Verschwindenlassen

Südmexiko-Newsletter Mai / Juni 2026

HINWEIS IN EIGENER SACHE

Infoveranstaltung mit Carlos Beas aus Oaxaca über den Interozeanischen Korridor in Mexiko
am 4. Juli um 18:30 Uhr im Infoladen Kasama in Zürich mit mexikanischem Essen für alle und Vortrag um 19.30 Uhr. Die Veranstaltung findet auf Spanisch statt und wird auf Deutsch übersetzt. Organisiert von der Direkten Solidarität mit Chiapas.
Den Flyer und weitere Infos dazu findet ihr auf: https://chiapas.ch/2026/06/04/infoveranstaltung-mit-carlos-beas-ueber-den-interozeanischen-korridor-in-mexiko/

Interview mit Carlos Beas auf Spanisch (15 Min.):
El Corredor Interoceánico „no beneficia a las comunidades locales“, alerta activista mexicano
https://www.rfi.fr/es/programas/vida-en-el-planeta/20260601-el-corredor-interoce%C3%A1nico-no-beneficia-a-las-comunidades-locales-alerta-activista-mexicano?utm_slink=rfi.my%2FCkhh

CHIAPAS

Die betroffenen Gemeinden in Chiapas fordern wirksame Projekte für Sicherheit
Quelle: Diócesis De San Cristóbal de Las Casas

Tote bei Angriffen des organisierten Verbrechens in Chiapas (03.05.26)
Bewaffnete griffen Bewohner in Nicolás Ruíz und Venustiano Carranza an. Einwohner machen paramilitärische Gruppen und kriminelle Banden verantwortlich. Staatsanwaltschaft bestätigt vier Tote und acht Verletzte, zwei Menschen gelten als vermisst
Bei bewaffneten Auseinandersetzungen im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas sind mindestens vier Personen getötet und acht Personen verletzt worden. Eine bewaffnete Gruppe griff Bewohner der Landkreise Nicolás Ruíz und Venustiano Carranza an. Einwohner von Nicolás Ruíz, die in der Allianz für die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gebiete organisiert sind, machen für die Übergriffe am Freitag paramilitärische Gruppen und das organisierte Verbrechen verantwortlich.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285062/bewaffnete-konfrontation-mexiko

Serie von EZLN-Communiqués ab Mai 2026 unter anderem zum Gemeinschaftstraktor und KI (stochastischer Papagei).

Teil I. – Die Genealogie des Tamale. – 10.05.2026
Teil II. – Sie werden nicht können. – 17.05.2026
Teil III. – Lieben und Entlieben gemäß der Künstlichen Intelligenz. – 21.05.2026
Teil IV. – Lieben und Entlieben, dem Fußball gemäß. – 24.05.2026
Teil V. – Viele Modi, verschiedene Generationen und ein Feld … – 30.05.2026
Teil VI. – Wir leiden als Frauen … Männer … Frauen … Männer, die wir sind (oh, nun ja). – 02.06.2026

Die Communiqués sind auf Spanisch oder in Deutscher Übersetzung zu finden auf: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/

OAXACA

Mexiko treibt Industrieparks gegen Willen indigener Gemeinden voran (13.05.26)
Bis zu 100 Industrieparks im Rahmen des „Plan México“ geplant. Gerichtsentscheid schränkt Klagemöglichkeiten indigener Gemeinden ein. Organisationen im Widerstand
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat per Dekret den Weg für Investitionen im Umfang von 277 Milliarden US-Dollar im Rahmen des „Plan México“ geebnet. Konkret soll die Errichtung von bis zu 100 Industrieparks vorangetrieben werden. Die sogenannten Entwicklungszentren für Wohlbefinden (Podebis), eine staatliche Einrichtung, sehen in den Industrieparks „Entwicklungspole für Wohlstand“. Bisher stockte der Ausbau entlang der Route des Interozeanischen Korridors im Isthmus von Tehuantepec, auch wegen Widerstands indigener Gemeinschaften.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285276/verteidigung-des-territoriums

