Verschwindenlassen

Südmexiko-Newsletter August / September 2026

IN EIGENER SACHE

Im August erhielten wir von Sara Méndez von Codigo DH aus Mexiko ein fotobordado (siehe Bild) als Geschenk, worüber wir uns sehr freuen und euch etwas daran teilhaben lassen wollen.
Das fotobordado ist eine künstlerische Technik, bei der Bilder oder Fotos mit Garn bestickt werden. In Mexiko ist das Sticken tief in der indigenen und lokalen Kultur verwurzelt.

Gut beschrieben, finden wir es auf der Seite von Codigo DH:
„Nadel und Faden wurden zum Nähen von Wunden und zum Sticken verwendet; im weiteren Sinne gelten sie als Heilmethode, die historisch gesehen vor allem von Frauen angewendet wurde.
Darüber hinaus verleihen die Fotos dem Ganzen eine identitätsstiftende Komponente, um den Kampf für die Rechte und den Schutz des Territoriums fortzusetzen.“
Auf Spanisch im Text auf: https://codigodh.org/2026/08/14/fotobordado-en-san-dionisio-del-mar/
Weitere Infos zur Arbeit von Codigo DH mit fotobordado: https://codigodh.org/?s=fotobordado

CHIAPAS

In Mexiko protestieren Indigene gegen Autobahnbau (14.08.26)
Proteste in Chiapas. Maya-Kulturen gegen Schnellstraße
Mehr als 4.000 Indigene haben im mexikanischen Bundesstaat Chiapas gegen den Bau einer Autobahn von San Cristóbal de Las Casas nach Palenque protestiert. Ein Maya-Altar, Weihrauch, religiöse Bilder und in indigenen Sprachen bestickte Decken prägten die Prozession in Bachajón in der Gemeinde Chilón am 9. August, dem Tag der indigenen Völker.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/289495/proteste-autobahn-chiapas

Segelschiff bringt Hilfsgüter von Mexiko nach Kuba (23.07.26)
Solaranlagen für Kinderkrankenhaus in Havanna. Zapatistas unterstützen Aktion
Am Sonntag hat das Segelschiff Astral aus Spanien nach Zwischenstopp in Mexiko mit humanitären Hilfsgütern Kuba erreicht. Die spanische Hilfsorganisation Open Arms hat diese Kampagne „Auf nach Kuba“ mit der Unterstützung von über 150 anderen Organisationen durchgeführt. Dafür haben mehr als 4.000 Menschen über 170.000 Euro gespendet. Damit konnten sie sieben Tonnen Hilfsgüter für das Juan-Manuel-Márquez-Kinderkrankenhaus in Havanna liefern, vor allem Solaranlagen und Medikamente.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/07/288886/segelschiff-bringt-hilfsgueter-nach-kuba

OAXACA

Nach 15 Jahren willkürlicher Haft: Umweltschützer Pablo López aus Oaxaca ist frei! (19.08.26)
Internationale, mexikanische und oaxakanische Organisationen begrüßen die Freilassung des zapotekischen Menschenrechtsverteidigers Pablo López Alavez.
Am 27. März 2026 wurde Pablo López Alavez im Anschluss an ein Berufungsverfahren aufgrund eines Urteils des Obersten Gerichtshofs des Bundesstaates Oaxaca freigelassen. Die Entscheidung revidierte die rechtliche Einordnung der Straftaten und verhängte wegen des Tatbestands des einfachen Totschlags eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und 3 Monaten. Unter Berücksichtigung der Zeit, die der Menschenrechtsverteidiger seit seiner willkürlichen Festnahme am 15. August 2010 in Haft verbracht hatte, wertete das Gericht die Strafe als verbüßt und ordnete seine sofortige Freilassung an. Obwohl das Strafurteil weiterhin in Kraft ist, stellt seine Freilassung nach mehr als 15 Jahren Haft einen bedeutenden Schritt nach vorn dar.
Weiterlesen: https://www.mexiko-koordination.de/2026/08/19/umweltschuetzer-pablo-lopez-freilassung/?l=de

GUERRERO

Gemeindevorsteher in Guerrero ermordet (31.08.26)
Im Bundesstaat Guerrero wurde am Mittwoch der indigene Lehrer Federico García Para getötet. Bewohner machen kriminelle Gruppen und staatliche Untätigkeit verantwortlich
Im südlichen Bundesstaat Guerrero haben als Gemeindepolizisten gekleidete Angreifer den indigenen Lehrers und Gemeindevorsteher Federico García Para ermordet. Er hatte immer wieder die von den Los Ardillos ausgeübte Gewalt in seinem Heimatort Huitzapula kritisiert und suchte mit dem Menschenrechtszentrum Tlachinollan nach verschwundenen Menschen. Vor einem Jahr war sein Sohn Luis Fernando García Sánchez mit weiteren Personen von bewaffneten Gruppen in der Region entführt worden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/290005/mexiko-organisierte-kriminalitaet

„Federico wurde ermordet, weil er unermüdlich nach seinen entführten Sohn suchte“
Quelle: chiapassincensura

Mexiko verhaftet Ex-Gouverneur von Guerrero im Fall Ayotzinapa (09.08.26)
Die Generalstaatsanwaltschaft hat Ángel Aguirre Rivero, den ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates Guerrero (2011-2014), überraschend verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, für die Vernichtung von Beweisen des gewaltsamen Verschwindenlassens der 43 Studenten von Ayotzinapa verantwortlich zu sein. Der Politiker wurde in das Hochsicherheitsgefängnis No1 namens Altiplano im Bundesstaat Mexiko überstellt, wie das Sekretariat für Sicherheit und Bürgerschutz (SSPC) berichtete.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/289317/gouverneur-wegen-ayotzinapa-verhaftet

