen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Hunderttausende Menschen begrüssen die Delegation, die auf ihrem Weg durch die massive Anwesenheit in- und ausändischer Firedensbeobachter geschützt wird, immer wieder Halt in indigenen Dörfern macht und auch am „Nationalen Indigenen Kongress in Michiacan teilnimmt. Den Abschluss der Reise bildete der Auftritt der zapatistischen Comandantes im mexikanischen..Weiterlesen
19. April
Neues Massaker der Paramilitärs: Im Bezirk „Venustiano Carranza“ überfällt die „Alianza San Bartolomé de Los Llanos“ eine Gruppe Landarbeiter, die der BäuerInnenorganisation „OCEZ-Casa del Pueblo“ nahestehen. Zwei Bauern können fliehen, acht werden ermordet.
April
Als Reaktion auf den zapatistischen Marsch verabschiedet die Regierung ein „Autonomiegesetz“. Menschenrechtsgruppen, Indigener Kongress und EZLN lehnen dieses Gesetz vehement ab, da es die Autonomie beschneidet, anstatt sie zu ördern (-> Stellungnahme des CNI). Der CNI kündigt an, mit der „Wiedergewinnung indigenen Landes“ zu beginnen, angefangen mit 5.000 Hektar Land in Potosí Huasteca. Die EZLN wirft Fox Verrat und Täuschung vor, fordert die Umsetzung der Vereinbarungen von San Andrés anstatt „dieser Anerkennung der Rechte und Kultur der Grossgrundbesitzer“ und bricht sämtliche Gespräche mit der Regierung ab.
Mai
Weiterhin nimmt die Militärpräsenz in Chiapas zu. Die unter Medienrummel geräumten Kasernen und Stützpunkte sind wieder besetzt, Strassensperren und -kontrollen werden wieder errichtet. Neue Strassen sollen die Milärlager am Rande des Lakandonischen Urwalds miteinander verbinden und so den Belagerungsring rund um das zapatistische Gebiet zuschnüren. In San Pedro de Michoacán beginnen die Einwohner von Guadalupe Tepeyac in aller Stille die Arbeiten zum Wiederaufbau der Gemeinde, aus der sie vor sechs Jahren von der Armee vertrieben wurden.
Juni
Zum erste Mal gibt das Militär zu, Spezialtruppen zur Aufstandsbekämpfung durch guatemaltekische Kaibiles ausbilden zu lassen, dies der Öffentlichkeit jedoch aufgrund des „schlechten Rufs“ der Kaibiles verschwiegen zu haben. Die Kaibiles werden für unzählige Verbrechen gegen die Menschenrechte während des 30 Jahre dauernden Bürgerkriegs in ihrem Land verantwortlich gemacht.
Oktober
Bei den Regionalwahlen in Chiapas kommt es zu Stimmenthaltungen von knapp 60%. Beobachter berichten von massiven Wahlrechtsverletzungen, gefälschten und verschwundenen Stimmzetteln, Stimmenkauf und Manipulation. Das offizielle Ergebnis bestätigt die absolute Mehrheit der PRI bei leichten Zugewinnen für die Oppositionsparteien.
Februar / März
Eine dritte internationale Kommission aus Menschenrechtsbeobachtern reist nach Mexico. Ihr ernüchterndes Resumée sieht auch nach Fox‘ Amtsantritt keine Verbesserungen der Situation, andauernde Verletzungen der Menschenrechte und keinerlei Anzeichen der Regierung, an einer friedlichen Lösung interessiert zu sein.
April
Mehr als 1.500 Familien aus 30 indigenen Gemeinden sollen aus ihren Dörfern in Montes Azules vertrieben werden. Die mexikanische Regierung verweist darauf, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handle, dessen Gleichgewicht geährdet sei. Der internationale Protest gegen die Vertreibung erreicht Päsident Fox beim Weltwirtschaftsgipfel in Madrid, ährend er seine Päne zur Ausbeutung der Rohstoffe und Abholzung des Regenwaldes päsentiert.
Mai
Die Gewalt in den bitterarmen Gemeinden im Süden Mexicos eskaliert. In Santiago Xochiltepec (Oaxaca) werden 26 Bauern auf einer entlegenen Landstrasse angehalten und niedergemetzelt. Beim Menschenrechtszentrum Bartoloé Carrasco macht man vor allem staatliche Veräumnisse für die Massaker verantwortlich. Den Beörden sei es nicht gelungen, ungeklärte Landforderungen zwischen Kleinbauern und Holzfällern zu schlichten und in den verarmten südlichen Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas und Guerrero für Recht, Ordnung und Gerechtigkeit zu sorgen.
August
Ein Sieg für die Bauern von San Salvador Atenco: Acht Monate lang kämpften die Bewohner und Bewohnerinnen der nordöstlich der mexikanischen Hauptstadt gelegenen Gemeinde gegen einen geplanten Grossflughafen auf ihrem Boden. Rund 70 Prozent des Bodens der Kommune sollten Start- und Landepisten, Parkpätzen und Einkaufszentren weichen, 345 Wohnäuser ären dem Erdboden gleichgemacht worden. Also wehrten sich die Bauern und Bäuerinnen. Sie ernannten Atenco zur „autonomer Gemeinde im Widerstand“, verjagten die örtliche Polizei sowie den Bürgermeister, der sich für den Bau ausgesprochen hatte, organisierten Autobahnblockaden, Demonstrationen und zahlreichen andere Aktionen gegen das Vorhaben der Regierung. Mitte Juli kam es sogar zu..Weiterlesen
September
Das höchste mexikanische Gericht, der Suprema Corte de Justicia de la Nacion, schmettert die Einsprachen von 330 indigenen Gemeinden gegen das „Ley Indigena Light“ ab. Damit soll auch den neoliberalen Grossprojekten im Rahmen des „Plan Puebla-Panama“ Tür und Tor geöffnet und den indigenen Gemeinden kein legaler Rahmen des Einspruchs gestattet werden. Der Kleinkrieg der Paramilitärs gegen die autonomen Gemeinden geht verstärkt weiter und fordert im Monat August vier Tote und über zwanzig Verletzte.
Dezember
Die von der Räumung durch Militär und Polizei bedrohten Gemeinschaften in Montes Azules bitten die EZLN um Unterstützung. Die 42 räumungsbedrohten Siedlungen, in denen etwa 25.000 meist zapatistische Indigenas wohnen, haben sich dazu entschieden, in den Montes Azules zu bleiben, „auch wenn dies ihr Leben kosten sollte“. In seiner Antwort warnt Marcos die Regierung, dass die EZLN im Fall von Auseinandersetzung ihre Kriegserkärung nicht erst wiederholen würden
1. Januar
Nach zweijährigem Schweigen meldet sich die EZLN wieder in der Öffentlichkeit. Mehr als 20.000 Indígenas und Campesinos besetzen mit einer Grossdemonstration den völlig überfüllten Hauptplatz von San Cristóbal de las Casas, um die Botschaften der Comandantes Esther, David, Fidelia, Omar, Mister und Bruce Lee zu ören. „Wir kommen um ihnen zu sagen, dass wir hier sind und weiterhin leben. Wir haben uns nicht ergeben. Wir sind weder gespalten noch zerstritten“, wenden sich die Comandantes gegen „die Lügen der schlechten Regierung“. „Dieser Kampf hat kaum begonnen“, sagt David in der letzten Ansprache der zapatistischen Comandantes: „Zünden wir ein grosses Licht an,..Weiterlesen
Januar
12 nationale und regionale Organisationen land- und forstwirtschaftlicher Produzenten schliessen sich zur Bewegung „El Campo no aguanta más“ (Mehr erträgt der ländliche Raum nicht) zusammen.
April
Lino Korrodi, der Mann, der sich um die Finanzierung der Wahlkampagnen von Vicente Fox kümmert, seit dieser Gouverneurskandidat für den Bundesstaat Guanajuato war, gibt zu, dass Fox die Päsidentschaftswahl ohne das für seine Wahlkampagne benutzte Schwarzgeld nicht gewonnen hätte.
Juli
Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus verlaufen einigermassen reguär, der zapatistischen Aufruf zum Wahlboykott senkt die Wahlbeteiligung jedoch auf peinliche 40 % (in Chiapas sogar 30 %). Das nebenächliche Ergebnis: PAN 31%, PRI 34%, PRD 18%.
9. August
Mehr als 10.000 Zapatisten feiern in Oventik den „Tod der Aguascalientes und die Geburt der Caracoles“ als Beginn einer neuen Strategie des Widerstandes und Ausweitung der Autonomie. In den fünf „Caracoles“ (dt.: Meeresschnecken), die jeweils sieben municipios umfassen, befinden sich die „juntas de buen gobierno“ (dt.: Räte der Guten Regierung). Diese Räte werden durch je zwei „autoridades“ (MandatsträgerInnen) der municipios gebildet. Ihre Aufgaben liegen darin, für die Einhaltung der revolutionären Gesetze der EZLN und ihrer Gemeinden zu sorgen, Streitigkeiten zu schlichten, den Austausch mit der Zivilgesellschaft zu koordinieren und eine den eigenen Bedürfnissen entsprechende Verteilung der Hilfsprojekte zu erreichen. Das..Weiterlesen
15. September
Die Gipfelkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Canc?n scheitert nach einer knappen Woche unter dem Jubel zehntausender Demonstranten. Zum ersten Mal präsentieren sich die VertreterInnen der „Entwicklungsländer“ selbstbewusst und fordern die Beücksichtigung ihrer Interessen. kommentar
12. Oktober
VertrerInnen der Zivilgesellschaft präsentieren das Ergebnis einer Volksbefragung, an der über 100.000 Menschen mit 99 % gegen die Freihandelsabkommen NAFTA, ALCA und den Plan Puebla Panamá aussprachen. test
16. Oktober
Bartolome Salas, Mitglied des „Indigenen Volksrates von Oaxaca – Ricardo Flores Magón“ (CIPO-RFM), wird während eines Überfalls von etwa 50 Paramilitärs auf die Gemeindeversammlung des kleinen Ortes Santa María Yavinche getötet, neun weitere Personen durch Schüsse verletzt. Die Angreifer erhielten laut CIPO finanzielle und logistische Unterstützung durch Jose Murat, den Gouverneur von Oaxaca, trugen Armeeuniformen und benutzten Waffen, „die exklusiv der Armee vorbehalten sind“. Kurz vor dem Angriff erst hatte der CIPO-RFM in Santa María Yavinche seine politische Autonomie von staatlichen Strukturen erklärt, „um unsere Erde zu verteidigen und gegen die Megaprojekte des Plan Puebla Panama und der Freihandelszone ALCA..Weiterlesen
Januar 2004
1. Januar: Die EZLN feiert gemeinsam mit Unterstützungsgruppen auf der ganzen Welt den 10. Jahrestag seit Beginn des Aufstands. Paramilitärs drohen mit neuer Gewalt, während die „Räte der Guten Regierung“ immer stärker auch von Nicht-Zapatisten anerkannt werden. 14. Januar: Rund 1.500 PolizistInnen stürmen Tlalnepantla (südlich von Mexico City, Bundesstaat Morelos) und lösen die autonome Regierung auf, die den „offiziellen“ Bürgermeister Lías Osorio für abgesetzt erklärt hatte, auf. Ein Mensch wird bei dem brutalen Einsatz getötet, unzählige verletzt, viele sind seither verschwunden oder wurden inhaftiert, während der größte Teil der Bevölkerung in die nahegelegenen Berge oder in die benachbarten Dörfer..Weiterlesen
Februar 2004
16. Februar: Die Summe der von EmigrantInnen (hauptsächlich aus den USA) heimgeschickten Gelder macht nach Angaben der mexikanischen Zentralbank mehr als 13 Milliarden Dollar aus und ist damit nach dem Export von Erdöl die wichtigste Devisenquelle. 77% dieses Geldes werden für den Kauf von Grundnahrungsmitteln verwendet.
März 2004
März: Das regierungstreue Zentrum für Forschung und soziale Sicherheit (CISEN – Centro de Investigación y Seguridad Nacional) berichtet, daß die EZLN in den vergangenen vier Monaten die Camps zur „militärischen Schulung“ von 8 auf 20 und die Zahl der MilizionärInnen von 700 auf über 2.000 erhöht habe. José Luis Solís Cortés, Kommissar der Präventiven Bundespolizei (PFP) in Chiapas, fügt hinzu, daß man ebenfalls wisse, daß eine „zapatistische Polizei“ geschaffen wurde, die „mit Knüppeln“ ihre Funktion zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der Zone erfüllt. Weitere – ebenso altbekannte wie offensichtlich falsche – Vorwürfe des Drogenhandels und der Schlepperei sollen anscheinend eine..Weiterlesen
April 2004
April: Das Internationale Rote Kreuz kündigt an, Chiapas innerhalb der nächsten drei Monate zu verlassen und seine Bemühungen anderen Bevölkerungen zu widmen, die wie in Kolumbien und Irak unter den Zerstörungen kriegerischer Konflikte leiden. 10. April: 4.000 Zapatistas werden in Zinacantán nahe Oventik von Mitgliedern der PRD mit Steinwürfen, Feuerwerkskörpern und Schußwaffen angegriffen, als sie von einer Demonstration zur Unterstützung von rund 70 zapatistischen Familien zurückkehren, denen vom PRD-Bürgermeister die Wasserzufuhr abgestellt wurde. Es ist der schwerste Angriff auf die Anhänger des zapatistischen Befreiungsheers EZLN seit Jahren (20 Verletzte, 2 Schwerverletzte). 19. April: Pável Gónzalez, Aktivist im Streik..Weiterlesen
Mai 2004
17. Mai: Die Grüne Ökologische Partei (PVEM) fordert die Räumung der zapatistischen Dörfer in Montes Azules und die Ausweisung von „Unruhe stiftenden Ausländern“. Am selben Tag verkündet das Ministerium für soziale Entwicklung ein gemeinsames Projekt der EU und der mexikanischen Regierung in Höhe von 31 Millionen €, mit denen „die nachhaltige Entwicklung der Selva Lacandona“ gefördert werden soll.
Juni 2004
7. Juni: Eduardo Vázquez Álvaro, Indígena-Aktivist und Mitglied der zapatistischen Gefangenenorganisation „Die Stimme des Cerro Hueco“, wird im Stadtzentrum von Chilón ermordet. Fünf Männer aus zwei Autos verletzen Eduardo zunächst mit Schußwaffen und Macheten und überrollen schließlich seinen leblosen Körper. Hunderte Zapatistas und SympathisantInnen beschuldigen am nächsten Tag in einer Großdemonstration lokale Großgrundbesitzer und Kaziken, als Drahtzieher für den Mord verantwortlich zu sein. Polizei- und Militäreinheiten, die durch die Ortschaft patroullieren wollen, müssen sich unter einem Steinhagel der Demonstrierenden zurückziehen.
