Menschenrechtsverteidigerr

Südmexiko-Newsletter Juli / August 2021

VIAJE POR LA VIDA

 

Auf in einen feministischen und zapatistischen Spätsommer!

In Basel finden vom 27. – 29. 8. die Aktionstage im Rahmen der Gira Zapatista statt.

Mit vielen interessanten Veranstaltungen und Aktionen, z.B. dem antipatriarchalen Prozess, einer Form des Protestes aus Abya Yala am Freitag um 18.00 Uhr. Der Esquadrón 421 wird anwesend sein. Es wird Raum für Austausch, Essen, Filme und Stände geben.

Das ausführliche Programm findet ihr auf https://chiapas.ch/basel/

 

===>>> Das Camp ist auch noch dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen!

https://wemakeit.com/projects/a-journey-for-life <<<====

 

 

Zapatistas demonstrieren in Madrid: „Ihr habt uns nicht erobert!“
Über 40 Grad heiß, aber dennoch sehr bewegt und bewegend ging es zu am 13. August in der spanischen Hauptstadt bei einer Demonstration der indigen geprägten, linksgerichteten Bewegung der Zapatistas (EZLN) aus Mexiko. Die begeistert empfangene siebenköpfige Delegation aus dem südmexikanischen Bundesstaat Chiapas sowie hunderte Kollektive aus Dutzenden Ländern brachten auf der Straße eindrucksvoll ihre Empörung zum Ausdruck über den Überfall europäischer Kriegsherren auf Lateinamerika und die bis heute andauernde Unterdrückung und Ausbeutung von Mensch und Umwelt.

Weiterlesen: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1155579.zapatistas-demonstrieren-in-madrid-ihr-habt-uns-nicht-erobert.html

https://amerika21.de/2021/08/253418/escuadron-421-reise-europa-madrid

 

Frankreich: Zapatistische Delegierte solidarisch mit der „Sans Papiers“-Bewegung
Hier lesen: https://amerika21.de/2021/07/252889/escuadron-421-reise-europa-sans-papiers

 

Europareise der Zapatistas in Gefahr
Der grosse Teil der Zapatistischen Delegation, die mit dem Flugzeug nach Europa einreisen möchte, wurden diverse bürokratische und rassistische Steine in den Weg gelegt. Einerseits seien sie ein bisschen „aus der Zeit“, weshalb sich die Aero-Delegation nun „Extemporánea“ nennt.

Erst wurden ihnen die Pässe von den mexikanischen Behörden verweigert: http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2021/08/15/gerade-500-jahre-danach/

Anschliessend wurden ihre Covid-Zertifikate von den französischen Behörden nicht anerkannt.

 

 

CHIAPAS

 

Ein gefährlicher Zug
Im Süden Mexikos soll eine riesige Trasse für den „Maya-Zug“ gebaut werden, der Touristen und Waren transportieren soll. Mit Hilfe der Deutschen Bahn. Doch das Megaprojekt im Regenwald steht wegen Umweltzerstörung und Missachtung indigener Rechte in der Kritik. Passt das zum grünen Image der Bahn? Weiterlesen: https://taz.de/Ein-gefaehrlicher-Zug/!5791061/

 

Proteste gegen das Mega-Projekt Tren Maya
Anlässlich eines offiziellen Besuchs des Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (Amlo) im Juli haben in Campeche, der Hauptstadt des gleichnamigen mexikanischen Bundesstaates, Proteste gegen das Infrastrukturprojekt Tren Maya (Maya-Zug) stattgefunden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2021/07/252447/tren-maya-proteste-amlo-campeche

 

Neue Gewalt in Chiapas – und eine kleine Revolution der Bienen
Chiapas ist in Aufruhr, seit Monaten kommt es zu Gewalt durch Paramilitärs und Drogenbanden. Der mexikanische Bundesstaat war in den 90er-Jahren Ursprungsort der zapatistischen Revolution, die linke Strömungen weltweit beeinflusste und den Kampf gegen die neoliberale Globalisierung entscheidend prägte. Im Gespräch mit einem schweizerischen Aktivisten vor Ort versucht das Lamm, die Geschehnisse einzuordnen. Das Interview von Timo Krstin, 14.08.2021:
https://daslamm.ch/neue-gewalt-in-chiapas-und-eine-kleine-revolution-der-bienen/

 

Simón Pedro – Film der Abejas de Acteal – mit deutschen Untertiteln
GERECHTIGKEIT FÜR SIMÓN PEDRO!