Oaxaca unter Jara: Menschenrechtsverteidiger*innen in Lebensgefahr (21.04.26)
Mehr als drei Jahre nach Amtsantritt von Gouverneur Salomón Jara warnen zivilgesellschaftliche Organisationen vor einer besorgniserregenden Menschenrechtslage in Oaxaca. Seit Beginn seiner Regierung wurden mindestens 33 Menschenrechtsverteidiger*innen ermordet. Zudem nehmen Fälle des Verschwindenlassens zu, während Aktivist*innen und Journalist*innen zunehmend Risiken ausgesetzt sind.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/oaxaca-unter-cruz-menschenrechtsverteidigerinnen-in-lebensgefahr/

GUERRERO

Mission meldet Gewalt und Flucht in Mexikos indigenen Dörfern (02.06.26)
Zivile Beobachter dokumentieren Angriffe im Bundesstaat Guerrero. Hinweise auf Drohnen und schwere Waffen. Behörden leiten nach Angaben der Delegation keine Ermittlungen ein
Mitglieder einer zivilen Beobachtungsmission dokumentieren die aktuelle Lage in den von der organisierten Kriminalität angegriffenen indigenen Dörfern in der Gemeinde Chilapa im Bundesstaat Guerrero. Eine Pressekonferenz zur Vorstellung ihres Berichts fand unter dem Titel „Kriminalisierung, Ausrottung und schwere Menschenrechtsverletzungen in den Dörfern der Montaña Baja in Guerrero“ am vergangenen Mittwoch statt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285798/beobachtungsmission-guerrero

Indigene Gemeinden des CIPOG-EZ in Mexiko unter Beschuss (12.05.26)
Seit dem 6. Mai neue Gewalt im Bundesstaat Guerrero. Vier Mitglieder des CIPOG-EZ getötet, eine Frau verletzt. Bis zu 800 Menschen auf der Flucht.
Seit dem 6. Mai überrollt eine erneute Welle der Gewalt die indigenen Gemeinden des CIPOG-EZ (Indigener und Volksrat von Guerrero Emiliano Zapata) im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Betroffen sind vor allem Tula, Xicotlán, Acahehuetlán und Alconzacán. In Tula wurden vier Mitglieder des CIPOG-EZ ermordet. Am 8. Mai wurde eine Frau aus Xicotlán durch den Beschuss verletzt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285270/schwere-angriff-mexiko

MEXIKO

„Gold gegen Glasperlen“: Kritik an neuem Freihandelsabkommen EU-Mexiko (29.05.26)
Abkommen wurde neun Jahre verhandelt und braucht noch Ratifizierung. 72 Organisationen warnen vor einseitigen Vorteilen für Konzerne
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum haben in Mexikos Hauptstadt ein neues Freihandelsabkommen unterzeichnet. Im Rahmen der Unterzeichnungszeremonie kritisierten 72 Organisationen aus Lateinamerika und der EU das Abkommen, da in erster Linie die Privilegien für Konzerne ausgeweitet würden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285688/freihandelsabkommen-eu-mexiko

IACHR: Menschenrechtskrise durch Verschwindenlassen in Mexiko (16.05.26)
IACHR präsentiert Bericht im Beisein von Familien und Behördenvertretern. Angehörige fordern Dialog

Präsentation des Berichts „Verschwundene Personen in Mexiko“
Quelle: Observatorio Crímenes LGBT


Die Interamerikanische Menschenrechtskommission (IACHR) hat in einem Bericht das Verschwinden von Personen als „eine schwerwiegende Menschenrechtskrise in Mexiko“ bezeichnet. Viele der vom organisierten Verbrechen begangenen Verschleppungen würden „in enger Absprache und Koordination mit staatlichen Akteuren erfolgen“, warnte die Kommission.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285309/verschwundene-mexico

ANDERE REGIONEN MEXIKOS

Neues Factsheet: Wie frei ist Mexikos Presse? (29.04.26)
Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai veröffentlicht die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ein Factsheet mit Hintergrundinformationen zur Situation von Journalist*innen in Mexiko.
Weiterlesen: https://www.mexiko-koordination.de/2026/04/29/neues-factsheet-wie-frei-ist-mexikos-presse/?l=de

SINALOA

Indigene protestieren in Mexiko vor der deutschen Botschaft gegen Chemiewerk (06.06.26)
In Sinaloa entsteht ein Ammoniakwerk. Eigentümer ist das schweizerisch-deutsche Unternehmen Proman. Gegner nicht angehört
Umwelt- und Landrechtsaktivisten haben vor der deutschen Botschaft in Mexiko gegen den Bau einer Ammoniakfabrik demonstriert. Das deutsche Unternehmen Proman mit Hauptsitz in der Schweiz baut das Chemiewerk mit seiner Tochterfirma Gas y Petroquímica de Occidente (GPO) in der Bucht von Ohuira in Topolobampo, mitten auf indigenem Territorium im nördlichen Bundesstaat Sinaloa.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285981/protest-deutsche-botschaft-mexiko