Juli 2004
Juli: Verstärkte Repression gegen die AktivistInnen des CIPO-RFM in Oaxaca: Nach gewaltsamen Übergriffen am 10. Juli in Cruz Huatulco durch PRIistas und Polizeieinheiten wird Edgar Torija Pérez in Etla am 11. Juli beim Plakatieren überrascht und durch Messerstiche tödlich verwundet. Einen Tag darauf werden mehrere CIPO-AktivistInnen in Santa Cruz Hutulco durch PRIistas verletzt und Pedro Cruz Salazar (beide CIPO-Aktivisten) in Yocunicuca (Gemeinde Yosonotu) durch Paramilitärs aus Santa Lucía Monteverde ermordet. Am Tag darauf tauchen die Mörder erneut in der indigenen Gemeinde auf, feuern um sich und drohen mit weiteren Anschlägen. Als Reaktion darauf stürmen am 15. Juli mehr als 1.000 Indígenas Oaxaca-Stadt..Weiterlesen
August 2004
6. August: Das Ya-Basta-Netz demonstriert in Berlin gegen die Repression in Mexiko. 9. August: 6.000 Menschen feiern in Oventik ebenso wie in den anderen Caracoles das einjährige Bestehen der Räte der Guten Regierung mit feurigen Reden, Musik, Tanz und Basketballturnieren. Subcomandante Marcos präsentiert eine ebenso ausführliche wie selbstkritische Bilanz.
September 2004
September: Um die Verteidigung ihres Wassers zu sichern, gründen Mazahua-Frauen im Bundesstatt Mexiko ein zapatistisches Frauenheer.
Oktober 2004
Oktober: In Absprache mit dem Rat der Guten Regierung in La Realidad verlassen die zapatistischen Familien von San Isidro ihr Dorf in den Montes Azules als Flüchtlinge, um der Konfrontation mit den Behörden auszuweichen und sich näher am Caracol der Region anzusiedeln. Der Rat der Guten Regierung wiederholt jedoch die Warnung, daß jede Zerstörung der Natur und Ausbeutung der Ressourcen auf entschiedenen Widerstand der Indígenas stoßen werde. Die Zivilgesellschaft wird dringend gebeten, die Flüchtlinge zu unterstützen, die damit ihre gesamte Lebensgrundlage erneut verloren haben.
2005
EZLN startete anlässlich der Präsidentschaftswahlen in Mexiko eine Kampagne gegen das gesamte Parteiensystem und forderte stattdessen eine außerparlamentarische Mobilisierung und begann mit der „anderen Kampagne“. Mehrere Treffen mit allen linken Gruppierungen in Mexiko sollte zu einer landesweiten Vernetzung führen. Diese Kampagne wird nicht zuletzt durch immer wieder währende Angriffe von rechtsgerichteten Gruppen und ehemals verbündeten Bauernmilizen, mit denen sich die EZLN mittlerweile um ursprünglich gemeinsam besetztes Land im Streit liegt, überschattet. Mehrmals entzog sich die Führung der EZLN deshalb bereits der Öffentlichkeit, um sich auf drohende Konflikte vorzubereiten.
Mai 2005
Mai: Die EZLN gibt bekannt, daß die Umsiedlung der aus den Montes Azules vertriebenen Döfer abgeschlossen ist.
Juni 2005
Juni: In mehreren aufeinanderfolgenden Comunicados ruft die EZLN den roten Alarm für sämtliche zapatistische Truppen und ihr gesamtes Gebiet aus, während in den Dörfern über den Eintritt in eine neue Phase des zapatistischen Aufstands beraten wird. Als Ergebnis der Consulta veröffentlicht Marcos die Sechste Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald, mit der alle linken oppositionellen Menschen und Organisationen zur Bildung eines breiten Bündnisses aufgerufen werden.
September 2005
September: Den ganzen September über wird in Treffen der Zivilgesellschaft (tausende VertreterInnen von indigenen Organisationen, Gewerkschaften, Bauernverbänden sowie anderen linken Gruppen) mit der EZLN über den Aufbau der „Anderen Kampagne“ beraten. Sämtliche UnterstützerInnen der „Sechsten Erklärung“ sollen sich dieser mexikoweiten Allianz als „Alternative zur neoliberalen Zerstörung“ anschließen und Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit (zumindest) für ganz Mexiko fordern. In scharfen Worten wird das politische System und insbesondere die PRD für ihre Lügen und den Verrat an den Indígenas kritisiert.
Dezember 2005
Dezember: Letzte Vorbereitungen für den Start der ersten Delegation der Anderen Kampagne. In Bezug auf Sicherheitsmaßnahmen seitens der Regierung verkündet die EZLN: „Wir werden uns von jenen, die uns immer mit Verachtung und Anmaßung behandelt haben, nichts erhoffen oder erbitten“. Während die Regierung vorgibt, Reisefreiheit zu gewähren, berichten die Räte der Guten Regierung und unabhängige Nachrichtendienste von umfangreichen Truppenbewegungen und Straßensperren durch die Bundesarmee. Ein Team von unabhängigen Journalisten kündigt an, diese Reise zu begleiten und ihre Berichte unter https://www.narconews.com/otroperiodismo/ zu veröffentlichen. Radio Insurgente wird von der EZLN an die zivilen Unterstützungsbasen übergeben. Um die Trennung zwischen den politisch-militärischen und den zivilen..Weiterlesen
2006
1. Januar: Subcomandante Marcos begibt sich als Subdelegat Null als erster offizieller Vertreter des „Sechsten Komittees“ der EZLN auf eine Rundreise, die ihn durch sämtliche Bundesstaaten Mexikos führen soll. Die neue demokratische Initiative hat begonnen! 6. Januar: Subcomandante Marcos befindet sich im Rahmen der Anderen Kampagne gerade im Saal der Organisation Frente Cívico in Tonalá, als er vom Tod der Kommandantin Ramona erfährt: „In meiner Funktion als Sprecher der EZLN gibt es sehr schwierige Momente, wie diesen hier. Mir wurde soeben mitgeteilt, dass heute morgen die Kommandantin Ramona verstorben ist.“ Vor den Zuhörern, denen die Betroffenheit anzusehen war, fügte..Weiterlesen
März 2006
März: Die Regierung antwortet auf die Andere Kampagne mit Repression. Verantwortliche des Autonomen Landkreises „Rubén Jaramillo“ in der Nordzone von Chiapas melden, dass die mexikanische Armee drei Straßensperren in der besagten Region reinstalliert hat, um UnterstützerInnen der EZLN und der „Anderen Kampagne“ zu belästigen.
April 2006
April: Die Zapatistische Nationale Befreiungsarmee, EZLN ruft alle AnhängerInnen der „Sechsten Erklärung“ dazu auf, Widerstand gegen die zunehmende und vertuschte Repression gegen die sozialen AktivistInnen der „Anderen Kampagne“ zu organisieren. „Im gesamten Land gibt es im Zuge des verschleierten, repressiven Klimas gegen die Andere, eine systematische Verweigerung des Zugangs zu Rechten, die durch die zynische und unmoralische Komplizenschaft der schlechten Regierungen und der Reichsten des Landes geschaffen wird. Die „Andere Kampagne“ hat eine grosse Menge von Anzeigen über Belästigungen, Inhaftierungen und Beschlagnahmungen gegen Sympathisanten/tinnen und Änhänger/innen der „Sechsten“, sowie gegen andere soziale Kämpfer/innen erhalten. Unserer Auffassung nach, wird der..Weiterlesen
Mai 2006
3. & 4. Mai: Ein brutaler Polizeieinsatz gegen Blumenhändler in Texcoco (nahe Mexiko Stadt) stellt die Andere Kampagne vor eine erste große Kraftprobe. Der Terror von mehr als 3.000 staatlichen Einsatzkräften führt zu mehr als 200 Gefangenen und Dutzenden Schwerverletzten. Hunderte Menschen werden mißhandelt und gefoltert, weibliche Gefangene systematisch vergewaltigt. Faustino Acevedo Bailón, Schatzmeister des Volksgemeinderats Blaseña Zapoteca, der am IV. Nationalen Indígena-Kongress am 5. und 6. Mai im Bundesstaat Mexiko teilnehmen wollte, wird in der Nähe seines Wohnhauses von zwei Unbekannten mit Pistole überfallen und ermordet.
Juni 2006
2. Juni: An der ersten Mega-Demonstration in Oaxaca nehmen 80.000 Menschen teil. 7. Juni: Alexis Benhumara erliegt den Folgen seiner Kopfverletzung durch eine von der Polizei verschossene Tränengasgranate. Der 20jährige Student erhielt erst nach über 10 Stunden erste ärztliche Hilfe, da die Polizei ihren Belagerungsring um Salvador Atenco zusammengezogen hatte, und wurde mit einer doppelten Schädelfraktur und offenliegender Gehirnmasse ins Krankenhaus eingeliefert. Am 12. Mai wurde sein Gehirntod diagnostiziert. Unzählige Menschenrechtsorganisationen erklärten: „Der Staat muss sich für seine Rolle bei der Ermordung von Alexis Benhumea verantworten, da die Ermittlungen beweisen, dass das Gasprojektil aus nächster Nähe abgeschossen wurde, als..Weiterlesen
Juli 2006
Juli: Aus dem Lehrerstreik entwickelt sich ein Volksaufstand: Mehr als 30 Rathäuser werden besetzt, öffentliche Straßen, Plätze und Gebäude blockiert. Ungefähr 350 Organisationen, indigene Gemeinden, Gewerkschaften und bürgerliche Zusammenschlüsse gründen die Oaxakenische Volksversammlung (Asamblea Popular del Pueblo de Oaxaca, APPO) und erklären die offiziellen Regierungen für illegitim. 2. Juli: Die Präsidentschaftswahlen enden nach offizieller Version mit 40% Stimmenthaltung und einem hauchdünnen Vorsprung des PAN-Kandidaten Calderon gegen seinen Herausforderer Lopez Obrador von der PRD. Die Opposition spricht von massivem Wahlbetrug der regierungsnahen Wahlbehörde IFE und fordert eine Neuauszählung. Polizisten geben an, tagelang Wahlkarten ausgefüllt zu haben, die kritische Tageszeitung La..Weiterlesen
August 2006
1. August: Der Fersehsender Canal 9 wird von oaxakenischen Frauen friedlich besetzt und geht auf Sendung. 3. August: Die zapatistische Gemeinde Chol de Tumbala (im Norden von Chiapas), in der 30 Familien seit 1999 leben, wird gewaltsam von der Polizei geräumt und mit Traktoren und Motorsägen zerstört. Denuncia des Rats der Guten Regierung Bericht des Menschenrechtszentrums FrayBa 7. August: Die Regierung schickt Spezialeinheiten der Polizei, um die Volksbewegung in Oaxaca (APPO) zu zerschlagen, die noch immer mehrere Regierungsgebäude und öffentliche Plätze besetzt hält. Die APPO ruft den roten Alarm aus und ruft alle Menschen dazu auf, den Protest..Weiterlesen
September 2006
1. September: Felipe Calderon, wahrscheinlich ab 2007 neuer Präsident Mexikos, erklärt in einem Fernsehinterview, dass er den Konflikt in Oaxaca mit dem Einsatz der Polizei und durch Aufhebung der Meinungsfreiheit lösen würde. In der Sierra Juarez inszeniert die Ex-Regierung eine Komödie mit blutigen Absichten: Als Guerrilleros verkleidete Schauspieler mit nagelneuen AK-47 und sauberen Uniformen behaupten, die Vertreter von sechs bewaffneten Bewegungen zu sein und die APPO zu unterstützen. Sofort melden sich Zeugen, die die angeblichen „Guerrilleros“ identifizieren und den Schwindel entlarven, mit dem über die staatlichen Medien das Klima für einen Militäreinsatz vorbereitet werden soll. Zwei Lehrer werden am Weg..Weiterlesen
Oktober 2006
1. Oktober: Im 4. Teil einer Serie von Comunicados der Anderen Kampagne äussert sich die EZLN zu Oaxaca: „Das Unten bricht auch in Oaxaca hervor und nimmt Form und Weg in der APPO. Das Vetorecht dieser Bewegung wurde würdevoll wahrgenommen . Es ist nicht wichtig, ob sie wählen oder nicht (und ob sie es für AMLO oder eine andere Partei machen. Dies ist nicht von Bedeutung, sondern dass sie Vertrauen in ihre eigene Stärke haben, welches weiter geht als das ihrer Dirigenten und der Konjunkturen. Dieses Vertrauen hat ihnen bis jetzt erlaubt, ihre Taktik für sich selbst zu entscheiden, ohne..Weiterlesen
November 2006
1. November: Die Polizei kontrolliert den unmittelbaren Stadtkern in Oaxaca Stadt, in den umliegenden Straßen und weiten Teilen der gesamten Stadt zeugen brennende Barrikaden und die ständigen Proteste mehrerer tausend Menschen von einer nach wie vor explosiven Situation. Anstelle ihres Hauptcamps auf dem nun von der Bundespolizei abgesperrten Zocalo haben APPO und Lehrergewerkschaft sich wenige Blocks entfernt auf dem Vorplatz der Kirche von Santo Domingo versammelt. Von der angekündigten Rückkehr der seit fünf Monaten streikenden Lehrer konnte zu Wochenbeginn keine Rede sein. Vielmehr hielten nahezu alle Geschäfte und Institutionen in Oaxaca-Stadt ihre Türen geschlossen. Das auf dem Gelände der staatlichen..Weiterlesen
Dezember 2006
1. Dezember: Mitarbeiter des mexikanischen Menschenrechts-Komitees für Verhaftete und Verschwundene melden, dass mindestens 200 politische Gefangene der Bewegung in Oaxaca auf verschiedene Gefängnisse in ganz Mexiko verteilt wurden, mindestens 100 Personen gelten als verschwunden. Die Lehrer sind zum Grossteil in die Schulen zurückgekehrt, doch angesichts der Repression hat die Lehrergewerkschaft der Sektion 22 beschlossen, einen zweitägigen Streik von 25.000 Lehrer in grossen Teilen von Oaxaca durchzuführen. 2. Dezember: Die EZLN ruft dazu auf, Oaxaca zu unterstützen. Die APPO antwortet: „Wir grüßen die EZLN und die Andere Kampagne und rufen beide dazu auf, gemeinsam die Einheit der Unzufriedenen, der Besitzlosen,..Weiterlesen
Januar 2007
1. Januar: Mitglieder der APPO und des COFADAPPO „Ausschuss der Verwandten von Verschwunden, Ermordeten und Eingesperrten“ errichten Protestcamps vor den Gefängnissen von Tlacolula de Matamoros und Miahuatlán de Porfirio Diaz (ca. 1.200 km von Oaxaca-Stadt entfernt). Sie fordern die Freiheit der politischen Gefangenen! 3. Januar: Einige Minuten von Oaxaca Stadt entfernt erobern Lehrer, Schüler und Eltern in St. Maria El Tule eine Schule zurück, die von PRI-Anhängern besetzt worden war. Kurze Zeit später kehren diese zurück und greifen die Schule mit Tränengas und Steinen an. Zwei Kinder werden verletzt. 4. Januar: Gefangene in Miahuatlán berichten, dass sie aufgrund..Weiterlesen
Februar 2007
11. Februar: Mit scharfen Worten wehrt sich die EZLN gegen Vertreibungsdrohungen durch Paramilitärs sowie gegen illegale Holzschlägerungen und Drogenhandel unter Rückendeckung durch die offiziellen Regierungen. Auch die Räte der Guten Regierungen melden sich zu Wort. Denuncia aus Oventik Denuncia aus Morelia Comunicado der EZLN Drohende Eskalation in Chiapas Interview mit Michael Chamberlin
März 2007