Mexiko lässt Sprecher der indigenen Organisation CIPOG-EZ festnehmen (22.07.26)
Vorwürfe Mord und Entführung. Unterstützende aus In- und Ausland fordern seine Freilassung. Am Donnerstag soll er vor Bundesgericht angehört werden
Am 17. Juli 2026 ist Jesús Plácido Galindo, Sprecher und Anführer des Concejo Indígena y Popular de Guerrero Emiliano Zapata (CIPOG-EZ), an einer Kontrollstelle der mexikanischen Armee festgenommen worden. Ihm wurde mitgeteilt, dass er wegen Mordes, Entführung und seiner angeblichen Rolle als Drahtzieher innerhalb der kriminellen Gruppe „Los Tlacos“ festgenommen wurde. Nach Angaben verschiedener mexikanischer Menschenrechtsorganisationen handelt es sich dabei um falsche Anschuldigungen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/07/288838/mexiko-festnahme-indigener-sprecher

MEXIKO

Mexiko und Brasilien erkunden Tiefsee Ölfelder im Golf (07.08.26)
Pemex und Petrobras vereinbaren die gemeinsame Suche nach Erdölvorkommen im Golf von Mexiko. Umweltgruppen warnen vor Gefahren und fordern den Ausstieg aus fossilen Energien
Das mexikanische Staatsunternehmen Pemex und die brasilianische Petrobras haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um „Tiefsee- und Ultra-Tiefsee-Erdölvorkommen im Golf von Mexiko zu erkunden“. Mit der Allianz sollen zudem weitgehend erschöpfte Felder wiederbelebt und die mexikanische Petrochemie gestärkt werden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/289202/pemex-und-petrobras-erforschen-tiefsee

Algenplage in Mexikos Karibik wächst rasant (04.08.26
Klimaerwärmung gilt als eine der Ursachen. Präsidentin Sheinbaum stellt Milliardenplan für Quintana Roo vor. Verrottende Sargassummassen schaden Umwelt, Gesundheit und Tourismus
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat eine umfassende Strategie zum Umgang mit der massiven Algenkrise in der Karibik vorgestellt. In Quintana Roo, dem Bundesstaat, der am stärksten von der Ansammlung dieser Makroalge an den Küsten betroffen ist, wird die Regierung zwei Milliarden Pesos (rund 100 Millionen Euro) investieren.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/289188/algenplage-karibistraende

Die Entsorgung der massiven Algenpest an den Stränden der mexikanischen Karibik ist arbeits- und kostenintensiv
Quelle: Regierung von Quintana Roo / Animal político

Reporter ohne Grenzen warnt vor Anstieg der Morde an Journalist*innen (29.07.26)
Nach dem jüngsten Mord an dem Journalisten Alejandro Leyva Aguilar in Oaxaca vor wenigen Tagen bestätigt Reporter ohne Grenzen einen „alarmierenden“ Anstieg der Morde an Journalist*innen. In Mexiko, das ohnehin als das gefährlichste Land Amerikas für Presseleute gilt, ist die Zahl der Todesopfer laut der Organisation so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. „Sieben Morde in sieben Monaten – das ist nicht hinnehmbar. So viele Tote in so kurzer Folge machen einen fassungslos. Seit 2011 oder 2012 hat Reporter ohne Grenzen keinen so alarmierenden Anstieg von Morden an Presseleuten mehr verzeichnet“, erklärte die mexikanische Reporter ohne Grenzen-Sprecherin Balbina Flores Ende Juli in einem Telefoninterview mit EFE.Laut den offiziellen Regierungserklärungen sei ein Rückgang der Mordfälle zu verzeichnen, doch tatsächlich steige die Zahl der tödlichen Verbrechen gegen Presseleute an, warnte Flores, es seien ungefähr so viele wie während der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Enrique Peña Nieto (2012–2018), das Problem der Gewalt sei somit offensichtlich „nicht überwunden“.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/kultur-medien/reporter-ohne-grenzen-warnt-vor-anstieg-der-morde-an-journalistinnen/

Mordwelle an Journalisten in Mexiko (24.07.26)
Seit Juni sind in Mexiko vier Medienschaffende ermordet worden. Damit steigt die Zahl der getöteten Pressemitarbeiter im laufenden Jahr auf sieben. Bisher kam es nur in zwei Fällen zu Verhaftungen mutmaßlicher Täter. Opfer sind vor allem unabhängige Reporter, die sich mit lokalen Korruptionsfällen beschäftigen und in digitalen Netzwerken wie Facebook oder Youtube veröffentlichen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/07/288925/morde-ournalisten-mexiko

ANDERE REGIONEN MEXIKOS

PUEBLA

Ein getöteter Journalist pro Monat (03.09.26)
Lokalreporter in Mexiko trotz öffentlich gemachter Drohung ermordet
Der Fotograf und Lokaljournalist Ricardo Zúñiga Rosas ist am 29. August im mexikanischen Bundesstaat Puebla erschossen worden. Der 35-Jährige hatte wenige Monate zuvor öffentlich gemacht, dass er wegen seiner Berichterstattung über die örtliche Verwaltung bedroht worden war. Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert eine umfassende Aufklärung des Mordes und ruft Präsidentin Claudia Sheinbaum und die Bundesbehörden erneut dazu auf, umgehend einen landesweiten Notfallplan gegen die Gewalt an Journalist*innen einzuleiten.
Weiterlesen: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/artikel/pressemitteilungen/4295/lokalreporter-in-mexiko-trotz-offentlich-gemachter-drohung-ermordet

MICHOACÁN

Proteste gegen Schnellbus in Morelia (04.09.26)
Einwohner*innen der Stadt Morelia im Bundesstaat Michoacán in Mexiko protestieren gegen die Fällung von Bäumen für das Verkehrsprojekt Morebús, einem Schnellbus für Morelia. Für das von Gouverneur Alfredo Ramírez Bedolla angekündigte Projekt hatte die Stadtverwaltung die Fällung von 613 Bäumen angeordnet.
Weiterlesen: https://www.chiapas.eu/news.php?id=13178