Die Yoreme-Aktivistin Melina Maldonado zusammen mit weiteren Umweltaktivisten vor der deutschen Botschaft in Mexiko
Quelle: Insurgencia Magisterial (Facebook)

Indigene stürmen Baubeginn von Trump-geförderter Methanolfabrik in Mexiko (27.04.26)
Vom weltweit größten geplanten Methanolwerk profitieren mehrere Konzerne. Fracking wird eingesetzt. Das Projekt gilt als Priorität für Trump
Mit einer Protestaktion haben indigene Umweltaktivisten die Grundsteinlegung für den Bau einer Methanolfabrik im Bundesstaat Sinaloa verhindert. Rund 100 Demonstranten stürmten die Veranstaltung im Hafen von Topolobampo und demontierten den Grundstein des Fabrikprojekts. Die Veranstaltung auf dem geplanten Fabrikgelände musste abgebrochen werden. Die anwesenden Unternehmer und Politiker, darunter auch der US-Botschafter in Mexiko, verlegten ihr Zusammentreffen kurzfristig in ein Hotel in der nahegelegenen Stadt Los Mochis.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284930/indigene-gegen-methanolfabrik

MEXIKO-STADT

Antimonument in Mexiko ehrt getötete und verschwundene Reporter (04.06.26)
Angehörige und NGOs enthüllen in Mexiko-Stadt die Installation. Betroffene prangern mangelnden Schutz und Straflosigkeit an. Präsidentin Sheinbaum kündigt Verbesserungen an
Angehörige von ermordeten und verschwundenen Journalist:innen haben gemeinsam mit Presse- und Menschenrechtsorganisationen in Mexiko-Stadt ein neues Antimonument eingeweiht. Die Installation mit der Aufschrift „Aquí nadie olvida“ (Hier vergisst niemand) wurde am Paseo de la Reforma errichtet, einem zentralen Ort politischer Proteste und gesellschaftlicher Erinnerung in der Hauptstadt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285917/mexiko-antimonument-journalisten

NAYARIT

Erfolgreiche Proteste in Mexiko gegen Strandprivatisierung durch Luxushotel (05.05.26)
Anwohner und Umweltgruppen an der Riviera Nayarit fordern freien Zugang zum Strand Las Cocinas. Zusammenstöße mit Polizei und Festnahmen. Regierung macht erste Zusagen.
Am Strand Las Cocinas in der mexikanischen Gemeinde Bahía de Banderas protestieren Umweltaktivisten seit Wochen gegen ein Immobilienprojekt. Dieses beabsichtigt die Privatisierung des Strandes auf der Halbinsel Punta de Mita. Die Protestierenden fordern das Bauunternehmen auf, den an den Strand angrenzenden 20 Meter breiten Landstreifen zu respektieren. Dieser gilt in Mexiko als unveräußerbar und öffentlich zugänglich.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/05/285107/privatisierung-strand-mexiko

ZUM THEMA FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 2026

Lehrergewerkschaft in Mexiko startet Streik vor der WM (03.06.26)
Polizei stoppt Marsch zum Zócalo in Mexiko-Stadt. Mehrere Verletzte. Lehrkräfte fordern Rücknahme der Rentenprivatisierung. Regierung signalisiert Dialog
Anlässlich eines Lehrerstreiks für das Ende neoliberaler Reformen ist es im Zentrum der Hauptstadt zu heftigen Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten gekommen. Die linke Gewerkschaftsströmung CNTE begann ihren Streik am 1. Juni mit einer Großdemonstration in Richtung des Hauptplatzes der Stadt, dem sogenannten Zócalo. Dort wollte sie ihr Protestcamp einrichten, doch die Regierung hatte den Platz weiträumig abgeriegelt, weil sie eine Fanzone für die Fußball-WM der Männer einrichten will, die am 11. Juni beginnt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/06/285895/protest-lehrergewerkschaft-vor-wm