8. März: 100.000 Menschen beteiligen sich in Oaxaca an der 10. Megamarcha. 10. März: An der 19. Vollversammlung des Nationalen Indigenen Kongresses der Zentrum-Pazifik Region nehmen mehr als 200 Repräsentanten in Vertretung der indigenen Stämme und Nationen der Nahua aus Jalisco, Colima, Michoacán und Guerreo; der Coca aus Jalisco; der Ñahñú aus dem Bundesstaat México; der Triqui aus Oaxaca; der Amuzgo und Mixteken aus Guerrero, der Zoque aus Chiapas; der Huichol aus Jalisco, Nayarit und Durango; der Purépecha aus Michoacán und der Chichimeca aus Guanajuato teil. 12. März: In der Gemeinde Huitepec im Landkreis San Cristóbal wird zum..Weiterlesen
April 2007
13. April: Acht Männer mit blauen Polizeiuniformen, schwarzen Helmen, schusssicheren Westen und schweren Waffen stürzen sich auf David Venegas Reyes, schlagen ihn und verladen ihn auf ihren Kleintransporter. Sein Aufenthaltsort ist bis zum heutigen Zeitpunkt unbekannt. 14. April: Ein Anwalt des „Antirepressionskomitees 25. November“ wird von Männern in Zivil angehalten, die sich als Polizisten ausgeben und nach seinen Papieren fragen. Da es mitten am Nachmittag ist, laufen viele Menschen zusammen und die geplante Entführung mißlingt. 16. April: Vor dem Lokal der indigenen Organisation Flor y Canto werden Militärfahrzeuge mit bewaffneten Soldaten stationiert. Das Lokal selbst wird von Personen..Weiterlesen
Mai 2007
4. Mai: Mit der Forderung nach Bestrafung der Verantwortlichen für die Menschenrechtsverletzungen, die vor einem Jahr vom mexikanischen Staat gegen die Anwohner von San Salvador Atenco und Texcoco verübt wurden; nach der „bedingungslosen und umgehenden“ Freilassung der 29 Personen, die sich infolge der Polizeieinsätze in diesen Bezirken weiterhin in Haft befinden, und nach der Aussetzung der Haftbefehle gegen die Anführer der Volksfront zur Verteidigung des Landes (FPDT), marschieren tausende Mitglieder dieser Bewegung und Anhänger der Anderen Kampagne vom Monument des Angel de la Independencia zum Gebäude des Regierungsministeriums. „Heute bitten wir nicht um eine Minute des Schweigens, sondern um ein..Weiterlesen
Juni 2007
14. Juni: Das neu gegründete Dorf Diez de Junio (Veracruz) wird von der Polizei und bewaffneten Schützen der Familie Faisal zerstört, die BewohnerInnen werden gewaltsam von ihrem Land vertrieben, das die Faisals mit Unterstützung der Regierung Beltrán für sich reklamieren. Zehn indigene Nahua Campesinos der Organisation Dorados de Villa und auch der Menschenrechtsbeobachter Javier Islas Cruz werden verhaftet und gefoltert und erst drei Wochen später gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Weiterhin vermisst wird der indigene Repräsentant Gabino Flores Cruz, dessen Verbleib seit dem Tag der polizeilichen Repression unbekannt geblieben ist. Wieder große Demonstration in Oaxaca: Die Menschenkolonne vom..Weiterlesen
Juli 2007
15. Juli: Die „Revolutionäre Volksarmee“ (EPR) meldet sich mit einer Anschlagsserie auf Installationen des staatlichen Erdölkonzerns Pemex zurück: In den nördlichen Bundesstaaten Guanajuato und Queretaro wurden Gasleitungen in die Luft gesprengt und ein Treibstofflager in Brand gesteckt. Die marxistisch-leninistische EPR galt Ende der neunziger Jahre als die schlagkräftigste und am besten bewaffnete Gruppierung der damals auf ein gutes Dutzend geschätzten Guerillagruppen im Land, bis sie durch militärische und geheimdienstliche Aktionen der Regierung zerschlagen sowie durch interne Auseinandersetzungen gespalten wurde. Seit der Verhaftung von drei EPR-Mitgliedern am 25. Mai im Bundesstaat Oaxaca kündigte die EPR den Beginn einer Kampagne „landesweiten Störfeuers..Weiterlesen
August 2007
3. – 6. August: Auf dem Zócalo in Mexiko Stadt findet ein landesweites „tribunal popular“ statt . Bei der Verhandlung werden drei Instanzen gebildet, welche die Situation und die Verantwortlichkeiten jener, welche die grundlegenden Menschenrechte verletzt haben, in Oaxaca, Salvador Atenco (Repression gegen Blumenmarkt und Selbstorganisation), Pasta de Conchos (Methangrubenunfall), Ciudad Juárez (Frauenmord), Sicartsa (blutig niedergeschlagener Stahlarbeiterstreik in Michoacan) und La Parota (Stauzielerhöhung in Guerrero) analysieren. Diese Instanzen sind: eine Volksanwaltschaft, deren Aufgabe es ist, die Beweise und Zeugenaussagen gegen die „Verbrecher gegen die Menschlichkeit“ zusammenzustellen, ein Richter, welcher die vorgebrachten Elemente analysiert und ein Volkstribunal, welches die abschließende Entscheidung..Weiterlesen
September 2007
11. September: Neun Campesinos werden von ungefähr 50 Einwohnern des Ejidos Agua Azul, Mitglieder der OPDDIC, mit Macheten, Schlägen und Schüssen angegriffen. Drei Zapatisten werden gefangen, mit Macheten und Fäusten geschlagen, mit der Ermordung bedroht und der örtlichen Polizei übergeben. Ihr „Verbrechen“: Sie leben in der Gemeinde Bolom Ajaw, flussabwärts, an einem fast unberührten Ufer des beliebten Kurbadeortes Agua Azul. Der Zugang zu ihrer Gemeinde ist seit dem 5. September durch die OPDDIC mit einem Drahtzaun blockiert, wodurch es den zapatistischen Campesinos unmöglich ist, ihre Ernte einzuholen und frei zu verkehren. Nachdem die entkommenen Zapatistas in Bolom Ajaw Alarm schlagen,..Weiterlesen
Oktober 2007
4. Oktober: Zum ersten Mal während der Anderen Kampagne wird der Wagen der Sechsten Kommission der EZLN mit Delegado Zero am militärischen Kontrollpunkt von Mazatlán, Sinaloa aufgehalten. Nach der Weigerung, sich durchsuchen zu lassen, konnte die Reise zum Treffen der Indigenen Völker in Vicam, Sonora nach größerem Zeitverlust fortgesetzt werden. 11. – 14. Oktober: In Sonora findet das erste Treffen der indigenen Völker von Amerika mit über 500 Delegierten von 67 indigenen Völkern statt. Im Mittelpunkt stehen die Kampfansage gegen das kapitalistische System und die Forderung nach echter Autonomie. Bericht vom Treffen: „Die Zeit der Indígenas“ Redebeiträge von Sub..Weiterlesen
November 2007
November: Die Übergriffe der OPDDIC gegen die zapatistischen BewohnerInnen von Bolón Ajaw (Gebiet von Roberto Barrios) werden immer heftiger. CAPISE entsendet angesichts der gefährlichen Lage ein ziviles Beobachtungsteam. siehe Denuncias vom November 2007
Dezember 2007
13. – 17. Dezember: Im Gedenken an Andrés Aubry findet in San Cristóbal die Tagung „Planet Erde – Antisystemische Bewegungen“ statt, bei der Marcos ankündigt, sich in nächster Zeit von der Öffentlichkeit zurückzuziehen, um sich auf seine Aufgabe als Oberbefehlshaber der EZLN zu konzentrieren: „Die Zeichen des Krieges am Horizont sind klar. Krieg, wie Furcht, hat einen Geruch. Und sein übel riechender Gestank ist auf unserem Land bereits zu verspüren“. Auf dem Weg zu neuen Antikapitalismen? (Luz Kerkeling) Zapatistische Alarmstufe rot (Naomi Klein) Weder Zentrum noch Peripherie (Sub Marcos) 22. Dezember: In der kleinen indigenen Gemeinde Acteal im Hochland von Chiapas versammelten sich..Weiterlesen
Januar 2008
13. Januar: Ernesto Hernández Gómez von der Zapatistischen Unterstützungsbasis Ejido Santa Rosalía wird auf der Landstraße Comitán – La Trinitaria (wo er sich unerklärlicherweise befand) von einem Auto angefahren und getötet. Der Rat der Guten Regierung von Morelia erklärt: „Sein Tod erfolgte nur, weil er an den Versammlungen teilnahm und seine Rechte gegen die Ungerechtigkeiten verteidigte, die im Ejido geschehen, und die Antwort, die er von den PRIistischen Kaziken erhielt, war der Tod“. Die Staatsanwaltschaft nutzt die Gelegenheit, um am 22. Jänner die Verhaftung zweier Familienangehöriger des Opfers anzuordnen. Sie werden von drei Unbekannten in einem schwarzen Lieferwagen ohne Autokennzeichen..Weiterlesen
Februar 2008
1. Februar: Eliseo Silvano Espinosa und sein Vater, die gerade eine Hütte für die Campamentistas der Menschenrechtsbeobachtung aufbauen, werden in der Gemeinde Betel Yochip‘ von staatlichen Polizisten und zwei bewaffneten Unbekannten am Bein angeschossen und schwer zusammengeschlagen. Danach werden sie nach Palenque verfrachtet, im Polizeigebäude sieben Stunden lang gefoltert und gezwungen, sich Skimasken überzuziehen, Waffen zu halten und sich damit fotografieren zu lassen. Nach heftigen Protesten durch Menschenrechtsorganisationen werden die beiden eine Woche später wieder freigelassen, sind durch die zugefügten Verletzungen jedoch schwer gezeichnet und traumatisiert. Bericht des Menschenrechtszentrums FrayBa (San Cristóbal) 16. Februar: Die 6. Delegation der Internationalen..Weiterlesen
März 2008
2. März: Neun indigene Gefängnisinsassen und Mitglieder der Gefangenenorganisation „Die Stimme von Los Llanos“ schließen sich dem unbegrenzten Hungerstreik an, der von Zacario Hernández und 13 weiteren Gefangenen geführt wird, ihrerseits Mitglieder der Gefangenenorganisation „Die Stimme von El Amate“. Damit befinden sich nun 22 indigene Gefangene im Hungerstreik. Sie fordern Gerechtigkeit und Freiheit. Zacario schreibt an Gouverneur Juan Sabines: „Ich für meinen Teil habe beschlossen, in einen Hungerstreik zu treten, der am 12. Februar beginnt und auf unbestimmte Zeit fortgeführt wird. Damit möchte ich meinen Kampf zum Ausdruck bringen, in der Hoffnung, dass meine Freilassung und die meines Bruders Enrique..Weiterlesen
April 2008
8. April: Auf dem Weg zum Treffen der indigenen Organisationen in Oaxaca Stadt, werden die Compañeras Teresa Bautista Merino (24 Jahre) und Felícitas Martínez Ramírez (20 Jahre) mit Schusswaffen ermordet. Zwei weitere Erwachsene und ein dreijähriges Kind, die im gleichen Auto unterwegs sind, werden verletzt. Die beiden Ermordeten waren Redakteurinnen des Lokal-Radios „Die Stimme, welche das Schweigen durchbricht“ im autonomen Bezirk San Juan Copala, der im Januar 2007 in der Folge des Aufstandes der APPO gegründet wurde. 9. – 10. April: In Oaxaca findet das „Foro Estatal por la Defensa de los derechos de los Pueblos de Oaxaca“ (Bundesstaatliche Treffen..Weiterlesen
Mai 2008
Anfang Mai: Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Viehzüchtern und konkurrierenden Drogenbanden fordern in Guerrero 17 Tote. Ziel der Angriffe ist insbesondere der Präsident der Viehzüchtervereinigung Rogaciano Alba Álvarez. Der PRI-Politiker verkörpert die Affinität zwischen Drogenhandel, Oberschicht und Politik: Er ist verbandelt mit der Familie Figueroa (Gouverneure in den 70ern und 90ern, polit. Drahtzieher des Massakers von Aguas Blancas), Auftraggeber von lokalen Paramilitärs in der Costa Grande, mutmaßlicher Hintermann der Ermordung der Menschenrechtsanwältin Digna Ochoa, sowie und selbst mit im Drogenhandelsgeschäft. Die Menschenrechtsorganisation SIPAZ berichtet von der zum Zerreissen angespannten Situation, die leicht in massive politische Gewalt kippen kann, ganz besonders angesichts der..Weiterlesen
Juni 2008
4. Juni: Etwa 200 Provokateure der mexikanischen Armee dringen in den Morgenstunden zunächst in das Caracol von La Garrucha ein und marschieren anschließend auf das Dorf Hermenegildo Galeana zu, dessen BewohnerInnen sie beschuldigen, Marihuanapflanzungen zu betreiben. Durch den heftigen Widerstand vertrieben, überfallen die Soldaten auch noch San Alejandro, wo sie ebenfalls von der Dorfbevölkerung vertrieben werden. Sie drohen, in zwei Wochen wiederzukommen und sich dann nicht aufhalten zu lassen. Denuncia der Guten Regierung von La Garrucha
Juli 2008
2. Juli: Video-Aufnahmen mit folterähnlichen Szenen führen zu einem Aufschrei in der mexikanischen Öffentlichkeit. Die Szenen entstanden in der Stadt León bei einem Kurs eines US-Ausbildners mit mexikanischen Polizeikräften. 22. Juli: Die BewohnerInnen des Dorfes Cruztón südlich von San Cristóbal werden ein weiteres Mal von Polizeikräften angegriffen, als sie versuchen, ihre Wasserquelle zu reinigen und ihre Felder zu bearbeiten. Mehrere EinwohnerInnen der Gemeinde werden durch Schläge verletzt, ein älterer Mann wird vom anwesenden Staatsanwalt einen Hügel hinuntergestoßen und erleidet Schädelverletzungen. Mindestens ein Kind wird durch eine abgefeuerte Tränengaskartusche verletzt, und sogar ein unabhängiger Menschenrechtsbeobachter, der mexikanische Lehrer Víctor Manuel..Weiterlesen
Juli / August 2008
Juli / August: Eine Solidaritätsdelegation von 320 Personen aus Europa, Nord- und Südamerika besucht die zapatistischen Gemeinden im Widerstand. Zahlreiche Treffen finden unmittelbar in den Basisgemeinden der EZLN statt. Die zapatistischen Kräfte würden „angesichts der Barbarei des Kapitalismus und seines neoliberalen Modells“ wieder Hoffnung auf eine gesellschaftliche Alternative geben, heißt es auf einer abschließenden Pressekonferenz der Aktivisten in San Cristóbal de Las Casas. Ziel der internationalen Delegation war es, das Schweigen über die staatliche Repression im Süden Mexikos zu durchbrechen. Am 5. August hatten Delegierte etwa die zapatistischen Siedlungen Hermenegildo Galeana und San Alejandro besucht, die einen Monat zuvor von..Weiterlesen
August 2008
21. August: Urteilsverkündung gegen jene FPDT-Aktivisten, die 2006 in Atenco verhaftet wurden: Ignacio del Valle, Anführer der FPDT, wird wegen angeblicher Entführung zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt, die sich zu der Haftstrafe von 67 Jahren und 6 Monaten summieren, zu denen er in einem vorherigen Prozess verurteilt worden war, und die er im Gefängnis von Altiplano abbüßt. 10 weitere Aktivisten werden zu jeweils 31 Jahren, 10 Monaten und 15 Tagen Gefängnis verurteilt. Noch am selben Abend kommt es zu Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen vor dem Gefängnis.
