März / April:
In zahlreichen Bundesstaaten kommt es erneut zu Zusammenstößen zwischen Bürgerwehren und Vertretern der staatlichen Sicherheitskräfte sowie des organisierten Verbrechens gekommen, vor allem in Guerrero, wo seit Januar eine Welle von Neugründungen der so genannten Gemeinde-Polizei zu beobachten ist. Alleine über die Osterfeiertage informierten sieben Gemeinden darüber, dass sie neue Bürgerwehren gegründet haben.
In der Nähe von Acapulco setzten Selbstverteidigungsgruppen mehrere mutmaßliche Entführer fest, nachdem Nachbarn in dem Ort Xaltianguis zwei Fahrzeuge mit etwa zehn bewaffneten Personen beobachtet und um Hilfe gebeten hatten. Daraufhin mobilisierte die „kommunitäre Polizei“ bis zu 400 Personen, lieferte sich ein längeres Feuergefecht mit den Verdächtigen und beschlagnahmten mehrere Fahrzeuge, zahlreiche Waffen, Munition und Uniformen. Zwei der „Festgenommenen“ wurden anschließend den Behörden übergeben.
Im Bundesstaat Tabasco bekannte sich die Gruppe „Vereinigt gegen das Verbrechen“ dazu, fünf mutmaßliche Mitglieder der Mafiagruppe Los Zetas erschossen zu haben. „Raus mit allen, die die Gesellschaft vergiften und auch mit den Polizisten, die dieses Übel decken“, erklärten die anonymen Täter ihre Motive.
In Michoacán setzten Selbstverteidigungsgruppen über 40 Militärs für mehrere Stunden fest, die versucht hatten, die örtliche Bürgerwehr aufzulösen.
In Guerrero besetzten Mitglieder einer Gemeinde-Polizei die Kleinstadt Tierra Colorada und „verhafteten“ den dortigen Polizeichef sowie 18 seiner Mitarbeiter, nachdem zuvor in der Nachbarschaft ein Kommandant der Selbstverteidigungsgruppen ermordet worden war. Bericht
Bei einem Besuch in Mexiko-Stadt erklärte unterdessen ein Sprecher der Regionalen Koordinierung der Gemeindeautoritäten (CRAC) im Bundesstaat Guerrero, Eliseo Villar Castillo, die staatliche Sicherheitspolitik für gescheitert und rief die Bürger des Landes auf, sich ihrer Bürgerbewegung anzuschließen. „Dort wo es keine kommunitäre Polizei gibt, gehen die Erpressungen, Entführungen und Morde weiter. Die Regierung ist nicht in der Lage, die Situation zu kontrollieren, weil ihre Sicherheitskräfte mit dem organisierten Verbrechen konspirieren“, so Eliseo Villar Castillo.