Festnahme von Mitgliedern des Kartells Jalisco Nueva Generación (25.08.26)
Nach dem Einsatz Straßenblockaden und Fahrzeugbrände. Avocadohandel und Beziehungen zu USA betroffen
Spezialeinheiten der mexikanischen Armee und der Nationalgarde haben in Abstimmung mit dem Ministerium für Sicherheit und Bürgerschutz, der Generalstaatsanwaltschaft und der Marine eine Operation in Tinaja de Vargas und Colesio im Bundesstaat Michoacán durchgeführt und dabei neun Personen festgenommen. Ziel war die Festnahme mehrerer Personen, die von den Behörden als gefährlich eingestuft wurden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/289803/operation-michoacan-folgen

QUINTANA ROO

Ein lebendiges Haus der Erinnerung eröffnet (24.08.26)
Erinnerung als politischer Prozess. Casa gedenkt Verfolgung aber auch Widerstand der Maya und anderer Menschen
Maya-Máasewáal haben in Mexiko ihr eigenes Haus der Erinnerung eröffnet und gedenken in autonomer Geschichtsarbeit dem Widerstand ihrer Vorfahren, mit Schlüssen für Gegenwart und Zukunft.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/289787/casa-de-memorias-dzula

SINALOA

Widerstand gegen Ammoniakfabrik mit deutscher Beteiligung (19.08.26)
In der Bucht von Ohuira wehren sich Yoreme-Gemeinden gegen das Vorhaben. Deutsche und schweizer Firmen dabei
Das umstrittene Megaprojekt im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Sinaloa steht seit dem erneuten Baubeginn 2025 in der Kritik. Indigene Yoreme-Gemeinden, die insbesondere vom Fischfang in den biodiversen Feuchtgebieten der Pazifikküste leben, befürchten die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Neben fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfungen, unzureichender Konsultation der Anwohner:innen und UN-Berichten über drohende Menschenrechtsverletzungen wird insbesondere ein Unfall bei der hochriskanten Produktion des Kunstdünger-Grundstoffs befürchtet. Die gesamte Bucht wäre betroffen, das Ökosystem würde kollabieren (amerika21 berichtete).
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/08/289685/protest-ammoniakfabrik-mexiko

MEXIKO-STADT

Internationaler Tag der Verschwundenen in Lateinamerika: Proteste und Gedenken (06.09.26)
Proteste in verschiedenen Ländern. Themen sowohl Verschwundene während der Diktatur als auch aktuelle Fälle
Unter dem Motto „Die Opfer stehen an erster Stelle. Jetzt handeln“ ist am 6. September der Internationale Tag der Opfer des Verschwindenlassens begangen worden. An vielen Orten in Lateinamerika haben Demonstrationen, Kundgebungen und kulturelle Veranstaltungen stattgefunden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/09/290088/lateinamerika-tag-der-verschwundenen

Die Vereinten Nationen stellten den diesjährigen Tag unter das Motto: „Die Opfer stehen an erster Stelle. Jetzt handeln“
Quelle: UN

JALISCO

Podcast „Caminos de verdad y justicia“ (29.08.26)
Dies ist ein Podcast auf Spanisch über die Geschichte einer Frau, die über 15 Jahre lang ihre verschwundene Tochter und ihren Schwiegersohn sucht.
Podcast auf Spanisch: https://mx.boell.org/es/media/external-media/caminos-de-verdad-y-justicia

 

HINWEISE

20. September 2026: Lauf gegen Rassismus, Bäckeranlage Zürich.
Weitere Infos: https://www.laufgegenrassismus.ch/

Am 26. September 2026: Zwischen uns keine Grenzen!
Solidarité sans frontières ruft erneut zu einer grossen und schweizweiten Demonstration der Asyl- und Migrationsbewegung nach Bern. Weitere Informationen auf: https://www.sosf.ch/de/project/zwischen-uns-keine-grenzen und https://demo.sosf.ch

03. und 25. Oktober 2026: Vorbereitungskurs für zivile Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas. Interessierte melden sich unter: bricos@chiapas.ch

GIRA
“Justicia para los familiares de desparecidas/os en México”
(„Gerechtigkeit für die Angehörigen der Verschwundenen in Mexiko“)
España (Madrid) / País Vasco (Bilbao) / Alemania (Berlín) / Francia (París) / Suiza (Basel y Zürich)
09.10.2026 – 05.11.2026
Um auf dieses gravierende Menschenrechtsproblem aufmerksam zu machen, haben sich mehrere soziale Aktionsgruppen in Europa zusammengeschlossen, um die Professorin und Aktivistin Alicia de los Ríos einzuladen, deren Mutter während des „schmutzigen Krieges“ in Mexiko in den 1970er Jahren Opfer eines Verschwindenlassens wurde.

Daten in der Schweiz:
Dienstag, 03.11.26 um 16 bis 18 Uhr auf Radio LoRa: Interview
Mittwoch, 04.11.26 um 19:00 Uhr in der Buchhandlung Albatros in Genf: Buchpräsentation „Ameisen unter Riesen“
Donnerstag, 05.11.26 um 18.00 Uhr am Zürcher Totenfest: Buchpräsentation „Ameisen unter Riesen“

Weitere Infos und Aktualisierungen der Daten unter: https://www.instagram.com/p/DdBPGKFN_mM/?stkn=dzU4cGgwbGV3a2dx

Posted by Tamara Wagenbrenner in News

Südmexiko-Newsletter Mai / Juni 2026

HINWEIS IN EIGENER SACHE

Infoveranstaltung mit Carlos Beas aus Oaxaca über den Interozeanischen Korridor in Mexiko
am 4. Juli um 18:30 Uhr im Infoladen Kasama in Zürich mit mexikanischem Essen für alle und Vortrag um 19.30 Uhr. Die Veranstaltung findet auf Spanisch statt und wird auf Deutsch übersetzt. Organisiert von der Direkten Solidarität mit Chiapas.
Den Flyer und weitere Infos dazu findet ihr auf: https://chiapas.ch/2026/06/04/infoveranstaltung-mit-carlos-beas-ueber-den-interozeanischen-korridor-in-mexiko/