Mexiko – WM im Schatten der Kartelle (03.06.26)
Mexiko bereitet sich auf die FIFA-Fußball-WM 2026 vor, doch die Macht der Drogenkartelle überschattet das Turnier. Während Regierung und FIFA Stabilität versprechen, warnen Experten vor massiven Sicherheitsrisiken in Austragungsorten wieGuadalajara. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen: Zwischen Korruption, der Jagd auf Kartellbosse wie „El Mencho“ und dem Schicksal der „Buscadores“, die in Stadionnähe nach ihren verschwundenen Angehörigen suchen. Wie sicher ist die Weltmeisterschaft wirklich? Und was bedeutet das Mega-Event für die Menschen vor Ort?
Video: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzMjU0OTA

Rote Karte für Kindesmissbrauch (24.05.26)
Die WM 2026 steht vor der Tür, und bei internationalen Kinderschutzorganisationen läuten die Alarmglocken. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF befürchtet die Zunahme der sexuellen Ausbeutung von Kindern angesichts des massiven Zustroms von Touristen in Mexiko.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/politik-gesellschaft/rote-karte-fuer-kindesmissbrauch/

HINWEISE

07. – 09. August: Anarchistische Büchermesse, KuZeB Bremgarten / AG

03. und 25. Oktober 2026: Vorbereitungskurs für zivile Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas. Interessierte melden sich unter: bricos@chiapas.ch

Posted by Tamara Wagenbrenner in News

Südmexiko-Newsletter März / April 2026

IN EIGENER SACHE UND VERANSTALTUNGSHINWEIS

Liebe Vereinsmitglieder, Freund:innen und Solidarische

«Blocchiamo tutto!» unter diesem Aufruf begegnen und organisieren wir uns am diesjährigen 1. Mai. Der Slogan erinnert an die italienischen Hafenarbeiter, die mit ihren Blockaden Kriegswaffen-
lieferungen an Israel blockiert haben. Er soll aber auch aufzeigen, dass friedliche, direkte Aktionen in Europa Auswirkungen auf das Kriegsgeschehen weltweit haben können und ist somit ganz in
unserem Sinne der Direkten Solidarität.

Das 1. Mai Fest in Zürich findet dieses Jahr vom 30. April bis 2. Mai im Kasernenareal statt.
Sei auch du dabei!

Unsere Präsenz rund um den 1. Mai:

Wir versorgen euch an der Demo wie immer mit frisch gebrühtem Café RebelDía. Unseren Bücher-
und Infotisch findet ihr während zwei Tagen auf dem Kasernenareal – wir freuen uns über euren
Besuch! Dieses Jahr bieten wir keine eigene Veranstaltung, empfehlen euch jedoch die
Veranstaltung unserer Partnerorganisation medico international schweiz:

Syrien & Rojava: Das Ende der Demokratie und Selbstbestimmung?
Wie kann Selbstbestimmung und die Frauenrevolution in Rojava unter diesen Bedingungen verteidigt werden – und welche Rolle spielt internationale Solidarität?
Mit Meral Çiçek, Kurdische Frauenbewegung Europa; Anita Starosta, Referentin für Syrien, Türkei
und Irak bei medico international Deutschland; Maja Hess, Ärztin, Präsidentin medico international
schweiz.
Freitag, 1. Mai, 17.00 Uhr, Glaspalast, Kasernenareal, 8004 Zürich
https://www.medicointernational.ch/veranstaltungen/syrien-rojava-das-ende-der-demokratie-und-selbstbestimmung.html

Genozid, Besatzung – Widerstand: Palästinensische und antizionistische israelische Perspektiven
Wir diskutieren, wie Leben unter Besatzung und struktureller Gewalt aussieht, welche Perspektiven für einen gerechten Frieden in Zeiten der Eskalation bleiben, und was internationale Solidarität
konkret bedeutet.
Mit Orly Noy, Journalistin & Aktivistin, B’Tselem, Israel; Dr. Mohamed Abu Mughaisib, Arzt und Psychodramatiker, Ärzte ohne Grenzen, Gaza/Irland; Moderation: Alice Froidevaux, medico international schweiz
Samstag, 2. Mai, 17:15 Uhr; Glaspalast, Kasernenareal, 8004 Zürich
https://www.medicointernational.ch/veranstaltungen/genozid-besatzung-widerstand.html