September 2008
15. September: Wie überall in Mexiko versammeln am mexikanischen Nationalfeiertag sich tausende Menschen am Hauptplatz, um am traditionellen „Grito de la Independencia“ teilzunehmen. Unbekannte werfen in Morelia im Bundesstaat Michoacán zwei Handgranaten in die feiernde Menge, töten 8 Menschen und verletzen über 100. Regierung und Medien sprechen von „einem Akt des Narcoterrorismus“ und fordern schärfere Maßnahmen – zusätzlich zu den 36.000 Soldaten, die sich bereits im „Kampf gegen die feigen Verrätern des Vaterlandes“ (Calderón) befinden, werden die Einführung der Todesstrafe bis zum unbeschränkten Einsatz der Armee zur Wiederherstellung der Ordnung gefordert. Für Calderon kommt dieser Anschlag zumindest zu einem günstigen..Weiterlesen
Oktober 2008
2. Oktober: Vierzig Jahre nach dem Massaker von Tlatelolco gedenken rund 30.000 Menschen der Opfer und fordern eine vollständige Aufklärung. Bei den Protesten in der mexikanischen Hauptstadt werden 20 Menschen festgenommen und 18 Polizisten leicht verletzt. Die Auseinandersetzungen beginnen, als Studenten versuchen, öffentliche Gebäude mit Graffiti zu bemalen. Wenige Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele 1968 hatten Polizei, Armee und unbekannte Bewaffnete das Feuer auf tausende Studenten eröffnet, die friedlich im Stadtteil Tlatelolco demonstriert hatten. Bis heute ist nicht einmal die genaue Zahl der Opfer bekannt. 3. Oktober: In Chincultik nahe der berühmten Lagunas de Montebello verüben lokale Polizeieinheiten..Weiterlesen
November 2008
November: Berta Muñoz, auch bekannt als Doctora Escopeta, kehrt nach zwei Jahren Exil nach Oaxaca zurück, obwohl es keinerlei Garantien für ihre Sicherheit gibt. In einer sehr persönlichen, berührenden Ansprache begründete sie Exil und Rückkehr. Die Ärztin war 2006 auf den Barrikaden und in den Marchas für die Sani verantwortlich und animierte als Radiomacherin aus dem besetzten Radio Universidad die Leute, den Kampf weiterzuführen, als die PFP die Stadt Oaxaca in Beschlag nahm. Sie galt deshalb als wichtiges Sprachrohr der Bevölkerung, die sich in der APPO artikuliert und ist eine der verschiedenen AktivistInnen, die nach der Repression vom 25. 11...Weiterlesen
Januar 2009
Ende Dezember 2008 / Anfang Januar 2009: In den zapatistischen Gemeinden wird mit dem „Festival der würdigen Wut“ der 15. Jahrestags des Aufstands gefeiert. Das zweiwöchige Festival hatte in Mexiko Stadt begonnen, war auf rebellischem Gebiet fortgesetzt worden und geht auf dem Gelände der CIDECI, der Universität der Erde in San Cristóbal, zu Ende. Kleinbäuerliche und indigene soziale Bewegungen wie die weltweit operierende Organisation „Via Campesina“ oder der „Nationale Indigene Kongress“ (CNI) aus Mexiko weisen auf die Notwendigkeit einer auf regionalen Produkten basierenden Ernährung der Menschen und der Abkehr von der exportorientierten Sachzwanglogik des Weltmarkts hin. Sylvia Marcos, feministische Aktivistin..Weiterlesen
Februar 2009
4. Februar: Ein Gutachten des Obersten Gerichtshofs stellt schwere Rechtsverletzungen bei der Polizeiaktion in Atenco fest: Der Einsatz der Staatsgewalt war disproportioniert, ineffizient und unverantwortlich. Er erfolgte „auf exzessive, disproportionierte, ineffiziente, unprofessionelle und nachlässige Weise“ Das Vorgehen der Behörden, so heißt es weiter, hat ein negatives Ergebnis, „da es Misstrauen gegen den Staat und Angst vor den Polizeibehörden schürt [.], die ihrerseits einen fruchtbaren Boden für Unsicherheit, Ungerechtigkeit und Straflosigkeit bereiten. Denn wer kein Vertrauen in seine Polizei und Institutionen der öffentlichen Sicherheit hat, wird auch nicht bereit sein, Verbrechen anzuzeigen, und noch viel weniger mit den Behörden zusammenarbeiten, um..Weiterlesen
März 2009
4.März: Marcelino Coache wird in Oaxaca von Personen in Polizeiuniform entführt und gefoltert (Marcelino ist Gewerkschafter und ehemaliger Sprecher der APPO und war sechs Monate in Haft). Tage darauf wird Marcelinos Sohn auf der Straße bedroht und verfolgt. Weitere Übergriffe gibt es auch von Seiten des Militärs: So wird ein Bauer bei einer Kontrolle ins Koma geprügelt, ein Händler an der Küste stundenlang gefoltert. 22. März: Rund 1’500 Polizisten versuchen vergeblich, eine nächtliche Razzia im Großgefängnis El Amate durchzuführen, müssen wegen der massiven Gegenwehr der Gefängnisinsassen aber wieder abziehen. Am Tag darauf beginnen acht indigene Gefangene einen Hungerstreik. Sie..Weiterlesen
April 2009
7. April: In Tuxtla Gutiérrez werden fünf Männer (Mitglieder der Bauernorganisation MOCRI-CNPA-MN) festgenommen, nachdem sie eine Protestaktion vor dem örtlichen Gefängnis organisieren, in dem ihre Familienangehörigen aufgrund falscher Anschuldigungen festgehalten werden. Die Polizei durchsucht auch die Büros der Organisation und beschlagnahmt Computer, Dateien und Akten, Büromaterial und Geld. Während der Haft werden sie geschlagen, brutal an den Haaren gezogen und bedroht. 8. April: Im Gefängnis von El Amate in Chiapas kreuzigen sich zwei Häftlinge aus Protest gegen Folterungen während ihres Verhörs. Die beiden Männer binden einander auf Holzkreuze, die sie in der Gefängniswerkstatt gezimmert haben, lassen sich Nägel durch..Weiterlesen
Juni 2009
11. Juni: Eine Delegation von mexikanischen Menschenrechtsorganisationen denunziert die sich rapide verschlechternde Menschenrechtslage in Mexiko in der 11. Sitzung des UNO-Menschenrechtsrates. Insbesondere werden willkürliche Verhaftungen, Folter und das Verschwindenlassen von AktivistInnen in den Staaten Guerrero und Oaxaca angeklagt. Diese Repression finde zudem mit einer institutionalisierten Straflosigkeit statt, die insbesondere auch das Militär geniesse. 20. & 21. Juni: 327 Delegierte aus 13 verschiedenen Ländern Lateinamerikas sowie BeobachterInnen aus Europa nehmen im Caracol von Morelia am „1. Treffen gegen die Straflosigkeit“ teil. Sie kritisieren die staatlichen Justizsysteme als Instrument der kapitalistischen Herrschaftsklasse und betonen die autonome Organisierung von unten. Bericht vom..Weiterlesen
Juli 2009
5. Juli: Bei den Parlamentswahlen erleiden PAN (28%) und PRD (12%) ein Debakel. Gewinner sind die PRI (37%) und die rechtskonservativen Grünen, die gemeinsam die absolute Mehrheit der Sitze erringen. Die ungültigen Stimmen verdoppeln sich auf 6% (in Mexiko Stadt sogar mehr als 10%). Fast 60% der WählerInnen gehen gleich gar nicht zur Wahl. 10. Juli: Im südmexikanischen Bundesstaat Campeche werden fünf Aktivistinnen und Aktivisten der „Anderen Kampagne“, die an der friedlichen Bewegung gegen die überteuerten Stromgebühren teilnehmen, gewaltsam festgenommen. Die Bewegung beteuert, dass die angeblichen Vergehen von der staatlichen Föderalen Kommission für Elektrizität (CFE) „fabriziert“ wurden und die..Weiterlesen
August 2009
13. August: Rund zwölf Jahre nach dem Massaker von Acteal werden 20 mutmaßliche Täter aus dem Gefängnis entlassen. Im ersten Prozess habe es juristische Fehler gegeben, urteilt das Oberste Gericht. Vertreter der Indígenas kritisieren die Entscheidung und warnen vor einem Wiederaufflammen der Gewalt. Die Paramilitärs seien durch das Urteil gestärkt worden, sagt Sebastian Perez Vazquez, Sprecher der „Las Abejas“: „Die Überlebenden sind sehr enttäuscht und empört über die Freilassung der Paramilitärs, denn sie alle sind uns als Täter bekannt.“ Menschenrechtsvertreter bezeichnen den Entscheid des höchsten Gerichtes als Schritt von der „unperfekten Justiz hin zur perfekten Straflosigkeit“. Gleichzeitig wird die..Weiterlesen
September 2009
8. September: Der Rat der Guten Regierung von La Realidad stellt sich hinter die Compañeros von Che Guevara, die von regierungstreuen Gruppen mit der Räumung bedroht und gewaltsam angegriffen werden: „Wir werden unser Land verteidigen!“ 18. September: Etwa 60 Männer und Frauen (Mitglieder der regierungsnahen „Organisation zur Verteidigung der indigenen und bäuerlichen Rechte – OPDDIC“) attackieren den Anwalt Ricardo Lagunes mit Steinen, Stöcken und Schusswaffen, als dieser sich nach einer Besprechung in der Gemeinde Jotolá auf den Heimweg machen will. Der Anwalt, der für das international renommierte Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas arbeitet, wird schwer zusammengeschlagen, kann jedoch..Weiterlesen
Oktober 2009
10. Oktober: Präsident Calderón löst die staatseigene „Zentrale Licht- und Stromgesellschaft“ (LFC) auf, entlässt über 41.000 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter und schafft so de facto die Gewerkschaft der Mexikanischen Elektrizitätsarbeiter (SME) ab – angeblich wegen „zu teurem“ Gesamtarbeitsvertrag, ineffizientem Service sowie Uneinigkeit über die Wahl des Gewerkschaftsbosses. Kurz nach Mitternacht wurden 91 der 103 Installationen der LFC von Truppen und Bundespolizei besetzt. Diese Gewerkschaft galt als eine der unabhängigsten und streitbarsten in ganz Mexiko. 16. Oktober: Laut einem Bericht des UN-Menschenrechtshochkommissariats (UNHCR) wurden in Mexiko im Zeitraum Januar 2006 bis August 2008 128 MenschenrechtlerInnen Zielscheibe von Gewalt. 29. Oktober:..Weiterlesen
November 2009
14. November: In einem Strategiepapier der Generalstaatsanwaltschaft entwirft diese die Thesse eines breiten „staatsfeindlichen“ Netzwerkes, in dessen Mittelpunkt der katholische Pfarrer Jesús Landín Garciá und José Manuel Hernández Martínez, Leiter der OCEZ-Carranza, stehen sollen. Landín, so der Bericht, soll „in den marginalisierten indigenen Zonen volle Akzeptanz genießen, aufgrund seines radikalen Charakters und seines Diskurses der Ablehnung der festgesetzten Ordnung und der Regierungsinstitutionen“. Dazu kommen die üblichen schwachsinnigen Vorwürfe von „Drogenhandel und Menschenschmuggel“, mit denen die kürzlich erfolgten polizeilichen und militärischen Aktionen, Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Straßensperren in den Gemeinden von Carranza und den umliegenden Bezirken gerechtfertigt werden sollen, bei denen u.a...Weiterlesen
Januar 2010
21. Januar: Die Regierung überfällt die Gemeinde Laguna El Suspiro im Bezirk Ocosingo, vertreibt die BewohnerInnen und brennt deren Häuser nieder, um Platz für ein „Biosphärenreservat“ zu schaffen. Etwa 60 Polizeibeamte, zum Teil in schwarzen Uniformen und Tarnanzügen, landen mit Hubschraubern im Dorf und beginnen ohne jede Erklärung mit der gewaltsamen Räumung. María Cortes Pérez und Magdalena García Cortes werden aus ihren Häusern gezerrt und gewaltsam in die Bezirkshauptstadt Palenque gebracht. Andere Frauen entkamen in den Urwald. 22. Januar: 250 Polizeibeamte überfallen die Gemeinde Laguna San Pedro, ebenfalls im Bezirk Ocosingo und zum Gebiet der Montes Azules gehörig. Sie..Weiterlesen
Februar 2010
6. Februar: Paramilitärs der OPDDIC überfallen Bolon Ajaw, schießen wild um sich und verwüsten die Kirche. 18. Februar: Juan Manuel verlässt nach sechzehn Monaten Haft endlich das Gefängnis von Ixcotel, Oaxaca Stadt. Der APPO-Aktivist und dreifache Familienvater war absurderweise beschuldigt worden, für den Mord am Indymedia-Aktivisten Brad Will aus den USA verantwortlich zu sein, der von regierungsnahen Paramilitärs an einer APPO-Barrikade erschossen wurde. Staatsanwaltschaft und Richterin beklagten sich über die nicht nachlassende Masse an Protestbriefen als Zeichen der Mobilisierung auf nationaler und internationaler Ebene. Juan Manuel wird bei seiner Freilassung von über 1000 jubelnden AktivistInnen begrüßt. Die wahren Mörder..Weiterlesen
März 2010
16. März: Hunderttausende Menschen folgen dem Aufruf der Elektrizitätsarbeitergewerkschaft SME zu einem „landesweiten politischen Streiktag“. Die Polizei in Mexiko Stadt greift die Streikenden mehrfach und mit Tränengas an, in Oaxaca blockieren 70.000 Menschen wichtige Straßen, Regierungsgebäude und Niederlassungen multinationaler Konzerne und legen so das öffentliche Leben im Bundesstaat nahezu lahm.