Interview mit Carlos Beas auf Spanisch (15 Min.):
El Corredor Interoceánico „no beneficia a las comunidades locales“, alerta activista mexicano
https://www.rfi.fr/es/programas/vida-en-el-planeta/20260601-el-corredor-interoce%C3%A1nico-no-beneficia-a-las-comunidades-locales-alerta-activista-mexicano?utm_slink=rfi.my%2FCkhh

CHIAPAS

Die betroffenen Gemeinden in Chiapas fordern wirksame Projekte für Sicherheit
Quelle: Diócesis De San Cristóbal de Las Casas

Tote bei Angriffen des organisierten Verbrechens in Chiapas (03.05.26)
Bewaffnete griffen Bewohner in Nicolás Ruíz und Venustiano Carranza an. Einwohner machen paramilitärische Gruppen und kriminelle Banden verantwortlich. Staatsanwaltschaft bestätigt vier Tote und acht Verletzte, zwei Menschen gelten als vermisst
Bei bewaffneten Auseinandersetzungen im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas sind mindestens vier Personen getötet und acht Personen verletzt worden. Eine bewaffnete Gruppe griff Bewohner der Landkreise Nicolás Ruíz und Venustiano Carranza an. Einwohner von Nicolás Ruíz, die in der Allianz für die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gebiete organisiert sind, machen für die Übergriffe am Freitag paramilitärische Gruppen und das organisierte Verbrechen verantwortlich.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285062/bewaffnete-konfrontation-mexiko

Serie von EZLN-Communiqués ab Mai 2026 unter anderem zum Gemeinschaftstraktor und KI (stochastischer Papagei).

Teil I. – Die Genealogie des Tamale. – 10.05.2026
Teil II. – Sie werden nicht können. – 17.05.2026
Teil III. – Lieben und Entlieben gemäß der Künstlichen Intelligenz. – 21.05.2026
Teil IV. – Lieben und Entlieben, dem Fußball gemäß. – 24.05.2026
Teil V. – Viele Modi, verschiedene Generationen und ein Feld … – 30.05.2026
Teil VI. – Wir leiden als Frauen … Männer … Frauen … Männer, die wir sind (oh, nun ja). – 02.06.2026

Die Communiqués sind auf Spanisch oder in Deutscher Übersetzung zu finden auf: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/

OAXACA

Mexiko treibt Industrieparks gegen Willen indigener Gemeinden voran (13.05.26)
Bis zu 100 Industrieparks im Rahmen des „Plan México“ geplant. Gerichtsentscheid schränkt Klagemöglichkeiten indigener Gemeinden ein. Organisationen im Widerstand
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat per Dekret den Weg für Investitionen im Umfang von 277 Milliarden US-Dollar im Rahmen des „Plan México“ geebnet. Konkret soll die Errichtung von bis zu 100 Industrieparks vorangetrieben werden. Die sogenannten Entwicklungszentren für Wohlbefinden (Podebis), eine staatliche Einrichtung, sehen in den Industrieparks „Entwicklungspole für Wohlstand“. Bisher stockte der Ausbau entlang der Route des Interozeanischen Korridors im Isthmus von Tehuantepec, auch wegen Widerstands indigener Gemeinschaften.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285276/verteidigung-des-territoriums

Oaxaca unter Jara: Menschenrechtsverteidiger*innen in Lebensgefahr (21.04.26)
Mehr als drei Jahre nach Amtsantritt von Gouverneur Salomón Jara warnen zivilgesellschaftliche Organisationen vor einer besorgniserregenden Menschenrechtslage in Oaxaca. Seit Beginn seiner Regierung wurden mindestens 33 Menschenrechtsverteidiger*innen ermordet. Zudem nehmen Fälle des Verschwindenlassens zu, während Aktivist*innen und Journalist*innen zunehmend Risiken ausgesetzt sind.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/oaxaca-unter-cruz-menschenrechtsverteidigerinnen-in-lebensgefahr/

GUERRERO

Mission meldet Gewalt und Flucht in Mexikos indigenen Dörfern (02.06.26)
Zivile Beobachter dokumentieren Angriffe im Bundesstaat Guerrero. Hinweise auf Drohnen und schwere Waffen. Behörden leiten nach Angaben der Delegation keine Ermittlungen ein
Mitglieder einer zivilen Beobachtungsmission dokumentieren die aktuelle Lage in den von der organisierten Kriminalität angegriffenen indigenen Dörfern in der Gemeinde Chilapa im Bundesstaat Guerrero. Eine Pressekonferenz zur Vorstellung ihres Berichts fand unter dem Titel „Kriminalisierung, Ausrottung und schwere Menschenrechtsverletzungen in den Dörfern der Montaña Baja in Guerrero“ am vergangenen Mittwoch statt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285798/beobachtungsmission-guerrero

Indigene Gemeinden des CIPOG-EZ in Mexiko unter Beschuss (12.05.26)
Seit dem 6. Mai neue Gewalt im Bundesstaat Guerrero. Vier Mitglieder des CIPOG-EZ getötet, eine Frau verletzt. Bis zu 800 Menschen auf der Flucht.
Seit dem 6. Mai überrollt eine erneute Welle der Gewalt die indigenen Gemeinden des CIPOG-EZ (Indigener und Volksrat von Guerrero Emiliano Zapata) im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Betroffen sind vor allem Tula, Xicotlán, Acahehuetlán und Alconzacán. In Tula wurden vier Mitglieder des CIPOG-EZ ermordet. Am 8. Mai wurde eine Frau aus Xicotlán durch den Beschuss verletzt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285270/schwere-angriff-mexiko

