1. Januar:
Die EZLN feiert den 18. Jahrestag des Aufstands. In San Cristóbal lädt die „Universität der Erde“ zum „II. Internationalen Seminar: Planet Erde – antisystemische Bewegungen“. Vier Tage diskutieren Intellektuelle und soziale AktivistInnen aus Mexiko, Nord- und Lateinamerika über die aktuellen Herausforderungen für emanzipatorische Kräfte weltweit.
Alle Redner unterstreichen, dass viele antisystemische Bewegungen durch das besondere zapatistische Politikverständnis inspiriert worden sind. Hervorgehoben wird dabei der undogmatische, stets fragende Charakter der Bewegung sowie die Ablehnung der Übernahme der Staatsmacht zugunsten einer radikalen Demokratisierung von unten.
Einigkeit herrschte darüber, trotz aller Schwierigkeiten und Unterschiede die Selbstorganisation voranzutreiben, nicht nur gegen Kapitalismus, auch gegen Patriarchat, Rassismus und Umweltzerstörung. Dazu ist es notwendig, eine klare antikapitalistische Position zu beziehen, sich deutlich vom Parteiensystem zu trennen und das Politikmachen wieder in die Gesellschaft zurückzuholen. Was nach den vielen Reflexionen, Analysen und Vorschlägen weiter zu diskutieren bleibt, ist die Frage, wie eine effektivere Organisierung der ausgegrenzten Mehrheiten vorangebracht werden kann, ohne in orthodoxe Muster zu verfallen, die sich immer wieder als äußerst anfällig für Spaltung, Repression und Korruption erwiesen haben.