April 2010
27. April: Eine Friedenskarawane, bestehend aus 40 Menschen aus sozialen und Menschenrechtsorganisationen, gerät im Ort La Sabana in einen Hinterhalt von Paramilitärs. Die Angaben über die Konsequenzen der bewaffneten Attacke sind noch nicht vollständig bestätigt, mehrere Personen gelten als verschwunden, doch mit Sicherheit wurden Beatriz Cariño, die Direktorin der sozialen Organisation CACTUS (Centro de Apoyo Comunitario Trabajando Unidos) mit Sitz in Huajuapán de León, und Juri Jaakkola, finnischer Menschenrechtsbeobachter, im Kugelhagel getötet. Eine Verletzte konnte ins Spital eingeliefert werden, es ist dies Mónica Citlalli Santiago Ortiz, eine 22-jährige Reporterin der Fernsehstation Televisa. Unter den Verschwundenen sind internationale BeobachterInnen sowie AktivistInnen..Weiterlesen
Juni 2010
6. Juni: Der Oberste Gerichtshof Mexikos ordnet die sofortige Freilassung von zwölf inhaftierten Aktivisten der „Gemeindefront zur Verteidigung der Erde“ (FPDT) an. Den Aktivisten wurde im Mai 2006 die Entführung von Staatsfunktionären vorgeworfen und ein Gericht des Bundesstaates Mexikos, der an die Hauptstadt grenzt, hatte die Betroffenen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Besonders überraschend ist daher die Freilassung von Ignacio del Valle, der als mutmaßlicher „Rädelsführer“ zu 112 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, die übrigen zu Strafen zwischen 30 und 67 Jahren. Das Oberste Gericht erklärt die damaligen Vorwürfe nun für unangemessen, da illegale Beweise für Delikte vorgebracht worden seien, die..Weiterlesen
September 2010
9. September: In Chilón werden 170 Zapatistas (Familien aus San Marcos Avilés und Pamala) mit Waffengewalt vertrieben, weil sie eine autonome Schule für ihre Kinder gründeten. Ihre Nachbarn, die in verschiedenen politischen Parteien organisiert sind, besetzen daraufhin ihr Land. Der Rat der Guten Regierung von Oventik denunziert die gewaltsame Vertreibung und unterstützt die Vertriebenen.
Oktober 2010
22. Oktober: Catarino Torres Pereda wird in der Stadt Tuxtepec im Norden des mexikanischen Bundesstaates Oaxacas von zwei mit Pistolen bewaffneten Männern im Büro der indigenen Organisation CODECI (Komitee zur Bürgerverteidigung) niedergeschossen. Die Angreifer trugen T-Shirts mit Wahlpropaganda für Eviel Pérez Magaña, dem unterlegenen Gouverneurskandidaten der ehemaligen Staatspartei PRI. Catarino Torres war in den letzten zehn Jahren aufgrund seines Engagements für die indigenen Gemeinden der Region Cuenca de Papaloapán starker Repression ausgesetzt, ein Dutzend Mal war er in Haft. Als Anhänger der zapatistischen Bewegung und Aktivist der oppositionellen Organisation APPO wurde er letztmals Anfang August 2006 verhaftet, gefoltert und sieben..Weiterlesen
November 2010
24.November: Die Menschenrechtsverteidigerin Margarita Guadalupe Martínez Martinez wird von zwei nicht identifizierten Personen, unterwegs mit einem weißen Pickup ohne Nummernschilder, auf offener Straße abgefangen und bedroht: „Hör gut zu, was ich dir sage, denn du steckst ganz schön in der Scheiße.“ Margarita wird gezwungen, zum Friedhof zu laufen, wo sie ein Papier zugesteckt bekommt, das sie zum Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas (Frayba) bringen soll: „Und sag Diego [Diego Cadenas, Direktor von Frayba], dass wir wissen, dass ihr mit subversiven Gruppen zusammenarbeitet, dass wir euch genau identifiziert haben und dass wir euch einen nach dem anderen fertig machen, weil ihr..Weiterlesen
Januar 2011
24. Januar: Monsignore Samuel Ruiz García stirbt im Alter von 86 Jahren in Mexiko Stadt. Samuel Ruiz war Bischof der Diözese von San Cristóbal de Las Casas und Gründer und Präsident des Menschenrechtszentrums FrayBa. In seinem unbestechlichen Kampf für die Verteidigung der Menschenrechte diente er als Vermittler in den Verhandlungen zwischen der EZLN und der mexikanischen Regierung. Er war ein großer Anhänger der Befreiungstheologie und Förderer der indigenen Theologie. Grußbotschaft der EZLN 25. Januar: Renato Cruz Morales, Leiter der Kleinbauernorganisation Central de Campesino Cardenista (CCC), und sein Begleiter werden gegen 20:40 Uhr in einem Fahrzeug in der Nähe der Ortschaft..Weiterlesen
Februar 2011
16. Februar: Gewerkschaftsmitglieder der Sektion 22 der LehrerInnengewerkschaft empfangen den mexikanischen Präsidenten Calderón in Oaxaca mit Protest. 72.000 Lehrerinnen und Lehrer legen die Arbeit nieder, 16 Bundesstraßen in ganz Oaxaca werden blockiert und in Oaxaca-Stadt findet eine Großdemonstration mit schätzungsweise 25.000 Teilnehmern statt: „Wir protestieren gegen den Besuch von Felipe Calderón Hinojosa, welcher die Unternehmer unterstützt und weiter das Land zerstört, zum Vorteil seiner Machtclique“. Erst am Vortag hatte der Präsident bekannt gegeben, dass die Unterrichtsgebühren der privaten Bildungseinrichtungen von den Steuern abgezogen werden können. Ein Steuergeschenk an die Reichen in der Höhe von schätzungsweise 800 Millionen Euro. Mindestens..Weiterlesen
März 2011
14. März: Anlässlich eines Internationalen Aktionstages gegen Staudämme demonstrieren gut 6.000 Personen gegen das Staudammprojekt in Paso de la Reina (Oaxaca), das durch Regierung und Weltbank vorangetrieben wird. 30 betroffene Gemeinden organisierten sich in einer Dachorganisation „zur Verteidigung des Grünen Flusses“. Der Grundschullehrer Carlos René Román Salazar, Aktivist einer libertären Strömung innerhalb der Lehrergewerkschaft SNTE, wird in einem Außenbezirk von Oaxaca Stadt entführt. Die Lehrergewerkschaft reagiert auf das Verschwinden ihres Führungsmitglieds mit massiven Mobilisierungen, blockiert 42 neuralgische Verkehrsknoten und legt so den gesamten Bundesstaat lahm.
April 2011
6. April: Unter dem Motto „Es reicht – nicht einen toten Sohn mehr“ finden zeitgleich in rund 40 mexikanischen Städten Demonstrationen gegen die zunehmende Gewalt im sogenannten Drogenkrieg statt. Auslöser für Protest war die Ermordung von sieben Jugendlichen im Bundesstaat Morelos, darunter Juan Francisco Sicilia, Sohn des engagierten Dichters und Proceso-Kolumnisten Javier Sicilia. Die Umstände des Mordes an offensichtlich Unschuldigen sind noch nicht geklärt, allerdings werden Sicherheitskräfte der Tat verdächtigt. 18. April: Der bekannte mexikanische Ökobauer und Menschenrechtler Javier Torres Cruz wird durch eine Gruppe von 30 Maskierten, die teilweise Militäruniform tragen, gefoltert und ermordet. Sein 8-jähriger Sohn ist..Weiterlesen
Mai 2011
3. Mai: Der politische Gefangene Abrahám Ramírez Vásquez, Mitglied der lokalen Organisation CODEDI aus dem zapotekischen Dorf in der Sierra Sur, wird nach mehr als 6 Jahren aus der Haft entlassen. Abrahám gilt als erster politischer Gefangener des ehemaligen Gouverneurs von Oaxaca, Ulises RuizOrtíz, in dessen zweitem Amtsjahr sich 2006 ein mehrmonatiger Volksaufstand entwickelte. Abrahám war gemeinsam mit anderen Männern und Frauen in Xanica für eine autonome Regierung des Dorfes ohne Einmischung durch politische Parteien eingetreten, bis die Polizei am 15. Jänner 2005 das Dorf stürmte, das Feuer auf die unbewaffneten BewohnerInnen eröffnete und den schwer verletzten Abrahám inhaftierte. Die..Weiterlesen
Juni 2011
11. Juni: Ungefähr 500 Gefangene der Haftanstalt Los Altos de Chiapas in der Nähe des Ortes San Cristóbal de las Casas beenden ihren Hungerstreik, nachdem die Regierung sich dazu verpflichtete, die Bedingungen der meist indigenen Häftlinge zu verbessern und den derzeitigen Gefängnisdirektor zu ersetzen. Die Insassen, vor allem Tzotzil und Tzeltal, klagten über eine „erniedrigende“ Behandlung in der Strafanstalt und über immer häufiger werdende Gewaltdrohungen und Erpressungen durch Mithäftlinge, die Drogenbanden angehören. 14. Juni: Javier Sicilia, Dichter und links engagierter Journalist mit befreiungstheologischem Hintergrund, dessen 24-jähriger Sohn zusammen mit weiteren Jugendlichen in Cuernavaca ermordet wurde, mobilisiert mit seinem Aufschrei..Weiterlesen
September 2011
9. – 19. September: Die Friedenskarawane der Nationalen Bewegung für den Frieden mit Gerechtigkeit und Würde, die im Juni bereits den Norden des Landes bereiste, bereist verschiedene Orte in Oaxaca, Chiapas, Tabasco, Veracruz und Puebla, um anschließend nach Mexiko-Stadt zurückzukehren. Ziel ist, den etwa 50.000 Opfern den Drogenkrieges und ihren Familienangehörigen eine Stimme zu geben. Familien von Opfern des Schmutzigen Krieges, die Gerechtigkeit fordern, und indigene Gemeinden, die der Repression durch Paramilitärs und Armee ausgesetzt waren, treffen sich mit den Angehörigen derjenigen, die in Felipe Calderóns Krieg gegen den Drogenhandel verschwunden sind. Und Javier Sicilia, Sprecher der Bewegung, bekräftigte noch..Weiterlesen
Oktober 2011
13. Oktober: Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verklagen mexikanische Intellektuelle den Präsidenten Felipe Calderón, weitere Staatsfunktionäre und den Drogenboss Joaquín Guzman beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Etwa 20.000 Menschen haben sich bislang mit ihrer Unterschrift für die Anklage ausgesprochen: „Es existiert eine permanente Verletzung der Menschenrechte, insbesondere ihrer verwundbarsten Segmente – Frauen und Migranten „, heißt es in einer Pressemitteilung. Durch die herrschende Straflosigkeit sei es de facto unmöglich, Vergehen von Staatsbeamten und Soldaten zu ahnden. Das mexikanische Militär habe Zivilisten, einschließlich Kinder, völlig abseits von Konflikten ermordet. Seit der „Krieg gegen den Drogenhandel“ am 11. Dezember 2006 ausgerufen..Weiterlesen
Dezember 2011
Dezember: Die Eskalation der Gewalt in Mexiko hält weiter an und erinnert laut MenschenrechtsbeobachterInnen an Zeiten des „schmutzigen Krieges“ der 70er-Jahre: In Sonora und Michoacán werden zwei AktivistInnen ermordet, welche mit der Friedensbewegung des Schriftstellers Javier Sicilia zusammenarbeiten. In Ciudad Juárez wird ein weiteres Attentat auf eine mutige Angehörige von Verschwundenen begangen, welche die Aufklärung der Frauenmorde fordert; sie überlebt das Attentat, flüchtet jedoch ins Exil. In Guerrero wird der Sohn eines Gründers der Ökobauernorganisation der Region Petatlán vergiftet in seiner Zelle aufgefunden. Sein Vater wurde bereits im Februar dieses Jahres ermordet. Am 6. Dezember entführen maskierte Bewaffnete Marcial Bautista..Weiterlesen
Januar 2012
1. Januar: Die EZLN feiert den 18. Jahrestag des Aufstands. In San Cristóbal lädt die „Universität der Erde“ zum „II. Internationalen Seminar: Planet Erde – antisystemische Bewegungen“. Vier Tage diskutieren Intellektuelle und soziale AktivistInnen aus Mexiko, Nord- und Lateinamerika über die aktuellen Herausforderungen für emanzipatorische Kräfte weltweit. Alle Redner unterstreichen, dass viele antisystemische Bewegungen durch das besondere zapatistische Politikverständnis inspiriert worden sind. Hervorgehoben wird dabei der undogmatische, stets fragende Charakter der Bewegung sowie die Ablehnung der Übernahme der Staatsmacht zugunsten einer radikalen Demokratisierung von unten. Einigkeit herrschte darüber, trotz aller Schwierigkeiten und Unterschiede die Selbstorganisation voranzutreiben, nicht nur gegen Kapitalismus,..Weiterlesen
Juni 2012
Anfang Juni: Lehrer_innen der Sektion 40 der Lehrergewerkschaft besetzen den Zocalo (Hauptplatz) von Tuxtla Gutierrez, um gegen Änderungen im Schulsystem zu protestieren und die Freilassung des Lehrers Alberto Patishtán Gomez zu erreichen. Alberto Patishtan ist seit 12 Jahren als politischer Gefangener inhaftiert, seit seiner Beteiligung an einem Hungerstreik Ende 2011 wurde er in ein 2000 Kilometer entferntes Hochsicherheitsgefängnis im Bundesstaat Sinaloa verlegt.
