Menschenrechte

Südmexiko-Newsletter März / April 2026

IN EIGENER SACHE UND VERANSTALTUNGSHINWEIS

Liebe Vereinsmitglieder, Freund:innen und Solidarische

«Blocchiamo tutto!» unter diesem Aufruf begegnen und organisieren wir uns am diesjährigen 1. Mai. Der Slogan erinnert an die italienischen Hafenarbeiter, die mit ihren Blockaden Kriegswaffen-
lieferungen an Israel blockiert haben. Er soll aber auch aufzeigen, dass friedliche, direkte Aktionen in Europa Auswirkungen auf das Kriegsgeschehen weltweit haben können und ist somit ganz in
unserem Sinne der Direkten Solidarität.

Das 1. Mai Fest in Zürich findet dieses Jahr vom 30. April bis 2. Mai im Kasernenareal statt.
Sei auch du dabei!

Unsere Präsenz rund um den 1. Mai:

Wir versorgen euch an der Demo wie immer mit frisch gebrühtem Café RebelDía. Unseren Bücher-
und Infotisch findet ihr während zwei Tagen auf dem Kasernenareal – wir freuen uns über euren
Besuch! Dieses Jahr bieten wir keine eigene Veranstaltung, empfehlen euch jedoch die
Veranstaltung unserer Partnerorganisation medico international schweiz:

Syrien & Rojava: Das Ende der Demokratie und Selbstbestimmung?
Wie kann Selbstbestimmung und die Frauenrevolution in Rojava unter diesen Bedingungen verteidigt werden – und welche Rolle spielt internationale Solidarität?
Mit Meral Çiçek, Kurdische Frauenbewegung Europa; Anita Starosta, Referentin für Syrien, Türkei
und Irak bei medico international Deutschland; Maja Hess, Ärztin, Präsidentin medico international
schweiz.
Freitag, 1. Mai, 17.00 Uhr, Glaspalast, Kasernenareal, 8004 Zürich
https://www.medicointernational.ch/veranstaltungen/syrien-rojava-das-ende-der-demokratie-und-selbstbestimmung.html

Genozid, Besatzung – Widerstand: Palästinensische und antizionistische israelische Perspektiven
Wir diskutieren, wie Leben unter Besatzung und struktureller Gewalt aussieht, welche Perspektiven für einen gerechten Frieden in Zeiten der Eskalation bleiben, und was internationale Solidarität
konkret bedeutet.
Mit Orly Noy, Journalistin & Aktivistin, B’Tselem, Israel; Dr. Mohamed Abu Mughaisib, Arzt und Psychodramatiker, Ärzte ohne Grenzen, Gaza/Irland; Moderation: Alice Froidevaux, medico international schweiz
Samstag, 2. Mai, 17:15 Uhr; Glaspalast, Kasernenareal, 8004 Zürich
https://www.medicointernational.ch/veranstaltungen/genozid-besatzung-widerstand.html

CHIAPAS

Reiseberichte aus Chiapas/Südmexiko
Im Februar war eine Aktivistin der Direkten Solidarität in Chiapas unterwegs und besuchte einerseits die Kaffeekooperativen (Café RebelDía), andererseits die zivilen Organisationen, die die Direkte Solidarität mit Chiapas unterstützt. Weiterlesen auf unserer Homepage: https://chiapas.ch/cafe_rebeldia/was-ist-cafe-rebeldia/aktuelles-zu-cafe-rebeldia/

Quelle: Chiapas.ch

Ebenfalls unterwegs waren compas aus Deutschland und Italien. Ihren Bericht könnt ihr hier lesen: https://www.aroma-zapatista.de/blog/tagebuch-unserer-reise-zu-den-zapatistischen-kaffeebauer-innen

USA: Indigener Mexikaner stirbt in ICE-Haft, Familie zweifelt an Suizid (09.04.26)
18 Jahre alter Mann starb in Haftzentrum in Florida. Leichnam in Chiapas beigesetzt
Die indigene Gemeinde von San Juan Chamula hat am 4. April den 18-jährigen Royer Pérez Jiménez beerdigt. Der junge Mann verstarb am 16. März in Gewahrsam der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) im Haftzentrum von Glades County in Florida. Als Todesursache gaben die US-Behörden Suizid an. Sein Leichnam wurde erst nach mehreren Tagen freigegeben und kam am 3. April im südmexikanischen Chiapas an.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284440/indigener-ice-haft-verstorben

GUERRERO

Gewaltwelle in Mexiko: Menschenrechtsaktivist*innen unter Druck
Nach den gewaltsamen Reaktionen der organisierten Kriminalität auf die Tötung des mächtigsten Mafiabosses bei einer Militäraktion warnen mexikanische Menschenrechtsorganisationen vor einer wachsenden Gefährdung von Aktivist*innen. Der medico-Projektverantwortliche, Martin Hesse, war auf Projektreise in Mexiko und berichtet aus Acapulco im Bundesstaat Guerrero.
Der Tod von «El Mencho», dem Anführer eines Drogenkartells, am Sonntag, 22. Februar und der darauffolgende Gewaltausbruch in elf Bundesstaaten Mexikos wirkten sich auch auf den bekannten Ferienort Acapulco an der Pazifikküste aus. Die Stadt ist seit Jahren von einer extrem hohen Kriminalitätsrate geprägt. Bewaffnete setzten am Sonntagmorgen auch hier Fahrzeuge auf der Autobahn in Brand – nur wenige Kilometer vor der Hafenstadt.
Weiterlesen: https://www.medicointernational.ch/regionen-projekte/mexiko/hintergruende/gewaltwelle-in-mexiko-menschenrechtsaktivistinnen-unter-druck.html#jump

