6. Juni:
Der Oberste Gerichtshof Mexikos ordnet die sofortige Freilassung von zwölf inhaftierten Aktivisten der „Gemeindefront zur Verteidigung der Erde“ (FPDT) an.
Den Aktivisten wurde im Mai 2006 die Entführung von Staatsfunktionären vorgeworfen und ein Gericht des Bundesstaates Mexikos, der an die Hauptstadt grenzt, hatte die Betroffenen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Besonders überraschend ist daher die Freilassung von Ignacio del Valle, der als mutmaßlicher „Rädelsführer“ zu 112 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, die übrigen zu Strafen zwischen 30 und 67 Jahren. Das Oberste Gericht erklärt die damaligen Vorwürfe nun für unangemessen, da illegale Beweise für Delikte vorgebracht worden seien, die die Angeschuldigten nicht begangen hatten. Die Angehörigen reagieren erleichtert, bleiben aber skeptisch.
19. Juni:
Bei einem Zusammenstoß zwischen BefürworterInnen und GegnerInnen der kanadischen Goldmine Fortuna Silver/Cuscatlán in San José del Progreso, Oaxaca werden zwei Personen erschossen und mehrere Menschen verletzt. Zwei Stunden nach dem Vorfall wird der Befreiungstheologe Martín Octavio Ortiz, der in der Vergangenheit mit den MinengegnerInnen zusammengearbeitet hatte, auf dem Weg ins Dorf gekidnappt, brutal geschlagen, dabei am Kopf verletzt und bis in die Nacht gefangen gehalten. Als die Staatspolizei mit einem Aufgebot von 30 Fahrzeugen und Spürhunden kommt, wird Padre Martín gefunden, aber nicht befreit, sondern zusammen mit neun weiteren Minengegnern festgenommen und nach Oaxaca gebracht.