Am 5. Juli 2021 wurde Simón Pedro Pérez von einem Auftragsmörder auf dem öffentlichen Markt in Simojovel, in Chiapas, Mexiko umgebracht. Der Mörder folgte Simón mehrere Stunden lang, bevor er ihn heimtückisch ermordete. Der Mord wurde vor den Augen von Simóns kleinem Sohn begangen. Simón Pedro war Vater, Ehemann, Sohn und Bruder. Er war Menschenrechtsverteidiger, Katechet und Mitglied der Organización Civil Las Abejas de Acteal.
2020 war er Vorstand der Mesa Directiva, der kollektiven, rotierenden Leitung seiner Organisation.
Am 31. Dezember 2020 gewährte er uns ein Interview, um mit uns zu teilen, was die Mesa Directiva de Las Abejas ist und was es beinhaltet deren Teil zu sein. An diesem Tag wurde die Aufgabe an die neuen Repräsentanten der Mesa Directiva übergeben.

»Simon wurde das Leben entrissen, weil er aktiv den Frieden suchte – angesichts des generalisierten Klimas der Gewalt, das wir in den Altos de Chiapas leben. Unser Bruder Simón Pedro repräsentiert die dritte Generation an Menschenrechtsverteidigern seiner Familie. Er nahm immer teil an den Bewegungen, um die Madre tierra, die Mutter Erde gegen die Mega-Projekte zu verteidigen. Mega-Projekte, die unsere Pueblos bedrohen und die andere Kleinbäuer*innen und Indigene in unserem Land und in anderen Teilen der Welt schädigen.

Auch suchte er immer das Wohl seines Pueblo, indem er in der Organisation kämpfte, nach den Vertrieben gemachten schaute und Gerechtigkeit für die Märtyrer*innen von Acteal und für alle durch die schlechte Regierung Verfolgten forderte. Immer hat er versucht diejenigen, die leiden zu schützen und sich um sie zu kümmern.«

(Organización de la Sociedad Civil Las Abejas de Acteal – Organisation der Zivilgesellschaft Las Abejas de Acteal. 22. Juli 2021.)

Anschauen und Weiterleiten: https://tresgatas.blackblogs.org/2021/08/09/simon-pedro/

SIMÓN PEDRO (Chiapas/Mexiko Juli 2021, R: Área de Comunicación de Las Abejas de Acteal und Xun Sero, Color, 12 min., tsotsil mit spanisch-deutschen UT)

 

 

GUERRERO

 

Aktivist gegen Staudammprojekt in Guerrero gewaltsam verschwunden
Der soziale Aktivist Vicente Suástegui Muños ist am 5. August in Acapulco von bewaffneten Männern entführt worden. Die Tat geschah um 23 Uhr, als er von seiner Arbeit als Taxifahrer nach Hause in den Stadtteil Renacimiento fuhr, seither fehlt von ihm jede Spur.
Vicente und sein Bruder Marco Antonio Suástegui sind bekannte Anführer der sozialen Bewegung „Rat der Ejidos und Gemeinden gegen La Parota“ (Cecop), die sich seit 18 Jahren erfolgreich gegen das Wasserkraftprojekt „La Parota“ wehrt, welches die Bundesstaatliche Energiekommission CFE seit 2001 im ruralen Hinterland von Acapulco am Lauf des Flusses Papagayo plant.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2021/08/253392/mexiko-aktivist-staudammprojektentfuehrt

 

 

MEXIKO

 

Referendum in Mexiko: Grosse Mehrheit für Aufarbeitung staatlicher Verbrechen
Die mexikanische Bevölkerung hat in einem Referendum dafür gestimmt, dass die von ehemaligen Präsidenten und anderen in vorherigen Amtsperioden begangenen Staatsverbrechen aufgearbeitet werden und die Opfer von Menschenrechtsverletzungen Gerechtigkeit erfahren sollen. Aufgrund der geringen Beteiligung ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass sich daraus politische Konsequenzen ergeben werden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2021/08/253189/referendum-mexiko-verbrechen-praesidenten

Communiqué der EZLN: Ergebnisse der Consulta Popular, der Volksbefragung(31. Juli)

Weiterlesen: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2021/08/01/laerste-ergebnisse-der-consulta-popular-der-volksbefragung/

 

Untersuchung von Frauenmorden in Mexiko inmitten der Pandemie
Vor etwas mehr als einem Jahr hat Sayuri Herrera Román das Amt der leitenden Staatsanwältin für Feminizide von Mexiko-Stadt übernommen. Sie hatte sich zuvor einen Namen gemacht als Verteidigerin und Nebenklageanwältin der Überlebenden sexueller Gewalt oder ihrer Angehörigen. Der bekannteste Fall war wohl der der Studentin Lesvy Berlín Rivera Osorio, deren Tod zunächst als Selbstmord gewertet wurde. Herrera Román erreichte, dass das Verbrechen als Feminizid eingestuft wurde. Lesvys Ex-Freund wurde als Täter überführt und erhielt eine Strafe von 45 Jahren Freiheitsentzug.
Weiterlesen: https://amerika21.de/analyse/252893/mexiko-untersuchung-frauenmorde-herrera

