1. März:
Am 1. März weihte die EZLN in La Realidad die neu aufgebaute autonome Schule „Compañero Galeano“ und die autonome Klinik „Compañero Subcomandante Insurgente Pedro“ ein und übergab sie der zapatistischen Basis.
10. März:
Das mexikanische Militär bedroht den „Rat der Guten Zapatistischen Regierung“ von La Realidad
Radio Zapatista, San Cristóbal de las Casas, Mexiko, 10.03.2015
Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas (FRAYBA) hat über die Zivilen Beobachterbrigaden (BriCO) systematische Einfälle des mexikanischen Militärs dokumentiert, welche die Unterstützerbasen des Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (BAEZLN) auf dem Territorium der Guten Regierung in La Realidad und der Zone der „Selva Fronteriza“ und das Caracol „Hacia la Esperanza“ (JBG) bedrohen.
21. März:
Bachajón: Angriff auf die autonome Bevölkerung und die freien Medien
Am Morgen des 21. März wurde das Autonome Ratshaus der widerständischen Bevölkerung geräumt und abgebrannt. Beteiligt waren 600 Kräfte der Bundesstaatlichen Polizei. Die widerständische indigene Bevölkerung von Bachajón kämpft gegen ihre Vertreibung zugunsten des Tourismus-Projektes in Agua Azul.
Als sich eine Gruppe Journalistinnen freier Medien nach Bachajón begab, um dies zu dokumentieren, wurden sie von bereits alkoholisierten Paramilitärs und Polizisten angehalten, bedrängt und mit Macheten an Leib und Leben bedroht. Es wurden ihnen die Kameras und die Handys gestohlen.
28. März:
Engagierte Journalistin Carmen Aristegui von Radiorundfunk MVS entlassen
Die Entlassung von Carmen Aristegui und ihren Mitarbeitern hat zu einer Welle der Empörung in den Medien und zu Demonstrationen vor dem Sitz von MVS geführt. Sie haben die Journalistin ermutigt, ihren Kampf fortzusetzen.
2. und 3. Februar:
UNO empfing Delegation von Angehörigen der 43 Studenten in Genf
Ein aus zehn unabhängigen Experten bestehendes UN-Komitee empfing am 2. und 3. Februar 2015 eine Delegation aus Mexiko. Zum ersten Mal befasst sich dieses UN-Komitee, zuständig für die Einhaltung der Internationalen Konvention zum Schutz aller Personen vor dem gewaltsamen Verschwindenlassen, mit Mexiko – einem Land, in dem rund 25’000 Personen als «nicht lokalisierbar» gelten.
20. – 26. Dezember:
Die“Karawane für das Andenken und die Hoffnung“ mit den Eltern der entführten Studenten aus Ayotzinapa erreicht Mexiko-Stadt, um ernsthafte Ermittlungen durch Staat und Justiz zu fordern. Im September 2014 hatten Bundespolizisten die Studenten angegriffen: 6 Personen wurden ermordet, 200 verletzt, 42 sind bis heute verschwunden. Nach Erkenntnissen investigativer Journalisten und Berichten der Expertenkommission der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (GIEI) soll das 27. Militärbataillon zumindest indirekt an dem Massaker und der Entführung beteiligt gewesen sein.
25. Dezember 2016 – 4. Januar 2017:
Der Jahreswechsel wird mit dem Zusammentreffen »Die Zapatistas und die ConCiencias für die Menschheit« gefeiert.
29. Dezember 2016 – 1. Januar 2017:
Nach wochenlangen Diskussionen in den Dörfern geben EZLN und CNI bekannt, dass der Vorschlag, eine indigene Kandidatin für die Präsidentschaft aufzustellen, angenommen wurde. EZLN-Sprecher Subcomandante Moisés unterstreicht in seiner abschließenden Rede, die auf tosenden Beifall stößt: „Der Kapitalismus plündert, zerstört und unterdrückt auf der ganzen Welt Mensch und Natur. Der CNI hat entschieden, auf zivile und friedliche Weise zu kämpfen. Seine Ziele sind gerecht und nicht zu leugnen. Wir als Zapatistas werden den CNI unterstützen“.