MEXIKO

„Gold gegen Glasperlen“: Kritik an neuem Freihandelsabkommen EU-Mexiko (29.05.26)
Abkommen wurde neun Jahre verhandelt und braucht noch Ratifizierung. 72 Organisationen warnen vor einseitigen Vorteilen für Konzerne
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum haben in Mexikos Hauptstadt ein neues Freihandelsabkommen unterzeichnet. Im Rahmen der Unterzeichnungszeremonie kritisierten 72 Organisationen aus Lateinamerika und der EU das Abkommen, da in erster Linie die Privilegien für Konzerne ausgeweitet würden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285688/freihandelsabkommen-eu-mexiko

IACHR: Menschenrechtskrise durch Verschwindenlassen in Mexiko (16.05.26)
IACHR präsentiert Bericht im Beisein von Familien und Behördenvertretern. Angehörige fordern Dialog

Präsentation des Berichts „Verschwundene Personen in Mexiko“
Quelle: Observatorio Crímenes LGBT


Die Interamerikanische Menschenrechtskommission (IACHR) hat in einem Bericht das Verschwinden von Personen als „eine schwerwiegende Menschenrechtskrise in Mexiko“ bezeichnet. Viele der vom organisierten Verbrechen begangenen Verschleppungen würden „in enger Absprache und Koordination mit staatlichen Akteuren erfolgen“, warnte die Kommission.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285309/verschwundene-mexico

ANDERE REGIONEN MEXIKOS

Neues Factsheet: Wie frei ist Mexikos Presse? (29.04.26)
Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai veröffentlicht die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ein Factsheet mit Hintergrundinformationen zur Situation von Journalist*innen in Mexiko.
Weiterlesen: https://www.mexiko-koordination.de/2026/04/29/neues-factsheet-wie-frei-ist-mexikos-presse/?l=de

SINALOA

Indigene protestieren in Mexiko vor der deutschen Botschaft gegen Chemiewerk (06.06.26)
In Sinaloa entsteht ein Ammoniakwerk. Eigentümer ist das schweizerisch-deutsche Unternehmen Proman. Gegner nicht angehört
Umwelt- und Landrechtsaktivisten haben vor der deutschen Botschaft in Mexiko gegen den Bau einer Ammoniakfabrik demonstriert. Das deutsche Unternehmen Proman mit Hauptsitz in der Schweiz baut das Chemiewerk mit seiner Tochterfirma Gas y Petroquímica de Occidente (GPO) in der Bucht von Ohuira in Topolobampo, mitten auf indigenem Territorium im nördlichen Bundesstaat Sinaloa.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285981/protest-deutsche-botschaft-mexiko

Die Yoreme-Aktivistin Melina Maldonado zusammen mit weiteren Umweltaktivisten vor der deutschen Botschaft in Mexiko
Quelle: Insurgencia Magisterial (Facebook)

Indigene stürmen Baubeginn von Trump-geförderter Methanolfabrik in Mexiko (27.04.26)
Vom weltweit größten geplanten Methanolwerk profitieren mehrere Konzerne. Fracking wird eingesetzt. Das Projekt gilt als Priorität für Trump
Mit einer Protestaktion haben indigene Umweltaktivisten die Grundsteinlegung für den Bau einer Methanolfabrik im Bundesstaat Sinaloa verhindert. Rund 100 Demonstranten stürmten die Veranstaltung im Hafen von Topolobampo und demontierten den Grundstein des Fabrikprojekts. Die Veranstaltung auf dem geplanten Fabrikgelände musste abgebrochen werden. Die anwesenden Unternehmer und Politiker, darunter auch der US-Botschafter in Mexiko, verlegten ihr Zusammentreffen kurzfristig in ein Hotel in der nahegelegenen Stadt Los Mochis.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284930/indigene-gegen-methanolfabrik

MEXIKO-STADT

Antimonument in Mexiko ehrt getötete und verschwundene Reporter (04.06.26)
Angehörige und NGOs enthüllen in Mexiko-Stadt die Installation. Betroffene prangern mangelnden Schutz und Straflosigkeit an. Präsidentin Sheinbaum kündigt Verbesserungen an
Angehörige von ermordeten und verschwundenen Journalist:innen haben gemeinsam mit Presse- und Menschenrechtsorganisationen in Mexiko-Stadt ein neues Antimonument eingeweiht. Die Installation mit der Aufschrift „Aquí nadie olvida“ (Hier vergisst niemand) wurde am Paseo de la Reforma errichtet, einem zentralen Ort politischer Proteste und gesellschaftlicher Erinnerung in der Hauptstadt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285917/mexiko-antimonument-journalisten

NAYARIT

Erfolgreiche Proteste in Mexiko gegen Strandprivatisierung durch Luxushotel (05.05.26)
Anwohner und Umweltgruppen an der Riviera Nayarit fordern freien Zugang zum Strand Las Cocinas. Zusammenstöße mit Polizei und Festnahmen. Regierung macht erste Zusagen.
Am Strand Las Cocinas in der mexikanischen Gemeinde Bahía de Banderas protestieren Umweltaktivisten seit Wochen gegen ein Immobilienprojekt. Dieses beabsichtigt die Privatisierung des Strandes auf der Halbinsel Punta de Mita. Die Protestierenden fordern das Bauunternehmen auf, den an den Strand angrenzenden 20 Meter breiten Landstreifen zu respektieren. Dieser gilt in Mexiko als unveräußerbar und öffentlich zugänglich.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285107/privatisierung-strand-mexiko

ZUM THEMA FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 2026

Lehrergewerkschaft in Mexiko startet Streik vor der WM (03.06.26)
Polizei stoppt Marsch zum Zócalo in Mexiko-Stadt. Mehrere Verletzte. Lehrkräfte fordern Rücknahme der Rentenprivatisierung. Regierung signalisiert Dialog
Anlässlich eines Lehrerstreiks für das Ende neoliberaler Reformen ist es im Zentrum der Hauptstadt zu heftigen Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten gekommen. Die linke Gewerkschaftsströmung CNTE begann ihren Streik am 1. Juni mit einer Großdemonstration in Richtung des Hauptplatzes der Stadt, dem sogenannten Zócalo. Dort wollte sie ihr Protestcamp einrichten, doch die Regierung hatte den Platz weiträumig abgeriegelt, weil sie eine Fanzone für die Fußball-WM der Männer einrichten will, die am 11. Juni beginnt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285895/protest-lehrergewerkschaft-vor-wm