 

 

Widerstandsbewegung in Puebla besetzt Firmengelände von Bonafont (Danone)
In der Gemeinde Juan C. Bonilla in Puebla hat die organisierte Widerstandsbewegung der „Pueblos Unidos de la Región Cholulteca y de los volcanes“ (Vereinte Völker der Region Cholulteca und der Vulkane) am 8. August, dem Geburtstag des Revolutionshelden Emiliano Zapata, das Gelände der Trinkwasserfirma Bonafont besetzt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2021/08/253346/widerstandsbewegung-mexeiko-bonafont

Fotos zur Besetzung: https://www.somoselmedio.com/2021/08/08/galeria-fotografica-puebla-unidos-realizan-un-juicio-a-instituciones-federales-y-la-empresa-bonafont/

 

Indigene Medienvertreter*innen fordern Recht auf Kommunikation
Im Rahmen der dreizehnten Internationalen Biennale des Radios Mitte Juli haben Vertreter*innen von Community- und indigenen Medien aus Mexiko ihre Bedeutung in der Medienlandschaft für die Ausübung des demokratischen Rechts auf Kommunikation betont.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/kultur-medien/indigene-medienvertreterinnen-fordern-recht-auf-kommunikation/

 

Karussell des Terrors: Mexiko ist Kriegsgebiet
In immer mehr Regionen Mexikos sind die Menschen der organisierten Kriminalität ungeschützt ausgeliefert. Präsident López Obrador aber flüchtet sich in Allgemeinplätze.
Weiterlesen: https://www.fr.de/politik/das-karussell-des-terrors-dreht-sich-weiter-90895569.html

 

 

VERANSTALTUNGEN

 

27. – 29. 8. Zapatistisches Camp „Viaje por la Vida“ in Basel, mit vielen Veranstaltungen.
Genaues Programm: https://chiapas.ch/basel/

 

6. – 12. 9. enough-Festival – Aktionstage zu Migrationskämpfen und antirassistischem Widerstand, Zürich. Mit einer Veranstaltung zu Chiapas: https://aktionstage-enough.ch/programm/#donnerstag

 

11. September: Solidaritätslauf für Sans-Papiers, Münsterplatz Bern.
Weitere Infos: www.solidaritaetslauf.ch

 

17. September: PARKing Day: https://www.umverkehr.ch/projekte/parking-day

 

So, 19. September: 20. Lauf gegen Rassismus, Bäckeranlage Zürich, ab 10 Uhr.
Weitere Infos: www.laufgegenrassismus.ch

 

11. – 14. Nov. und 09. – 12. Dez. 2021 bei Kassel: Vorbereitungsseminar von CAREA: Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas/Mexiko
CAREA e.V. führt zweimal jährlich Vorbereitungsseminare für den Einsatz als Menschenrechtsbeobachter*in in Chiapas/Mexiko durch. Das nächste Seminar findet vom 11. bis 14. November und 09. bis 12. Dezember 2021 statt. Aktuell ist es als Präsenzseminar im üblichen Seminarort bei Kassel geplant.

In Vorträgen, Arbeitsgruppen und Rollenspielen werden grundlegende Kenntnisse und spezifische Themen vermittelt wie Geschichte und Politik Mexikos, Menschenrechte, aktuelle Situation in Chiapas, Aufgaben von Beobachter*innen, Verhalten in Konfliktsituationen. Weitere Voraussetzungen für den Einsatz sind neben der vollständigen Teilnahme an dem zweiteiligen Vorbereitungsseminar u.a. sehr gute Spanischkenntnisse (B2 Niveau), Teamfähigkeit, physische und psychische Belastbarkeit, ein Mindestalter von 21 Jahren sowie die Eigenfinanzierung des Aufenthaltes. Am Seminar können auch Leute teilnehmen, die sich noch nicht sicher sind, ob sie als Beobachter*in nach Chiapas gehen wollen. Die Plätze sind begrenzt. Deshalb meldet euch bitte rechtzeitig an!
Die Seminarkosten betragen 160 bis 200€ (nach Selbsteinschätzung) inklusive Unterkunft, Verpflegung und Seminarmaterialien zzgl. Fahrtkosten zum Seminarort und 10 € für den Chiapas-Reader. Die Anmeldung erfolgt über das CAREA Büro (Telefon: 030/42 805 666; Mail: info@carea-menschenrechte.de)

Posted by Andrea Steinauer in Communiqués, Newsletter