14. – 25. November:
Die Bewegung zur Verteidigung der Mutter Erde und eines würdevollen Lebens (MODEVITE) organisiert einen Mega-Pilgermarsch gegen die Megaprojekte in Chiapas, an dem vor allem viele indigene Frauen teilnahmen.
9. – 14. Oktober:
Der CNI feiert den V. Kongress und sein 20jähriges Besetehen. Die EZLN bringt den Vorschlag ein, eine indigene Frau aus den Reihen des CNI als Präsidentschaftskandidatin bei den Wahlen 2018 aufzustellen. Die Kandidatin wird explizit keiner politischen Partei angehören, sondern soll als Sprecherin und ausführende Kraft eines ebenfalls parteiunabhängigen Indigenen Regierungsrates fungieren, in dem Vertreterinnen und Vertreter aller 62 indigenen Bevölkerungsgruppen Mexikos vertreten sein sollen. Dieser soll Ende Mai konstituiert werden und versteht sich keineswegs nur als Vertretung der indigenen, sondern aller marginalisierten Bevölkerungssektoren und hat eine klare linkspolitische und antikapitalistische Ausrichtung.
17. – 30. Juli:
Die EZLN lädt zum Festival „CompArte für die Menschlichkeit“.
Frühling / Sommer:
Seit Mitte Mai eskaliert der Konflikt zwischen der mexikanischen Regierung und der Lehrer*innengewerkschaft CNTE, die vor allem in den Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca, Guerrero, Michoacan, Colima und Tabasco mittels Platzbesetzungen und Straßensperren gegen die Bildungsreform und die Verhaftungen von Gewerkschaftern protestieren. Die Proteste werden von maskierten Ziviist*innen, Polizei und Militär mit Schusswaffen und Tränengas angegriffen. Mehrere Menschen werden ermordet.
April:
EZLN: Perspektiven aus dem Dschungel
In den vergangenen zwei Monaten haben die Zapatistas mehrere Communiqués veröffentlicht. Darin weisen sie auf die wachsenden sozialen und politischen Spannungen in Chiapas hin. Indigene Landtitel würden illegal erworben und für touristische, landwirtschaftliche Nutzung sowie für Megaprojekte verkauft. Statt dass die Regierung versuche Probleme zu lösen, werden diese vergrössert und in andere Gegenden verfrachtet, konstatieren die Zapatistas kritisch.
März:
Verschwundene Studenten: Regierung stoppt die Ermittlungen der Expertengruppe
Der mexikanische Innenminister liess verlauten, dass das Mandat der unabhängigen Expertenkommission (GIEI) zur Aufklärung der gewaltsam verschwundenen Studenten von Ayotzinapa nicht verlängert werde. Die Angehörigen und Eltern sind empört, denn die Regierung unterzeichnete letzten November ein Abkommen, welches die Verlängerung des Mandats der Expertengruppe solange vorsah, bis das Verbrechen geklärt sei.
19. März:
Kommandantin der Gemeindepolizei, Nestora Salgado, ist frei!
Nach fast drei Jahren Haft, davon 20 Monate in Isolationshaft im Hochsicherheitsgefängnis, ist Nestora Salgado entlassen worden. Ihre Verteidigung konnte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, darunter Entführung in 50 Fällen, widerlegen. Das Gericht anerkannte, dass Nestora als Autoritätsperson einer indigenen Behörde in legitimer Weise gehandelt habe. Gemäss einer UN-Arbeitsgruppe geschah ihre Verhaftung durch Armeeangehörige widerrechtlich.
24. und 25. November:
Es kam zu massiven gewaltsamen Vertreibungen in mehreren Gemeinden des Landkreises von Chalchihuitán (Chiapas) (Berichten zufolge mindestens 5000 Personen, vorwiegend Frauen und Kinder) und etwa 300 Personen aus dem Landkreis Chenalhó. Dahinter steht ein alter Landkonflikt, der von der Regierung nie gelöst wurde und nun wieder ausgebrochen ist. Die Bevölkerung, von bewaffneten Banden aus Chenalhó vertrieben, floh in die Berge und hat keinen Zugang zu Essen und medizinischer Versorgung, und die winterlichen Bedingungen verschärfen die humanitäre Krise.