Mexiko – WM im Schatten der Kartelle (03.06.26)
Mexiko bereitet sich auf die FIFA-Fußball-WM 2026 vor, doch die Macht der Drogenkartelle überschattet das Turnier. Während Regierung und FIFA Stabilität versprechen, warnen Experten vor massiven Sicherheitsrisiken in Austragungsorten wieGuadalajara. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen: Zwischen Korruption, der Jagd auf Kartellbosse wie „El Mencho“ und dem Schicksal der „Buscadores“, die in Stadionnähe nach ihren verschwundenen Angehörigen suchen. Wie sicher ist die Weltmeisterschaft wirklich? Und was bedeutet das Mega-Event für die Menschen vor Ort?
Video: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzMjU0OTA

Rote Karte für Kindesmissbrauch (24.05.26)
Die WM 2026 steht vor der Tür, und bei internationalen Kinderschutzorganisationen läuten die Alarmglocken. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF befürchtet die Zunahme der sexuellen Ausbeutung von Kindern angesichts des massiven Zustroms von Touristen in Mexiko.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/politik-gesellschaft/rote-karte-fuer-kindesmissbrauch/

HINWEISE

07. – 09. August: Anarchistische Büchermesse, KuZeB Bremgarten / AG

03. und 25. Oktober 2026: Vorbereitungskurs für zivile Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas. Interessierte melden sich unter: bricos@chiapas.ch

Posted by Tamara Wagenbrenner in News

Südmexiko-Newsletter März / April 2026

IN EIGENER SACHE UND VERANSTALTUNGSHINWEIS

Liebe Vereinsmitglieder, Freund:innen und Solidarische

«Blocchiamo tutto!» unter diesem Aufruf begegnen und organisieren wir uns am diesjährigen 1. Mai. Der Slogan erinnert an die italienischen Hafenarbeiter, die mit ihren Blockaden Kriegswaffen-
lieferungen an Israel blockiert haben. Er soll aber auch aufzeigen, dass friedliche, direkte Aktionen in Europa Auswirkungen auf das Kriegsgeschehen weltweit haben können und ist somit ganz in
unserem Sinne der Direkten Solidarität.

Das 1. Mai Fest in Zürich findet dieses Jahr vom 30. April bis 2. Mai im Kasernenareal statt.
Sei auch du dabei!

Unsere Präsenz rund um den 1. Mai:

Wir versorgen euch an der Demo wie immer mit frisch gebrühtem Café RebelDía. Unseren Bücher-
und Infotisch findet ihr während zwei Tagen auf dem Kasernenareal – wir freuen uns über euren
Besuch! Dieses Jahr bieten wir keine eigene Veranstaltung, empfehlen euch jedoch die
Veranstaltung unserer Partnerorganisation medico international schweiz:

Syrien & Rojava: Das Ende der Demokratie und Selbstbestimmung?
Wie kann Selbstbestimmung und die Frauenrevolution in Rojava unter diesen Bedingungen verteidigt werden – und welche Rolle spielt internationale Solidarität?
Mit Meral Çiçek, Kurdische Frauenbewegung Europa; Anita Starosta, Referentin für Syrien, Türkei
und Irak bei medico international Deutschland; Maja Hess, Ärztin, Präsidentin medico international
schweiz.
Freitag, 1. Mai, 17.00 Uhr, Glaspalast, Kasernenareal, 8004 Zürich
https://www.medicointernational.ch/veranstaltungen/syrien-rojava-das-ende-der-demokratie-und-selbstbestimmung.html

Genozid, Besatzung – Widerstand: Palästinensische und antizionistische israelische Perspektiven
Wir diskutieren, wie Leben unter Besatzung und struktureller Gewalt aussieht, welche Perspektiven für einen gerechten Frieden in Zeiten der Eskalation bleiben, und was internationale Solidarität
konkret bedeutet.
Mit Orly Noy, Journalistin & Aktivistin, B’Tselem, Israel; Dr. Mohamed Abu Mughaisib, Arzt und Psychodramatiker, Ärzte ohne Grenzen, Gaza/Irland; Moderation: Alice Froidevaux, medico international schweiz
Samstag, 2. Mai, 17:15 Uhr; Glaspalast, Kasernenareal, 8004 Zürich
https://www.medicointernational.ch/veranstaltungen/genozid-besatzung-widerstand.html

CHIAPAS

Reiseberichte aus Chiapas/Südmexiko
Im Februar war eine Aktivistin der Direkten Solidarität in Chiapas unterwegs und besuchte einerseits die Kaffeekooperativen (Café RebelDía), andererseits die zivilen Organisationen, die die Direkte Solidarität mit Chiapas unterstützt. Weiterlesen auf unserer Homepage: https://chiapas.ch/cafe_rebeldia/was-ist-cafe-rebeldia/aktuelles-zu-cafe-rebeldia/

Quelle: Chiapas.ch

Ebenfalls unterwegs waren compas aus Deutschland und Italien. Ihren Bericht könnt ihr hier lesen: https://www.aroma-zapatista.de/blog/tagebuch-unserer-reise-zu-den-zapatistischen-kaffeebauer-innen

USA: Indigener Mexikaner stirbt in ICE-Haft, Familie zweifelt an Suizid (09.04.26)
18 Jahre alter Mann starb in Haftzentrum in Florida. Leichnam in Chiapas beigesetzt
Die indigene Gemeinde von San Juan Chamula hat am 4. April den 18-jährigen Royer Pérez Jiménez beerdigt. Der junge Mann verstarb am 16. März in Gewahrsam der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) im Haftzentrum von Glades County in Florida. Als Todesursache gaben die US-Behörden Suizid an. Sein Leichnam wurde erst nach mehreren Tagen freigegeben und kam am 3. April im südmexikanischen Chiapas an.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284440/indigener-ice-haft-verstorben