Juli 2012
1. Juli: Die Präsidentschaftswahlen enden mit einem Sieg des PRI-Kandidaten Enrique Peña Nieto mit 38,2% vor Andrés Manuel López Obrador (PRD) mit 31,7% und Josefina Vázquez Mota (PAN) mit 25,4%. Die bisherige Regierungspartei wurde also regelrecht abgestraft. Die PRD ist wieder einmal schwer verärgert über den üblichen Wahlbetrug (überhöhte Wahlkampfausgaben, Stimmenkauf, Drohungen, Einschüchterungen, etc.) und erreicht eine Neuauszählung von etwas mehr als der Hälfte der Stimmen. Die Kommunisten, die sich nicht an den Wahlen beteiligten, bezeichnen die Wahl als Farce zur Legitimation der bevorstehenden wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen zu Lasten der Bevölkerung und rufen zum Widerstand auf. In Chiapas erhält..Weiterlesen
August 2012
3. August: Sechs ranghohen Offizieren des mexikanischen Militärs wird Zusammenarbeit mit dem Drogenkartell der Brüder Beltrán-Leyva vorgeworfen. Unter den Angeklagten sind der ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Tomás Angeles Dauahare, sowie weitere drei Generäle. Es ist das erste Verfahren gegen ranghohe Militärs wegen Drogenhandels unter Präsident Felipe Calderón und ein herber Schlag für dessen Strategie, die im Wesentlichen auf dem Einsatz der Streitkräfte beruht. Die Polizei gilt als völlig infiltriert und wird deshalb kaum in Antidrogen-Operationen eingesetzt. Mitte August: In Spanien wird Rafael Humberto Celaya, von Beruf Anwalt, zusammen mit drei weiteren Personen, darunter einem mutmaßlichen Cousin des Drogenbosses Joaquín..Weiterlesen
September 2012
6. September: In den Gemeinden Comandante Abelund Unión Hidalgo erscheinen schwer bewaffnete Paramilitärs, feuern Schüsse ab, verwüsten Felder, zerstören Gemeinschaftseinrichtungen und vertreiben etwa 70 zapatistische Familien. Die Täter unterhalten direkte Verbindungen zu Paramilitärs, die unter dem zynischen Namen „Paz y Justicia“ (Frieden und Gerechtigkeit) bereits Ende der 90er Jahre für Tod und Vertreibung verantwortlich waren. Die Geflüchteten leiden unter Krankheiten, Mangelernährung und Traumatisierung infolge der Angriffe. Die Zapatisten beschuldigen den Innenminister des Bundesstaates Chiapas, Noé Castañon, die Angriffe verantwortet zu haben. Bereits kurz nach dem Landraub trafen Polizeifahrzeuge mit Baumaterial ein, um ein Camp zum Schutz der Invasoren zu errichten. Paramilitärs..Weiterlesen
Oktober 2012
5. Oktober: Die pazifistische Organisation Las Abejas (Die Bienen) aus dem zentralen Hochland meldet, dass auch die paramilitärische Gruppe Mascara Roja (Rote Maske), die 1997 ein Massaker an 45 Menschen begangen hatte, wieder aktiv wird und die Opposition terrorisiert. Las Abejas weisen der Regierung von Chiapas unter Gouverneur Juan Sabines und der Bundesregierung unter Felipe Calderón die Verantwortung für die Gewaltakte zu. 16. Oktober: Dramatische Ereignisse in Michoacan: Polizeiüberfall auf drei Schulen auf direkte Anweisung vom Gouverneur des Bundesstaates Michoacan (Fausto Vallejo) und Präsident Felipe Calderón als „Antwort“ auf die Forderungen der SchülerInnen nach besserer öffentlicher Bildung und besseren..Weiterlesen
November 2012
2. November: Das UN-Komitee gegen Folter drückt der mexikanischen Regierung gegenüber seine Besorgnis über die Praxis der Folter in dem mittelamerikanischen Land aus. Die Vertreter der Vereinten Nationen kritisieren insbesondere den Einsatz der Armee in Aufgaben der öffentlichen Sicherheit sowie „das Phänomen der gravierenden Straflosigkeit“, in welcher die Folterdelikte stattfinden. Einen Bericht der mexikanischen Regierung über Fortschritte beim Folter kontrastierten sogenannte shadow reports, welche 80 Menschenrechtsorganisationen verfasst hatten. Einerseits werden darin Fälle von Folter im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Mafia und den Drogenhandel denunziert, andererseits auch die Folter von politischen Gefangenen, unter anderem in Guerrero und Oaxaca. Die..Weiterlesen
Dezember 2012
2. Dezember: Der Amtsantritt des neuen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto wird von tausenden Menschen mit Sprechchören begrüsst, die ein „Mexiko ohne PRI“ fordern. In Straßenschlachten mit der Polizei werden nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 76 Menschen verletzt, mehr als 100 Personen werden festgenommen. 21. Dezember: Über 40.000 Mitglieder der zapatistischen Unterstützungsbasen marschieren in völligem Schweigen in fünf Städten von Chiapas (Ocosingo, San Cristóbal de las Casas, Palenque, Altamirano und Las Margaritas) ein. Dies ist die größte Mobilisierung der Organisation seit dem bewaffneten Aufstand der EZLN am 1. Januar 1994. An einem Tag, an dem viele das Ende..Weiterlesen
Januar 2013
17. – 20. Januar: In der Gemeinde Capulálpam de Méndez in der Sierra Juárez (Oaxaca) findet das emxoamerikanische Treffen „Ja zum Leben, nein zum Bergbau“ statt, bei dem 500 Delegierte aus 12 Ländern die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Bergbauindustrie in Zentral- und Nordamerika diskutieren und Erfahrungen über den Widerstand austauschen. 23. Januar: Die Anführer autonomer regionaler Bauernorganisationen aus über 20 Bundesstaaten beginnen einen kollektiven Hungerstreik vor dem symbolträchtigen Denkmal des Unabhängigkeitsengels in Mexiko-Stadt. Damit beginnt eine neue Phase des Kampfes gegen die Aussaat von gentechnisch verändertem Mais in Mexiko. Entgegen den am Vortag mit der Stadtverwaltung getroffenen Vereinbarungen..Weiterlesen
Februar 2013
Februar: Erneute Auseinandersetzungen in der Gemeinde Álvaro Obregón (Oaxaca) zwischen Polizei und mehrheitlich indigenen Einwohnern, die sich dem Bau eines Windparks widersetzen. Während insgesamt drei gewaltsamen Konfrontationen versuchen Einheiten der mexikanischen Bundespolizei, sich Zugang zum kommunalem Land des 7.000-Einwohner-Dorfes zu verschaffen, wovon sie von mehreren hundert Gemeindemitgliedern abgehalten werden. Seit einem Jahr verfolgt die Firma „Mareña Renovables“ das Ziel, hier den größten Windpark Lateinamerikas zu bauen. Die Gegner des Industrieprojektes befürchten bei dessen Bau fatale ökologische Auswirkungen auf die angrenzenden Lagunen. Inzwischen gibt es einen richterlich angeordneten Baustopp wegen des Verdachts auf Bestechung lokaler Politiker bzw. die Drohung von Mareña..Weiterlesen
März 2013
März: Die Zapatistas kündigen an, sich in nächster Zeit ganz auf die Vorbereitungen und die Durchführung eines Schulprojektes konzentrieren, mit dem auch ein neuer Prozess des Austauschs zwischen der EZLN und anderen politischen Bewegungen und Organisationen initiiert werden soll. Im August diesen Jahres die sogenannte zapatistische „Kleine Schule“ für die der Bewegung nahe stehende Gruppen und Einzelpersonen eröffnet wird. In allen fünf Caracoles werden indigene Basisaktivisten als Lehrer in Schulklassen von ihren Erfahrungen des zapatistischen Autonomieprojekts aus den letzten Jahren berichten. Die Kommunikation und die Diskussion rund um das Thema der Kleinen Schule wird fortan der neu ernannte Subcomandante Moisés..Weiterlesen
März / April 2013
März / April: In zahlreichen Bundesstaaten kommt es erneut zu Zusammenstößen zwischen Bürgerwehren und Vertretern der staatlichen Sicherheitskräfte sowie des organisierten Verbrechens gekommen, vor allem in Guerrero, wo seit Januar eine Welle von Neugründungen der so genannten Gemeinde-Polizei zu beobachten ist. Alleine über die Osterfeiertage informierten sieben Gemeinden darüber, dass sie neue Bürgerwehren gegründet haben. In der Nähe von Acapulco setzten Selbstverteidigungsgruppen mehrere mutmaßliche Entführer fest, nachdem Nachbarn in dem Ort Xaltianguis zwei Fahrzeuge mit etwa zehn bewaffneten Personen beobachtet und um Hilfe gebeten hatten. Daraufhin mobilisierte die „kommunitäre Polizei“ bis zu 400 Personen, lieferte sich ein längeres Feuergefecht mit..Weiterlesen
April 2013
3. April: Zusammenstößen zwischen Polizisten und Gegnern eines Windparkprojektes fordern in Playa Vicente, Oaxaca 32 verletzte Polizisten – zwei davon schwer – und elf verletzte Anwohner. Zur Eskalation kam es als Polizeikräfte versuchten, sieben Fahrzeuge und Baumaschinen, welche von lokalen Windparkgegnern besetzt wurden, den Eigentümern zurückzugeben. Die Gegner des geplanten Windparkprojekts argumentieren, dass die Gemeindeländereien widerrechtlich privatisiert und dem spanischen Unternehmen Gas Natural Fenosa verpachtet wurden. Seit dem 25. Februar versperren sie deshalb den Konstrukteuren des drittgrößten Windparks Lateinamerikas den Zugang zur Meereslagune südlich es Ortes Juchitán. In den Tagen zuvor hatte die Gewalt gegen die Aktivisten gegen die Windparks..Weiterlesen
Mai 2013
17. Mai: Einen Tag vor den offiziellen Feiern zum Muttertag, die in Mexiko am 10. Mai stattfinden, treten acht Mütter und ein Vater von Verschwundenen in einen unbefristeten Hungerstreik. Nach einer Demonstration von circa 200 Müttern im Zentrum von Mexiko-Stadt betonen die ganz in Weiß gekleideten Frauen, dass sie nichts zu feiern hätten, solange sie nicht wüssten, wo ihre Töchter und Söhne seien. Über ihren Mündern befinden sich weiße Taschentücher mit der Frage „Wo sind sie?“ Seit Beginn des sogenannten Drogenkrieges vor über sechs Jahren, der mit der Amtseinführung Felipe Calderóns ins Präsidentenamt zusammenfällt, wird nicht nur von über 70.000..Weiterlesen
Juli 2013
Anfang Juli: Die Regierung von Chiapas verzögert zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Freilassung von neun indigenen Häftlingen, Anhänger der 6. Deklaration aus dem Lakandonischen Urwald, deren Freilassungspapiere bereits unterzeichnet sind: Rosario Díaz Méndez, Pedro López Jiménez, Juan Collazo Jiménez, Juan Díaz López, Rosa López Díaz, Alfredo López Jiménez, Juan López González and Benjamín López Díaz aus dem Gefängnis Nr. 5 und Enrique Gómez Hernández, aus dem Gefängnis Nr. 14, El Amate, der zum Zweck der Freilassung ins Gefängnis Nr. 5 überstellt worden war. Alle waren auf der Grundlage von falschen Beschuldigungen und unter Folter erpressten Geständnissen mit bis..Weiterlesen
August 2013
28. August: Rosa Medina Moreno, Mitglied der Frente de Pueblos en Defensa de la Tierra (FPDT), wird unter fingierten Vorwänden festgenommen.