CHIAPAS

Reiseberichte aus Chiapas/Südmexiko
Im Februar war eine Aktivistin der Direkten Solidarität in Chiapas unterwegs und besuchte einerseits die Kaffeekooperativen (Café RebelDía), andererseits die zivilen Organisationen, die die Direkte Solidarität mit Chiapas unterstützt. Weiterlesen auf unserer Homepage: https://chiapas.ch/cafe_rebeldia/was-ist-cafe-rebeldia/aktuelles-zu-cafe-rebeldia/

Quelle: Chiapas.ch

Ebenfalls unterwegs waren compas aus Deutschland und Italien. Ihren Bericht könnt ihr hier lesen: https://www.aroma-zapatista.de/blog/tagebuch-unserer-reise-zu-den-zapatistischen-kaffeebauer-innen

USA: Indigener Mexikaner stirbt in ICE-Haft, Familie zweifelt an Suizid (09.04.26)
18 Jahre alter Mann starb in Haftzentrum in Florida. Leichnam in Chiapas beigesetzt
Die indigene Gemeinde von San Juan Chamula hat am 4. April den 18-jährigen Royer Pérez Jiménez beerdigt. Der junge Mann verstarb am 16. März in Gewahrsam der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) im Haftzentrum von Glades County in Florida. Als Todesursache gaben die US-Behörden Suizid an. Sein Leichnam wurde erst nach mehreren Tagen freigegeben und kam am 3. April im südmexikanischen Chiapas an.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284440/indigener-ice-haft-verstorben

GUERRERO

Gewaltwelle in Mexiko: Menschenrechtsaktivist*innen unter Druck
Nach den gewaltsamen Reaktionen der organisierten Kriminalität auf die Tötung des mächtigsten Mafiabosses bei einer Militäraktion warnen mexikanische Menschenrechtsorganisationen vor einer wachsenden Gefährdung von Aktivist*innen. Der medico-Projektverantwortliche, Martin Hesse, war auf Projektreise in Mexiko und berichtet aus Acapulco im Bundesstaat Guerrero.
Der Tod von «El Mencho», dem Anführer eines Drogenkartells, am Sonntag, 22. Februar und der darauffolgende Gewaltausbruch in elf Bundesstaaten Mexikos wirkten sich auch auf den bekannten Ferienort Acapulco an der Pazifikküste aus. Die Stadt ist seit Jahren von einer extrem hohen Kriminalitätsrate geprägt. Bewaffnete setzten am Sonntagmorgen auch hier Fahrzeuge auf der Autobahn in Brand – nur wenige Kilometer vor der Hafenstadt.
Weiterlesen: https://www.medicointernational.ch/regionen-projekte/mexiko/hintergruende/gewaltwelle-in-mexiko-menschenrechtsaktivistinnen-unter-druck.html#jump

Angehörige von Verschwundenen bringen in Acapulco Vermisstenanzeigen an. Quelle: medico international schweiz

Mexiko nimmt linken Aktivisten nach Protesten zu Ayotzinapa fest (25.03.26)
Staatsanwaltschaft wirft ihm in Zusammenhang mit Protestaktion im Jahr 2014 schwere Delikte vor. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Kriminalisierung des sozialen Protests
Beamte der mexikanischen Bundespolizei haben am 18. März den 73-jährigen sozialen Aktivisten Ubaldo Segura Pantoja in seinem Heimatort Tlapa festgenommen. Der Vorsitzende der linken Organisation „Populäre Front von Montaña“ (FPM), die in der Region La Montaña im Bundesstaat Guerrero aktiv ist, wurde zuerst nach Puebla und anschließend in ein Hochsicherheitsgefängnis in Veracruz verlegt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/284024/aktivist-mexiko-festgenommen

TABASCO

Brand in Raffinerie Olmeca in Tabasco am Golf von Mexiko
Quelle: Voces de Paraíso

Folgen der Ölindustrie: Brand in Raffinerie in Mexiko fordert fünf Tote (19.03.26)
Unglück am Dienstagmorgen in der Anlage Olmeca in Paraíso, Tabasco. Pemex meldet fünf Tote und eine verletzte Person. Ermittlungen laufen, Starkregen als mögliche Ursache
Bei einem Brand am Dienstagmorgen in der neuen Raffinerie Olmeca sind laut Angaben des staatseigenen Betriebs Pemex fünf Menschen ums Leben gekommen, eine weitere Person ist verletzt worden. Die Opfer, darunter eine Frau, befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe des Lagerbereichs der Raffinerie in der Gemeinde Paraíso im Bundesstaat Tabasco. Vier der Opfer waren Arbeiter:innen eines externen Dienstleistungsunternehmens, als sie von den Flammen erfasst wurden, informierte Pemex.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283869/brand-raffinerie-mexiko

