Juni 2015

Juni:
Einsatz von bewaffneten Pilatus-Flugzeugen bei Demo in Oaxaca
Bei einer Kundgebung der Lehrergewerkschaft Anfang Juni 2015 überflogen Schweizer Pilatus-Flugzeuge des Typs PC-7 die Demonstrierenden. Vermutlich waren die Flugzeuge, welche das Schweizer Rüstungsunternehmen für militärische Trainingszwecke verkauft, mit Gun- und/oder Raketenpods ausgerüstet, wie dies ein Experte anhand von Fotoaufnahmen identifizierte. Anders als 1994 in mexikanischen Chiapas, 2008 im Tschad oder weiteren Staaten, wo Zivilpersonen getötet wurden, kamen diese jedoch in Oaxaca nicht zum Einsatz. Verschiedene Typen von Pilatus-Flugzeugen können leicht mit Waffen umgerüstet und somit für nicht-zivile Zwecke eingesetzt werden. Trotzdem unterliegt der Export dieser Flugzeugtypen bisher nicht dem Kriegsmaterial-Export wie es die GSoA fordert.

 

7. Juni:
Trotz einem riesigen Sicherheitsdispositiv mit tausenden von Soldaten und Bundespolizisten ist es am Wahltag, 7. Juni, zu heftigen Protesten gekommen, sowohl in Guerrero wie auch in Oaxaca und Chiapas. Insbesondere die Angehörigen von Ayotzinapa wie auch die Lehreropposition (CNTE) demonstrierten mit aktivem Wahlboykott gegen die „demokratische Normalität“ des Wahlgangs, mit dem das mexikanische Parlament und einige Lokalregierungen erneuert wurden. In über 600 Wahllokalen (von insgesamt 150’000) wurden Unregelmässigkeiten gemeldet, insbesondere in Oaxaca konnten viele nicht eingerichtet werden oder die Urnen wurden verbrannt. In Tlapa, Guerrero, wurde ein junger Lehrer bei einer Polizeiaktion am Abend des Wahltags erschossen.