August / September 2013
August / September: Tausende streikende Lehrer blockieren im August unter anderem die Zufahrtsstrasse zum Flughafen in Mexiko-Stadt, das Abgeordnetenhaus und den Senat. Im Süden des Landes legten 70.000 Lehrer ihre Arbeit nieder. Für mehr als eine Million Schüler fiel der Unterricht zum Beginn des Schuljahres am Montag aus. Sie protestieren gegen die Bildungsreform der Regierung. Ein massives Polizeiaufgebot räumt im September den von streikenden Lehrern besetzten Hauptlatz von Mexiko-Stadt. Hunderte Sicherheitskräfte mit gepanzerten Fahrzeugen, Wasserwerfern und Tränengas gehen gewaltsam gegen die Demonstranten vor, die sich hartnäckig einer umstrittenen Bildungsreform der Regierung widersetzen. Ihre Protestcamps auf dem Zocalo-Platz waren drei Wochen..Weiterlesen
Oktober 2013
2. Oktober: Bei Demonstrationen von tausenden Studenten und Aktivisten sozialer Bewegungen in der mexikanischen Hauptstadt und an weiteren Orten des mittelamerikanischen Landes kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mit den Demonstrationen wird an das Massaker von Tlatelolco am 2. Oktober 1968 erinnert. Augenzeugen berichten davon, dass Provokateure in die Veranstaltung geschleust wurden. Vertreter der seit Monaten streikenden Lehrer, die sich ebenfalls an der Veranstaltung beteiligten, sehen darin eine Aktion staatlicher Agenten, um die zunächst offensichtlich friedliche Demonstration entgleisen zu lassen. Es kommt zu zahlreichen Verletzungen und Festnahmen, darunter auch sieben Studenten, die zu den Besetzern der Direktion der..Weiterlesen
Januar 2014
1. Januar 2014: Die Zaptistas begehen den 20. Jahrestag der Rebellion mit öffentlichen Reflexionen zu ihrem politischen Projekt und der Fortführung ihres Escuelita-Projekts. Zur Absolvierung der zapatistischen Escuelita (dt.: kleine Schule) sind seit dem Spätsommer 2013 rund 1.500 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Mexiko und aus aller Welt eingetroffen. Während einer Woche hatten sie die Gelegenheit, das Leben und die Sichtweisen der Zapatistas hautnah kennenzulernen. Zum Jahreswechsel startete der zweite Unterrichtsblock dieses Programms. Die hohe Teilnehmerzahl wie auch die Tatsache, dass viele der Lehrer bereits Zapatistas der zweiten Generation im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sind, legen Zeugnis von der..Weiterlesen
Mai 2014
2. Mai: Anhänger der regierungsnahen Bauernorganisation CIOAC (PAN, PRI und Grüne) greifen den zapatistischen Verwaltungssitz in La Realidad an: Während eines Gesprächs zur Rückgabe eines Lastwagens unter Begleitung des Menschenrechtszentrums FrayBa erscheinen plötzlich rund 150 bewaffnete CIOAC-Mitglieder, beschädigen die autonome Gesundheitsstation, die Schule, mehrere Fahrzeuge und die Trinkwasserleitung und ermorden den Zapatist José Luis Solís Lopez durch gezielte Schüsse in Kopf und Brust. 25. Mai: Im Rahmen der Gedenkfeier für den ermordeten Compa Galeano gibt Subcomandante Marcos bekannt, immer nur eine Kunstfigur gewesen zu sein, ein Ablenkungsmanöver und Zaubertrick für die Massenmedien. Nun aber ist eine neue Generation von..Weiterlesen
Juli 2014
18. Juli: Das Ständige Völkertribunal (Tribunal Permanente del Pueblos, TPP) beginnt damit, den Überfall auf die Gemeinde Viejo Velasco in Chiapas zu untersuchen, bei dem vor knapp acht Jahren vier Menschen getötet wurden und vier weitere verschwanden. Sämtliche Bewohner wurden vertrieben und zahlreiche Häuser zerstört. Die Täter – 40 Personen der Gemeinde Nueva Palestina – kamen in Begleitung von etwa 300 Polizisten. Im Rahmen einer Voranhörung dieses Tribunals versammeln sich Aktivisten und Betroffene von Viejo Velasco in El Limonar, Chiapas. Diego Moreno Montejo, Sohn eines Opfers und Mitglied der Indigenenorganisation X’inich, verwies auf die Wichtigkeit dieser Initiative, die den Beteiligten..Weiterlesen
August 2014
4. August: Der „Erste Austausch der zapatistischen Völker mit den mexikanischen Originalvölkern“ in La Realidad soll dazu dienen, Möglichkeiten des gemeinsamen Widerstands gegen die kapitalistische Zerstörung zu erörtern.
September 2014
26. September: Bei mehreren Angriffen der Polizei auf Studenten der pädagogischen Hochschule “Raúl Isidro Burgos” von Ayotzinapa werden zwei junge Studenten und drei unbeteiligte Menschen erschossen, 43 Studierende werden von der Polizei verschleppt. Die Studenten hatten in der Stadt Iguala mehrere Busse gekapert und wollten in die Hauptstadt fahren, um dort an das Massaker von Tlatelolco zu erinnern, als mehrere Streifenwagen die Straße blockierten und die Polizisten das Feuer eröffneten. Das Massaker von Iguala – detaillierter Bericht
Ende September / Oktober / November / Dezember 2014
Ende September / Oktober / November / Dezember: Wütende Proteste von Angehörigen und Studierenden. Massendemonstrationen in Mexiko Stadt und anderen Städten. Die Karawane #43×43 ist sieben Tage lang zu Fuß von Guerrero aus unterwegs nach DF. In Guerrero selbst werden u.a. dutzende Rathäuser besetzt, in Acapulco der Flughafen, weiter die Mautstation auf der Autobahn zwischen Chilpancingo und Acapulco und der Sitz der Staatsanwaltschaft. In Chilpancingo und in Hecelchakán brennt die Parteizentrale der Regierungspartei. Dabei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Schusswaffen und Schlagstöcke einsetzt. Die Regierung versucht, die Lage zu beruhigen und die Studierenden zu kriminalisieren...Weiterlesen
Dezember 2014
Dezember: In Michoacán verstärken sich Polizei und Paramilitärs, indem sie weitere Mitglieder der „Tempelritter“ (schwer bewaffnetes Drogenkartell) in ihre Reihen aufnehmen und greifen die autonomen Selbstverteidigungsgruppen an. Es kommt zu zahlreichen Toten. 21. Dezember: Etwa 400 BewohnerInnen der Gemeinde San Sebastián Bachajón gewinnen friedlich kommunales Land zurück, das 2011 illegal von der Regierung besetzt wurde. Es kommt zu Drohungen und Aggressionen durch Sicherheitskräfte und Regierungsvertreter sowie von paramilitärisch organisierten Gruppierungen. Am gleichen Tag beginnt in der Ñathó Comunidad von San Francisco Xochicuautla im Bundesstaat Mexiko das Erste Weltweite Festival für Widerstand und Rebellion gegen den Kapitalismus, das am..Weiterlesen
Januar 2015
3. Januar: Das Erste Weltweite Festival für Widerstand und Rebellion gegen den Kapitalismus endet mit einergemeinsamen Erklärung der EZLN, des CNI und der Sexta: „Die 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa sind Symbol für das weltweite kapitalistische Verbrechen. Gemeinsam müssen wir uns organisieren, gegenseitig müssen wir uns schützen und im Widerstand unterstützen. Gemeinsam schaffen wir eine neue Welt!“ 9. Januar: 900 Polizisten räumen das wiedergewonnene Land in San Sebastián Bachajón. Die vertriebenen BewohnerInnen antworten mit einer Straßenblockade, die von der Polizei zwar mehrfach bewaffnet angegriffen wird, jedoch standhält. Am 29. Januar eröffnen sie ein neues regionales Zentrum in der Nähe der..Weiterlesen
Februar 2015
2. und 3. Februar: UNO empfing Delegation von Angehörigen der 43 Studenten in Genf Ein aus zehn unabhängigen Experten bestehendes UN-Komitee empfing am 2. und 3. Februar 2015 eine Delegation aus Mexiko. Zum ersten Mal befasst sich dieses UN-Komitee, zuständig für die Einhaltung der Internationalen Konvention zum Schutz aller Personen vor dem gewaltsamen Verschwindenlassen, mit Mexiko – einem Land, in dem rund 25’000 Personen als «nicht lokalisierbar» gelten.
März 2015
1. März: Am 1. März weihte die EZLN in La Realidad die neu aufgebaute autonome Schule „Compañero Galeano“ und die autonome Klinik „Compañero Subcomandante Insurgente Pedro“ ein und übergab sie der zapatistischen Basis. 10. März: Das mexikanische Militär bedroht den „Rat der Guten Zapatistischen Regierung“ von La Realidad Radio Zapatista, San Cristóbal de las Casas, Mexiko, 10.03.2015 Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas (FRAYBA) hat über die Zivilen Beobachterbrigaden (BriCO) systematische Einfälle des mexikanischen Militärs dokumentiert, welche die Unterstützerbasen des Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (BAEZLN) auf dem Territorium der Guten Regierung in La Realidad und der Zone..Weiterlesen
Mai 2015
1. Mai: Euro-Caravana 43 zu den verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa Ein überlebender Student, der Vater eines verschwundenen Studenten und ein Mitarbeiter des Menschenrechtszentrums Tlachinollan in Guerrero bereisten von Mitte April bis Mitte Mai Europa. Sie besuchten dreizehn europäische Städte, um über die 43 verschwundenen Studenten und die Manipulationsversuche des mexikanischen Staates zu berichten, der statt den Fall aufzuklären ihn für abgeschlossen erklärt. Sie rufen die EuropäerInnen dazu auf, die internationale Aufmerksamkeit aufrecht zu halten und informiert zu bleiben. Vor allem die Repression des mexikanischen Staates gegen die Bewegung um die Lehramtstudenten soll weiter beobachtet werden. Am 1. Mai machten sie..Weiterlesen
Juni 2015
Juni: Einsatz von bewaffneten Pilatus-Flugzeugen bei Demo in Oaxaca Bei einer Kundgebung der Lehrergewerkschaft Anfang Juni 2015 überflogen Schweizer Pilatus-Flugzeuge des Typs PC-7 die Demonstrierenden. Vermutlich waren die Flugzeuge, welche das Schweizer Rüstungsunternehmen für militärische Trainingszwecke verkauft, mit Gun- und/oder Raketenpods ausgerüstet, wie dies ein Experte anhand von Fotoaufnahmen identifizierte. Anders als 1994 in mexikanischen Chiapas, 2008 im Tschad oder weiteren Staaten, wo Zivilpersonen getötet wurden, kamen diese jedoch in Oaxaca nicht zum Einsatz. Verschiedene Typen von Pilatus-Flugzeugen können leicht mit Waffen umgerüstet und somit für nicht-zivile Zwecke eingesetzt werden. Trotzdem unterliegt der Export dieser Flugzeugtypen bisher nicht dem Kriegsmaterial-Export..Weiterlesen
Juli 2015
Juli: Zweite Stufe der zapatistischen Schule Die Zapatistas laden die mexikanische und die internationale Sexta zur zweiten Stufe der kleinen zapatistischen Schule ein, doch dieses Mal laden sie nicht nach Chiapas ein. Denn nicht alle, vermuten sie, wären finanziell in der Lage, noch einmal zu kommen, und zudem gestaltet sich die politische Situation in verschiedenen Bundesstaaten Mexikos als sehr angespannt. Die Teilnahme erfolgt über ein Video, und die Teilnehmenden sind aufgefordert, 6 Fragen dazu zu stellen. Kommission für Menschenrechte in Mexiko legt Bericht zum Fall „Iguala“ vor Das Dokument über die Ermittlungen von Ende Juli offenbart gravierende Defizite der..Weiterlesen
August 2015
August: Der 31-jährige mexikanische Pressefotograf Rubén Espinosa war wegen Morddrohungen nach Mexiko-Stadt gezogen. Nun wurde er dort anfangs August erschossen aufgefunden – zusammen mit vier Frauen.
Oktober 2015
Oktober: Die CNTE, die oppositionelle Strömung der mexikanischen LehrerInnengewerkschaft SNTE, weist zahlreiche interne Widersprüche auf. Dennoch ist sie die gesellschaftliche Speerspitze gegen neoliberale Reformen und Verteidigerin der Rechte der armen Bevölkerung, allen voran die Sektion 22 im Bundesstaat Oaxaca. Seit der Verabschiedung der Bildungsreform steht sie besonders unter Druck. In den letzten Wochen kam es zu Verhaftungen und Angriffen auf die oppositionellen GewerkschafterInnen. Allein am vergangenen Wochenende wurden in Veracruz 50 LehrerInnen verletzt, die gegen eine Evaluation protestierten, welche ohne ihre Zustimmung stattfinden soll.
November 2015
25. November: Nationales Treffen des Netzwerkes „Alle Rechte für alle / Red TDT“ in Oaxaca In Oaxaca fand am 25. November das Treffen des nationalen Netzes von Menschenrechtsorganisationen „Alle Rechte für alle“ (Red TDT) statt. Es wurde festgehalten, dass die Ursprünge der aktuellen Menschenrechtskrise das Landes in der Kriminalisierung des sozialen Protestes, insbesondere in den Vorfällen vor neun Jahren in Oaxaca Stadt und in Atenco lägen. Im Ansteigen der Mordrate, des erzwungenen Verschwindenlassens und der Frauenmorde zeigten sich das erhöhte Klima der Gewalt und der Unsicherheit. Die Krise habe den sozialen Zusammenhalt geschwächt, was wiederum Privatisierungsreformen möglich gemacht habe. Die..Weiterlesen
Januar 2016
1. Januar: Botschaft zum 22. Jahrestag des zapatistischen Aufstandes: Die Subcomandantes Galeano und Moises erinnern mit ihren Worten zum „Beginn des Krieges gegen das Vergessen“ an den Ursprung des zapatistischen Aufstandes, ihre verstorbenen Mitkämpferinnen und Mitkämpfer. Sie fordern insbesondere die neue Generation dazu auf, weiterzukämpfen für ihre wichtigste Errungenschaft: die eigene Freiheit!
März 2016
März: Verschwundene Studenten: Regierung stoppt die Ermittlungen der Expertengruppe Der mexikanische Innenminister liess verlauten, dass das Mandat der unabhängigen Expertenkommission (GIEI) zur Aufklärung der gewaltsam verschwundenen Studenten von Ayotzinapa nicht verlängert werde. Die Angehörigen und Eltern sind empört, denn die Regierung unterzeichnete letzten November ein Abkommen, welches die Verlängerung des Mandats der Expertengruppe solange vorsah, bis das Verbrechen geklärt sei. 19. März: Kommandantin der Gemeindepolizei, Nestora Salgado, ist frei! Nach fast drei Jahren Haft, davon 20 Monate in Isolationshaft im Hochsicherheitsgefängnis, ist Nestora Salgado entlassen worden. Ihre Verteidigung konnte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, darunter Entführung in 50 Fällen, widerlegen...Weiterlesen
April 2016
April: EZLN: Perspektiven aus dem Dschungel In den vergangenen zwei Monaten haben die Zapatistas mehrere Communiqués veröffentlicht. Darin weisen sie auf die wachsenden sozialen und politischen Spannungen in Chiapas hin. Indigene Landtitel würden illegal erworben und für touristische, landwirtschaftliche Nutzung sowie für Megaprojekte verkauft. Statt dass die Regierung versuche Probleme zu lösen, werden diese vergrössert und in andere Gegenden verfrachtet, konstatieren die Zapatistas kritisch.
Frühling / Sommer 2016
Frühling / Sommer: Seit Mitte Mai eskaliert der Konflikt zwischen der mexikanischen Regierung und der Lehrer*innengewerkschaft CNTE, die vor allem in den Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca, Guerrero, Michoacan, Colima und Tabasco mittels Platzbesetzungen und Straßensperren gegen die Bildungsreform und die Verhaftungen von Gewerkschaftern protestieren. Die Proteste werden von maskierten Ziviist*innen, Polizei und Militär mit Schusswaffen und Tränengas angegriffen. Mehrere Menschen werden ermordet.