MEXIKO

Lastwagenfahrer und Bauern in Mexiko: Blockaden bei Streik (16.04.26)
Verbände klagen über Gewalt auf Straßen und steigende Kosten. Ursprünglich unbefristeter Streik ausgesetzt. Gespräche mit der Regierung gescheitert
Die Gespräche zwischen Lkw-Fahrer:innen, Landwirt:innen und der Regierung in Mexiko sind am Mittwoch endgültig gescheitert. Grund für den Abbruch war ein zentraler Streitpunkt: Die Regierung machte die Fortsetzung des Dialogs davon abhängig, dass die Protestierenden zuvor die Straßenblockaden aufheben. Die beteiligten Organisationen lehnten dies ab und bestanden darauf, den Druck aufrechtzuerhalten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen drohen sie nun mit neuen Blockaden auf wichtigen Verkehrsachsen im ganzen Land.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284492/lkw-streik-mexiko

„Wo sind sie?“ Protestaktion in Mexiko
Quelle: Frayba Derechos Humanos

UN sieht in Verschwindenlassen in Mexiko Verbrechen gegen die Menschheit (08.04.26)
Ausschuss reicht entsprechenden Antrag an Generalversammlung der UN. Regierung von Sheinbaum weist den Bericht als „tendenziös“ zurück
Der Ausschuss der Vereinten Nationen gegen das Verschwindenlassen (CED) hat am vergangenen Donnerstag beschlossen, die Untersuchungen wegen des Verschwindenlassens in Mexiko an die Generalversammlung der Vereinten Nationen weiterzuleiten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284415/verschwundene-mexiko

Mexiko bringt Todesfälle in Haft in den USA vor die CIDH (07.04.26)
Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigt diplomatische Schritte an. Konsulate sollen Familien unterstützen und Haftanstalten stärker kontrollieren
Mexikos Präsidentin Sheinbaum hat am vergangenen Montag angekündigt, dass sie die Todesfälle aller Mexikaner:innen in den Vereinigten Staaten, die sich in Gewahrsam der Immigration and Customs Enforcement (ICE) befanden, vor die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) bringen werde. Am 25. März starb der 52-jährige Mexikaner José Guadalupe Ramos im ICE Processing Center Adelanto in Kalifornien. Er ist damit mindestens der 14. Mexikaner, der während der zweiten Amtszeit von Donald Trump in ICE-Haft starb.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284381/todesfaelle-von-migranten-us-haft

Indigene Frauen und Rassismus im Justizsystem (19.03.26)
Gefängnisse und Kriminalisierung der indigenen Bevölkerung zeugen von einer kolonialen Kontinuität, die weiterhin die Erstbewohnenden ihrer Territorien beraubt und die verletzlichsten Teile dieser Gruppe vertreibt und einsperrt. Die Erfahrung indigener Frauen in einem nationalen Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko zeigt das Kontinuum der Gewalt, das ihr Verhältnis zum Staat und seinem rassistischen und patriarchalen Justizsystem prägt. In einem Raum, der Konkurrenz und Misstrauen unter den Inhaftierten fördert, haben Frauen durch den Aufbau einer inneren Gemeinschaft Widerstandsstrategien entwickelt.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/indigene-frauen-und-rassismus-im-justizsystem/

Mexiko: Bewegung gegen die Fußball-WM (07.03.26)
Fünf Monate vor dem Turnier in Mexiko, USA und Kanada. Vorwürfe der Verdrängung und Wasserknappheit. Aktionen am Azteca-Stadion, Gespräche mit der Stadt stocken
Fünf Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA in Mexiko, USA und Kanada nehmen die Gegenproteste zu. Bewohner:innen der Metropole Mexiko-Stadt beklagen, dass seit der Bekanntgabe der Austragungsorte eine unkontrollierbare Gentrifizierung stattfindet. Die unangemeldeten, gewaltsamen Vertreibungen aus Wohnhäusern vervielfachen sich.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283495/proteste-gegen-gentrifizierung

