1. Januar:
Die EZLN feiert gemeinsam mit Unterstützungsgruppen auf der ganzen Welt den 10. Jahrestag seit Beginn des Aufstands. Paramilitärs drohen mit neuer Gewalt, während die „Räte der Guten Regierung“ immer stärker auch von Nicht-Zapatisten anerkannt werden.
14. Januar:
Rund 1.500 PolizistInnen stürmen Tlalnepantla (südlich von Mexico City, Bundesstaat Morelos) und lösen die autonome Regierung auf, die den „offiziellen“ Bürgermeister Lías Osorio für abgesetzt erklärt hatte, auf. Ein Mensch wird bei dem brutalen Einsatz getötet, unzählige verletzt, viele sind seither verschwunden oder wurden inhaftiert, während der größte Teil der Bevölkerung in die nahegelegenen Berge oder in die benachbarten Dörfer flüchtete.
24. Januar:
Mehr als 600 Campesinos werden durch die Polizei von den Grundstücken Los Cerros und Los Cerritos in Suchiate, nahe der Grenze zu Guatemala, vertrieben, die sie seit 11 Jahren besetzt hielten. Regierungsminister Rubén Velázquez López erklärt: „Diese Regierung wird keine weiteren Landbesetzungen dulden, sie wird sich aber durch die Einhaltung der Menschenrechte während den Zwangsräumungen außerordentlich hervortun.“
In Nuevo San Rafael, einem Flüchtlingsdorf in den Montes Azules, werden 23 Häuser niedergebrannt (praktisch das komplette Dorf) und sämtliche BewohnerInnen vertrieben. MenschenrechtsbeobachterInnen werden von der Militärpolizei nicht in die Gemeinde gelassen.
Auch im Ejido Emiliano Zapata werden Übergriffe durch staatliche Einheiten befürchtet.
30. Januar:
Die BewohnerInnen von San Isidro kündigen wie viele der rund 40 weiteren Gemeinden in den Montes Azules an, ihr Land, falls es notwendig sein sollte, mit Blut zu verteidigen.
Luis Gabriel Sanchez, Sprecher der Kommission für Ökologie und der Grünen Partei, fordert die Ausweisung aller internationalen Beobachter, die „ihr Touristenvisum dazu mißbrauchen, die Guerilla zu unterstützen.“ Inzwischen steigt die Zahl der Militärpatrouillen in der Gegend dramatisch an. MenschenrechtsbeobachterInnen befürchten eine bevorstehende Räumung und bitten um internationale Aufmerksamkeit.