GUERRERO

Gewaltwelle in Mexiko: Menschenrechtsaktivist*innen unter Druck
Nach den gewaltsamen Reaktionen der organisierten Kriminalität auf die Tötung des mächtigsten Mafiabosses bei einer Militäraktion warnen mexikanische Menschenrechtsorganisationen vor einer wachsenden Gefährdung von Aktivist*innen. Der medico-Projektverantwortliche, Martin Hesse, war auf Projektreise in Mexiko und berichtet aus Acapulco im Bundesstaat Guerrero.
Der Tod von «El Mencho», dem Anführer eines Drogenkartells, am Sonntag, 22. Februar und der darauffolgende Gewaltausbruch in elf Bundesstaaten Mexikos wirkten sich auch auf den bekannten Ferienort Acapulco an der Pazifikküste aus. Die Stadt ist seit Jahren von einer extrem hohen Kriminalitätsrate geprägt. Bewaffnete setzten am Sonntagmorgen auch hier Fahrzeuge auf der Autobahn in Brand – nur wenige Kilometer vor der Hafenstadt.
Weiterlesen: https://www.medicointernational.ch/regionen-projekte/mexiko/hintergruende/gewaltwelle-in-mexiko-menschenrechtsaktivistinnen-unter-druck.html#jump

Angehörige von Verschwundenen bringen in Acapulco Vermisstenanzeigen an. Quelle: medico international schweiz

Mexiko nimmt linken Aktivisten nach Protesten zu Ayotzinapa fest (25.03.26)
Staatsanwaltschaft wirft ihm in Zusammenhang mit Protestaktion im Jahr 2014 schwere Delikte vor. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Kriminalisierung des sozialen Protests
Beamte der mexikanischen Bundespolizei haben am 18. März den 73-jährigen sozialen Aktivisten Ubaldo Segura Pantoja in seinem Heimatort Tlapa festgenommen. Der Vorsitzende der linken Organisation „Populäre Front von Montaña“ (FPM), die in der Region La Montaña im Bundesstaat Guerrero aktiv ist, wurde zuerst nach Puebla und anschließend in ein Hochsicherheitsgefängnis in Veracruz verlegt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/284024/aktivist-mexiko-festgenommen

TABASCO

Brand in Raffinerie Olmeca in Tabasco am Golf von Mexiko
Quelle: Voces de Paraíso

Folgen der Ölindustrie: Brand in Raffinerie in Mexiko fordert fünf Tote (19.03.26)
Unglück am Dienstagmorgen in der Anlage Olmeca in Paraíso, Tabasco. Pemex meldet fünf Tote und eine verletzte Person. Ermittlungen laufen, Starkregen als mögliche Ursache
Bei einem Brand am Dienstagmorgen in der neuen Raffinerie Olmeca sind laut Angaben des staatseigenen Betriebs Pemex fünf Menschen ums Leben gekommen, eine weitere Person ist verletzt worden. Die Opfer, darunter eine Frau, befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe des Lagerbereichs der Raffinerie in der Gemeinde Paraíso im Bundesstaat Tabasco. Vier der Opfer waren Arbeiter:innen eines externen Dienstleistungsunternehmens, als sie von den Flammen erfasst wurden, informierte Pemex.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283869/brand-raffinerie-mexiko

MEXIKO

Lastwagenfahrer und Bauern in Mexiko: Blockaden bei Streik (16.04.26)
Verbände klagen über Gewalt auf Straßen und steigende Kosten. Ursprünglich unbefristeter Streik ausgesetzt. Gespräche mit der Regierung gescheitert
Die Gespräche zwischen Lkw-Fahrer:innen, Landwirt:innen und der Regierung in Mexiko sind am Mittwoch endgültig gescheitert. Grund für den Abbruch war ein zentraler Streitpunkt: Die Regierung machte die Fortsetzung des Dialogs davon abhängig, dass die Protestierenden zuvor die Straßenblockaden aufheben. Die beteiligten Organisationen lehnten dies ab und bestanden darauf, den Druck aufrechtzuerhalten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen drohen sie nun mit neuen Blockaden auf wichtigen Verkehrsachsen im ganzen Land.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284492/lkw-streik-mexiko

„Wo sind sie?“ Protestaktion in Mexiko
Quelle: Frayba Derechos Humanos

UN sieht in Verschwindenlassen in Mexiko Verbrechen gegen die Menschheit (08.04.26)
Ausschuss reicht entsprechenden Antrag an Generalversammlung der UN. Regierung von Sheinbaum weist den Bericht als „tendenziös“ zurück
Der Ausschuss der Vereinten Nationen gegen das Verschwindenlassen (CED) hat am vergangenen Donnerstag beschlossen, die Untersuchungen wegen des Verschwindenlassens in Mexiko an die Generalversammlung der Vereinten Nationen weiterzuleiten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284415/verschwundene-mexiko

Mexiko bringt Todesfälle in Haft in den USA vor die CIDH (07.04.26)
Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigt diplomatische Schritte an. Konsulate sollen Familien unterstützen und Haftanstalten stärker kontrollieren
Mexikos Präsidentin Sheinbaum hat am vergangenen Montag angekündigt, dass sie die Todesfälle aller Mexikaner:innen in den Vereinigten Staaten, die sich in Gewahrsam der Immigration and Customs Enforcement (ICE) befanden, vor die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) bringen werde. Am 25. März starb der 52-jährige Mexikaner José Guadalupe Ramos im ICE Processing Center Adelanto in Kalifornien. Er ist damit mindestens der 14. Mexikaner, der während der zweiten Amtszeit von Donald Trump in ICE-Haft starb.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284381/todesfaelle-von-migranten-us-haft