Oktober 2016
9. – 14. Oktober: Der CNI feiert den V. Kongress und sein 20jähriges Besetehen. Die EZLN bringt den Vorschlag ein, eine indigene Frau aus den Reihen des CNI als Präsidentschaftskandidatin bei den Wahlen 2018 aufzustellen. Die Kandidatin wird explizit keiner politischen Partei angehören, sondern soll als Sprecherin und ausführende Kraft eines ebenfalls parteiunabhängigen Indigenen Regierungsrates fungieren, in dem Vertreterinnen und Vertreter aller 62 indigenen Bevölkerungsgruppen Mexikos vertreten sein sollen. Dieser soll Ende Mai konstituiert werden und versteht sich keineswegs nur als Vertretung der indigenen, sondern aller marginalisierten Bevölkerungssektoren und hat eine klare linkspolitische und antikapitalistische Ausrichtung.
November 2016
14. – 25. November: Die Bewegung zur Verteidigung der Mutter Erde und eines würdevollen Lebens (MODEVITE) organisiert einen Mega-Pilgermarsch gegen die Megaprojekte in Chiapas, an dem vor allem viele indigene Frauen teilnahmen.
Dezember 2016
20. – 26. Dezember: Die“Karawane für das Andenken und die Hoffnung“ mit den Eltern der entführten Studenten aus Ayotzinapa erreicht Mexiko-Stadt, um ernsthafte Ermittlungen durch Staat und Justiz zu fordern. Im September 2014 hatten Bundespolizisten die Studenten angegriffen: 6 Personen wurden ermordet, 200 verletzt, 42 sind bis heute verschwunden. Nach Erkenntnissen investigativer Journalisten und Berichten der Expertenkommission der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (GIEI) soll das 27. Militärbataillon zumindest indirekt an dem Massaker und der Entführung beteiligt gewesen sein. 25. Dezember 2016 – 4. Januar 2017: Der Jahreswechsel wird mit dem Zusammentreffen »Die Zapatistas und die ConCiencias für die Menschheit« gefeiert. ..Weiterlesen
Januar 2017
Januar: Die Erhöhung der Benzinpreise führt zu Massenprotesten in ganz Mexiko. Amtsgebäude und Supermärkte werden gestürmt, Autobahnen und Regierungsgebäude besetzt.
April 2017
12. – 15. April: Die EZLN lädt zum Kongress „Die Mauern des Kapitals, die Risse der Linken“ ins CIDECI ein. Gleichzeitig werden mehrere Tonnen Kaffee für geflüchtete Menschen zur Verfügung gestellt, um deren Organisierung und Widerstand zu unterstützen.
Mai 2017
28. Mai: María de Jesús Patricio Martínez wird vom CNI als Kandidatin für die kommenden Präsidentschaftswahlen im Juni 2018 bestimmt. In ihren ersten Interviews kritisiert die Sprecherin des Indigenen Regierungsrates die Politik der Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto erwartungsgemäß scharf kritisiert und auf deren katastrophale Folgen hingewiesen. Die 53-jährige Nahua-Indigene, die auch Marichuy genannt wird, ist eine traditionelle Medizinerin aus Tuxpán im Süden des Bundesstaates von Jalisco.
September 2017
26. September: Deklaration des Nationalen Indigenen Kongresses und des Indigenen Regierungsrates anläßlich des 3. Jahrestages des Verschwindens der 43 Studenten der Norm Rural Isidro Burgos in Ayotzinapa: Wir rufen alle auf, die wir das Volk von Mexiko sind, aus den Dörfern, Stadtvierteln, die Nationen und Tribus, die nicht-indigenen Menschen, sowohl vom Land als auch aus der Stadt, den Kampf um ihre Rückkehr nicht aufzugeben und die Bestrafung der Schuldigen einzufordern. Wir rufen alle Frauen und Männer auf, an den Manifestationen und Mobilisationen, zu denen die Mütter und Väter der 43 Verschwundenen der Normal Rural Isidro Burgos aus Ayotzinapa, Guerrero drei..Weiterlesen
November 2017
24. und 25. November: Es kam zu massiven gewaltsamen Vertreibungen in mehreren Gemeinden des Landkreises von Chalchihuitán (Chiapas) (Berichten zufolge mindestens 5000 Personen, vorwiegend Frauen und Kinder) und etwa 300 Personen aus dem Landkreis Chenalhó. Dahinter steht ein alter Landkonflikt, der von der Regierung nie gelöst wurde und nun wieder ausgebrochen ist. Die Bevölkerung, von bewaffneten Banden aus Chenalhó vertrieben, floh in die Berge und hat keinen Zugang zu Essen und medizinischer Versorgung, und die winterlichen Bedingungen verschärfen die humanitäre Krise.
Dezember 2017
In Chiapas fand Ende Dezember in Gedenken an den Aufstand von 1994 ein Wissenschaftskongress (ConSciencias por la Humanidad) statt.
Januar 2018
1. Januar Zum Jahreswechsel hat die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) ihren 24. Jahrestag begangen. Dies nahm sie zum Anlass, um zur Unterstützung für die indigene Präsidentschaftskandidatin María de Jesús Patricio Martínez, die meist nur Marichuy genannt wird, aufzurufen. 21. Januar Die Karawane von Marichuy im Bundesstaat Michoacán wurde angegriffen. Bei dem Angriff wurde das letzte Fahrzeug der Karawane gestoppt. In dem Auto saßen Journalisten, die die Kampagne begleiteten. Sie wurden bedroht und gezwungen, ihre Kameras und Handys abzugeben. 24. Januar Im Hochland von Chiapas, in Oxchuc nahe San Cristóbal, wurden Oppositionelle von bewaffneten Gruppierungen getötet, 11 weitere..Weiterlesen
Februar 2018
12. Februar Attentat auf die indigene Organisation Codedi fordert 3 Tote Am Abend des 12. Februar haben Bewaffnete im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca das Feuer auf ein Auto des Komitees für die Verteidigung der Indigenen Rechte (Codedi) eröffnet. Drei Mitglieder der Organisation wurden dabei getötet, deren Gründer Abraham Ramírez Vásquez überlebte das Attentat verletzt. Die Codedi-Vertreter unterbreiteten Stunden vor dem Angriff hohen Funktionären der lokalen Regierung in Oaxaca Stadt ihre sozialen Forderungen und befanden sich auf dem Rückweg in die Region Sierra Sur, als die Attentäter im Bezirk Miahuatlán zuschlugen. 19. Februar In Mexiko wird es für die im Juli..Weiterlesen
März 2018
8. März „Gib nicht auf!“: Zapatistinnen beenden erstes internationales Frauentreffen Sport, Kultur und Debatten standen im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens, zu dem die Zapatistinnen vom 8. bis 10. März 2018 Besucherinnen aus aller Welt eingeladen hatten. Der Erfolg war überwältigend: es kamen rund 5000 Frauen, die das Treffen zusammen mit 2000 Zapatistinnen begingen. Insgesamt gab es rund 180 Workshops, Debatten, Konzerte und Theaterstücke sowie Turniere in verschiedenen Sportarten. Das Treffen stand im Zeichen der Erinnerung an die Gewalt gegen Frauen. Es wurden weitere Treffen dieser Art für die Zukunft angekündigt. Mitte März Mitglieder von mehr als 20 indigenen Völkern,..Weiterlesen
April 2018
April Karawane von 1’000 Menschen tritt für Rechte von Migranten ein. Die Karawane zog in der Osterwoche unter dem Titel „Kreuzweg der Migranten“ auf verschiedenen Routen durch Mexiko, um auf die prekäre Situation von Migranten aufmerksam zu machen und für ihre Rechte zu demonstrieren. Dazu organisierten sie mit Unterstützung lokaler Nichtregierungsorganisationen (NGO) Veranstaltungen und Kundgebungen. Mexiko und Europäische Union schließen Freihandelsabkommen ab. Die Europäische Union und Mexiko haben die im Mai 2016 aufgenommenen Verhandlungen über eine Neuauflage eines gemeinsamen Handelsabkommens abgeschlossen und die Unterzeichnung nach der Klärung letzter technischer Details angekündigt. Damit können praktisch alle Waren zollfrei zwischen Mexiko..Weiterlesen
Mai 2018
Mai Wenige Wochen vor den Wahlen erhöht sich die Gewalt im Land und könnte 2017, als das tödlichste Jahr der letzten zwei Jahrzehnten übertreffen. Bis April stieg die Mordrate mit 10’395 Fällen sogar noch um 21 Prozent gegenüber 2017. Eine gleiche dramatische Entwicklung verzeichnen die Feminizide: Mit 269 Morden liegt die sexuelle Gewalt mit Todesfolge gegen Frauen und Mädchen genau ein Fünftel höher als im Jahr davor. 15.Mai Im Bundesstaat Tabasco wurde der Journalist und Radiomoderator Juan Carlos Huerta Martínez erschossen, als er mit seinem Auto von zu Hause weg fuhr. Huerta war Moderator einer Nachrichtenradiosendung 620AM Rückhaltlos (620AM sin..Weiterlesen
Juni 2018
Juni Im Juni hat erstmals auch ein mexikanisches Bundesgericht die damals unter dem Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam begonnenen, unseriös geführten, Untersuchungen „zerpflückt“ und eine Wahrheitskommission vorgeschlagen. Dasselbe schlug letztes Jahr eine unabhängige Interamerikanische Untersuchungskommission vor, welche von Mexiko zurückgewiesen wurde. Nun hat ein Bundesrichter von Tamaulipas die Gründung einer neuen Wahrheitskommission auf unbestimmte Zeit suspendiert. Die Eltern der verschwundenen Studenten kündigen an, weiter nach ihren Söhnen zu suchen. 2. Juni UNO fordert Mexiko zu Maßnahmen gegen Verschwindenlassen in Nuevo Laredo auf. 18. Juni 2 Jahre nachdem 8 Personen in Nochixtlán umgebracht wurden, fordert die UNO die Wahrheit und..Weiterlesen
Juli 2018
1. Juli Erstmals seit 1940 wurde in Mexiko ein linker Präsident gewählt: Andrés Manuel Lopez Obrador gewinnt die Wahlen. Claudia Sheinbaum von MORENA wird die erste Präsidentin von Mexiko Stadt. Die Zapatistas sagen: Sie können den Vorarbeiter wechseln, der Grossgrundbesitzer bleibt der gleiche. 6. Juli Konzessionen für bisher geschützte Gewässer in Mexiko Der scheidende Präsident von Mexiko, Enrique Peña Nieto, hat kurz vor der Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag zehn Dekrete zur Freigabe von 300 bisher geschützten Wassereinzugsgebieten unterzeichnet. Experten befürchten Einschränkungen des Rechts auf Wasser und die Ausbeutung des Rohstoffs durch die Privatwirtschaft mit gravierenden Folgen für Mensch und..Weiterlesen
August 2018
Indigener Menschenrechtsverteidiger gewaltsam verschwunden Der Menschenrechtler Sergio Rivera Hernández ist im Bundesstaat Puebla seit dem 23. August verschwunden. Er ist Teil des Widerstandes gegen ein Staudammprojekt, das ohne Befragung der betroffenen Bevölkerung erbaut werden soll. Um den Widerstand zu brechen, werden durch die Firma des Staudammprojektes und lokale Gemeindepräsidenten gewaltsame Methoden angewendet – das Verschwindenlassen von Rivera Hernández ist das neuste Beispiel dafür.
September 2018
Ex-Gouverneur von Veracruz in Mexiko verurteilt Der frühere mexikanische Gouverneur Javier Duarte wurde wegen Geldwäscherei und Verbindungen zum organisierten Verbrechen, zu neun Jahren Haft verurteilt. Die milde Strafe sorgt für Empörung. Duarte war im Vorfeld vorgeworfen worden, umgerechnet gut 3,8 Milliarden Franken aus der Staatskasse hinterzogen zu haben. Das Gericht vermochte aber nur die Unterschlagung von 33 Millionen Franken zu beweisen. Jesús Javier Ramos Arreola, Gegner des neuen Flughafens ermordet Erneut Journalist in Mexiko erschossen Mario Gómez sei beim Verlassen seines Hauses im Süden des Bundesstaats Chiapas erschossen worden, teilte die Zeitung El Heraldo de Chiapas am Freitag (Ortszeit) mit. Er ist..Weiterlesen
Oktober 2018
50 JAHRE DES MASSAKERS VON TLATELOLCO 1968 Zwar gilt das Massaker vom 2. Oktober 1968 in Mexiko mittlerweile offiziell als staatliches Verbrechen, vollständig aufgeklärt ist es aber nicht – die Täter blieben ungestraft.
November 2018
Erneut ist die Bevölkerung einer indigenen Gemeinde im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas gewaltsam vertrieben worden. Nach mehreren Gewalttaten in Chavajebal, Bezirk El Bosque, sind alle 1.764 Bewohner, darunter auch Mitglieder der zapatistischen Unterstützungsbasis, in die Wälder und in umliegende Dörfer geflohen. Der Exodus begann am 7. November, nachdem während einer Gemeindeversammlung Schüsse aus automatischen Waffen auf die Dorfbewohner abgegeben wurden. Dabei wurde ein Mann getötet, wie das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas mit Sitz in der Stadt San Cristóbal berichtet. Karawane der MigrantInnen: Massenfestnahmen und ein tödlicher Unfall in Chiapas Am 21. November wurden im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas 500 TeilnehmerInnen der sechsten..Weiterlesen
Dezember 2018
EZLN lädt Ende Dezember zu Netzwerktreffen nach Mexiko ein Die Zapatistische Nationale Befreiungsarmee EZLN aus dem südmexikanischen Chiapas hat solidarische Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen zu einem Netzwerktreffen und zu einer Feier eingeladen, bei der dem 25. Jubiläum des zapatistischen Aufstands, „des Beginns des Krieges gegen das Vergessen“ gedacht werden soll. Auf dem mehrtägigen Treffen sollen die Ergebnisse einer internen Umfrage vom August 2018 vorgestellt werden. Ausgewertet und analysiert wird zudem die Situation der indigenen Völker und Gemeinden. Schliesslich sollen neue Schritte im Kampf gegen Gewalt, Diskriminierung und Landraub diskutiert werden. Ausserordentliche Wahlen des Dorfes San Dionisio Del Mar im..Weiterlesen