ANDERE REGIONEN MEXIKOS

Vor WM in Mexiko: Masern-Epidemie mit Toten vor allem in indigenen Regionen (13.03.26)
Nordamerika erlebt den schwersten Masernausbruch seit 30 Jahren. Mexiko zählt 12.556 bestätigte Fälle und 34 Tote. Behörden warnen vor weiteren Wellen rund um die Fußball-WM
Nordamerika erlebt die schlimmste Masernepidemie seit über 30 Jahren. Insbesondere verarmte indigene Regionen in Mexiko kämpfen mit den Folgen der Erkrankung. Den ersten aus den USA eingeschleppten Fall meldete Mexiko bereits im Februar 2025. Ein Jahr danach zählt das Gesundheitsministerium 12.556 im Labor bestätigte Fälle, die Hälfte davon seit Beginn dieses Jahres.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283599/masern-mexiko-vor-der-wm

SONORA

Wale gewinnen vor mexikanischem Gericht: Richterin verfügt Verbot für Gastanker (11.04.26)
Verfügung untersagt Schiffe über 300 Meter Länge im Golf von Kalifornien. LNG Exporte des Projekts Saguaro wären betroffen
Ein Richter im Bundesstaat Sonora hat eine einstweilige Verfügung zugunsten der Wale im Golf von Kalifornien erlassen. Diese soll verhindern, dass Tanker eines neuen Großprojekts namens Saguaro dieses Meer befahren und den Walbestand gefährden. Die Verfügung ist gültig, bis ein endgültiges Urteil gefällt wird.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284494/wahle-gewinnen-gegen-tanker

SINALOA

Beschwerde in Deutschland gegen Chemiewerk in Mexiko (28.03.26)
Delegation aus Sinaloa wendet sich mit Eingabe an KfW IPEX. Promans Ammoniakprojekt in Ohuira liegt auf indigenem Boden und in geschütztem Gebiet
Eine Delegation von mexikanischen Aktivist:innen hat diese Woche in Deutschland eine Beschwerde gegen den Bau einer Chemiefabrik im Bundesstaat Sinaloa eingereicht. Das Projekt des schweizerisch-deutschen Konzerns Proman AG mit einer Tageskapazität von 2.200 Tonnen Ammoniak wird in der Bucht von Ohuira auf indigenem Territorium gebaut, mitten in einem Feuchtgebiet, das durch die Ramsar-Konvention geschützt ist. Diese 1971 im Iran unterzeichnete Konversation regelt global den Schutz von nachhaltigen Feuchtgebieten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/284222/mexiko-beschwerde-deutsche-chemiefabrik

Umweltschützer*innen aus Mexiko protestieren gegen das mit deutschen Steuergeldern finanzierte Chemiewerk.
Quelle: Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko

NAYARIT

Umweltaktivist in Mexiko angeschossen
Opfer engagierte sich gegen touristische Großprojekte und leitete Alianza Jaguar. Verletzungen nicht lebensgefährlich
Im Bundesstaat Nayarit ist der mexikanische Umweltaktivist Erik Saracho Aguilar am Mittwochmorgen von Unbekannten angeschossen worden. Der Vorfall ereignete sich, nachdem Saracho seine Tochter zur Schule gebracht hatte. Laut Angaben von Sarachos Ehefrau, Gabriela Loreto Gay, erlitt ihr Mann bei dem direkt gegen ihn gerichteten Angriff in San Pancho keine lebensgefährlichen Verletzungen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283731/mexiko-umweltaktivist-angeschossen

MORELOS

Proteste in Mexiko nach Mord an zwei Studentinnen in Morelos (08.03.26)
An der UAEM ruht der Lehrbetrieb. Tausende verlangen mehr Schutz auf dem Gelände
Kurz vor dem internationalen Frauentag sind im zentralmexikanischen Bundesstaat Morelos zwei Studentinnen der öffentlichen Hochschule ermordet worden. Die Opfer, beide 18 Jahre alt, studierten an der Autonomen Universität des Bundesstaates Morelos (UAEM). Unter dem Slogan „Wir sind hier, um zu studieren, nicht um verschleppt zu werden“, streiken nun die Studierenden und das Lehrpersonal. Sie verlangen Gerechtigkeit für die ermordeten Kommilitonen und Sicherheit auf dem Campus.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283582/mexiko-femizid-studentinnen

 

 

 

Posted by Tamara Wagenbrenner in News