Indigene Frauen und Rassismus im Justizsystem (19.03.26)
Gefängnisse und Kriminalisierung der indigenen Bevölkerung zeugen von einer kolonialen Kontinuität, die weiterhin die Erstbewohnenden ihrer Territorien beraubt und die verletzlichsten Teile dieser Gruppe vertreibt und einsperrt. Die Erfahrung indigener Frauen in einem nationalen Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko zeigt das Kontinuum der Gewalt, das ihr Verhältnis zum Staat und seinem rassistischen und patriarchalen Justizsystem prägt. In einem Raum, der Konkurrenz und Misstrauen unter den Inhaftierten fördert, haben Frauen durch den Aufbau einer inneren Gemeinschaft Widerstandsstrategien entwickelt.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/indigene-frauen-und-rassismus-im-justizsystem/

Mexiko: Bewegung gegen die Fußball-WM (07.03.26)
Fünf Monate vor dem Turnier in Mexiko, USA und Kanada. Vorwürfe der Verdrängung und Wasserknappheit. Aktionen am Azteca-Stadion, Gespräche mit der Stadt stocken
Fünf Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA in Mexiko, USA und Kanada nehmen die Gegenproteste zu. Bewohner:innen der Metropole Mexiko-Stadt beklagen, dass seit der Bekanntgabe der Austragungsorte eine unkontrollierbare Gentrifizierung stattfindet. Die unangemeldeten, gewaltsamen Vertreibungen aus Wohnhäusern vervielfachen sich.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283495/proteste-gegen-gentrifizierung

ANDERE REGIONEN MEXIKOS

Vor WM in Mexiko: Masern-Epidemie mit Toten vor allem in indigenen Regionen (13.03.26)
Nordamerika erlebt den schwersten Masernausbruch seit 30 Jahren. Mexiko zählt 12.556 bestätigte Fälle und 34 Tote. Behörden warnen vor weiteren Wellen rund um die Fußball-WM
Nordamerika erlebt die schlimmste Masernepidemie seit über 30 Jahren. Insbesondere verarmte indigene Regionen in Mexiko kämpfen mit den Folgen der Erkrankung. Den ersten aus den USA eingeschleppten Fall meldete Mexiko bereits im Februar 2025. Ein Jahr danach zählt das Gesundheitsministerium 12.556 im Labor bestätigte Fälle, die Hälfte davon seit Beginn dieses Jahres.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283599/masern-mexiko-vor-der-wm

SONORA

Wale gewinnen vor mexikanischem Gericht: Richterin verfügt Verbot für Gastanker (11.04.26)
Verfügung untersagt Schiffe über 300 Meter Länge im Golf von Kalifornien. LNG Exporte des Projekts Saguaro wären betroffen
Ein Richter im Bundesstaat Sonora hat eine einstweilige Verfügung zugunsten der Wale im Golf von Kalifornien erlassen. Diese soll verhindern, dass Tanker eines neuen Großprojekts namens Saguaro dieses Meer befahren und den Walbestand gefährden. Die Verfügung ist gültig, bis ein endgültiges Urteil gefällt wird.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284494/wahle-gewinnen-gegen-tanker

SINALOA

Beschwerde in Deutschland gegen Chemiewerk in Mexiko (28.03.26)
Delegation aus Sinaloa wendet sich mit Eingabe an KfW IPEX. Promans Ammoniakprojekt in Ohuira liegt auf indigenem Boden und in geschütztem Gebiet
Eine Delegation von mexikanischen Aktivist:innen hat diese Woche in Deutschland eine Beschwerde gegen den Bau einer Chemiefabrik im Bundesstaat Sinaloa eingereicht. Das Projekt des schweizerisch-deutschen Konzerns Proman AG mit einer Tageskapazität von 2.200 Tonnen Ammoniak wird in der Bucht von Ohuira auf indigenem Territorium gebaut, mitten in einem Feuchtgebiet, das durch die Ramsar-Konvention geschützt ist. Diese 1971 im Iran unterzeichnete Konversation regelt global den Schutz von nachhaltigen Feuchtgebieten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/284222/mexiko-beschwerde-deutsche-chemiefabrik

Umweltschützer*innen aus Mexiko protestieren gegen das mit deutschen Steuergeldern finanzierte Chemiewerk.
Quelle: Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko

NAYARIT

Umweltaktivist in Mexiko angeschossen
Opfer engagierte sich gegen touristische Großprojekte und leitete Alianza Jaguar. Verletzungen nicht lebensgefährlich
Im Bundesstaat Nayarit ist der mexikanische Umweltaktivist Erik Saracho Aguilar am Mittwochmorgen von Unbekannten angeschossen worden. Der Vorfall ereignete sich, nachdem Saracho seine Tochter zur Schule gebracht hatte. Laut Angaben von Sarachos Ehefrau, Gabriela Loreto Gay, erlitt ihr Mann bei dem direkt gegen ihn gerichteten Angriff in San Pancho keine lebensgefährlichen Verletzungen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283731/mexiko-umweltaktivist-angeschossen

MORELOS

Proteste in Mexiko nach Mord an zwei Studentinnen in Morelos (08.03.26)
An der UAEM ruht der Lehrbetrieb. Tausende verlangen mehr Schutz auf dem Gelände
Kurz vor dem internationalen Frauentag sind im zentralmexikanischen Bundesstaat Morelos zwei Studentinnen der öffentlichen Hochschule ermordet worden. Die Opfer, beide 18 Jahre alt, studierten an der Autonomen Universität des Bundesstaates Morelos (UAEM). Unter dem Slogan „Wir sind hier, um zu studieren, nicht um verschleppt zu werden“, streiken nun die Studierenden und das Lehrpersonal. Sie verlangen Gerechtigkeit für die ermordeten Kommilitonen und Sicherheit auf dem Campus.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283582/mexiko-femizid-studentinnen

 

 

 

Posted by Tamara Wagenbrenner in News