Angehörige von Verschwundenen bringen in Acapulco Vermisstenanzeigen an. Quelle: medico international schweiz

Mexiko nimmt linken Aktivisten nach Protesten zu Ayotzinapa fest (25.03.26)
Staatsanwaltschaft wirft ihm in Zusammenhang mit Protestaktion im Jahr 2014 schwere Delikte vor. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Kriminalisierung des sozialen Protests
Beamte der mexikanischen Bundespolizei haben am 18. März den 73-jährigen sozialen Aktivisten Ubaldo Segura Pantoja in seinem Heimatort Tlapa festgenommen. Der Vorsitzende der linken Organisation „Populäre Front von Montaña“ (FPM), die in der Region La Montaña im Bundesstaat Guerrero aktiv ist, wurde zuerst nach Puebla und anschließend in ein Hochsicherheitsgefängnis in Veracruz verlegt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/284024/aktivist-mexiko-festgenommen

TABASCO

Brand in Raffinerie Olmeca in Tabasco am Golf von Mexiko
Quelle: Voces de Paraíso

Folgen der Ölindustrie: Brand in Raffinerie in Mexiko fordert fünf Tote (19.03.26)
Unglück am Dienstagmorgen in der Anlage Olmeca in Paraíso, Tabasco. Pemex meldet fünf Tote und eine verletzte Person. Ermittlungen laufen, Starkregen als mögliche Ursache
Bei einem Brand am Dienstagmorgen in der neuen Raffinerie Olmeca sind laut Angaben des staatseigenen Betriebs Pemex fünf Menschen ums Leben gekommen, eine weitere Person ist verletzt worden. Die Opfer, darunter eine Frau, befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe des Lagerbereichs der Raffinerie in der Gemeinde Paraíso im Bundesstaat Tabasco. Vier der Opfer waren Arbeiter:innen eines externen Dienstleistungsunternehmens, als sie von den Flammen erfasst wurden, informierte Pemex.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283869/brand-raffinerie-mexiko

MEXIKO

Lastwagenfahrer und Bauern in Mexiko: Blockaden bei Streik (16.04.26)
Verbände klagen über Gewalt auf Straßen und steigende Kosten. Ursprünglich unbefristeter Streik ausgesetzt. Gespräche mit der Regierung gescheitert
Die Gespräche zwischen Lkw-Fahrer:innen, Landwirt:innen und der Regierung in Mexiko sind am Mittwoch endgültig gescheitert. Grund für den Abbruch war ein zentraler Streitpunkt: Die Regierung machte die Fortsetzung des Dialogs davon abhängig, dass die Protestierenden zuvor die Straßenblockaden aufheben. Die beteiligten Organisationen lehnten dies ab und bestanden darauf, den Druck aufrechtzuerhalten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen drohen sie nun mit neuen Blockaden auf wichtigen Verkehrsachsen im ganzen Land.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284492/lkw-streik-mexiko

„Wo sind sie?“ Protestaktion in Mexiko
Quelle: Frayba Derechos Humanos

UN sieht in Verschwindenlassen in Mexiko Verbrechen gegen die Menschheit (08.04.26)
Ausschuss reicht entsprechenden Antrag an Generalversammlung der UN. Regierung von Sheinbaum weist den Bericht als „tendenziös“ zurück
Der Ausschuss der Vereinten Nationen gegen das Verschwindenlassen (CED) hat am vergangenen Donnerstag beschlossen, die Untersuchungen wegen des Verschwindenlassens in Mexiko an die Generalversammlung der Vereinten Nationen weiterzuleiten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284415/verschwundene-mexiko

Mexiko bringt Todesfälle in Haft in den USA vor die CIDH (07.04.26)
Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigt diplomatische Schritte an. Konsulate sollen Familien unterstützen und Haftanstalten stärker kontrollieren
Mexikos Präsidentin Sheinbaum hat am vergangenen Montag angekündigt, dass sie die Todesfälle aller Mexikaner:innen in den Vereinigten Staaten, die sich in Gewahrsam der Immigration and Customs Enforcement (ICE) befanden, vor die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) bringen werde. Am 25. März starb der 52-jährige Mexikaner José Guadalupe Ramos im ICE Processing Center Adelanto in Kalifornien. Er ist damit mindestens der 14. Mexikaner, der während der zweiten Amtszeit von Donald Trump in ICE-Haft starb.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284381/todesfaelle-von-migranten-us-haft

Indigene Frauen und Rassismus im Justizsystem (19.03.26)
Gefängnisse und Kriminalisierung der indigenen Bevölkerung zeugen von einer kolonialen Kontinuität, die weiterhin die Erstbewohnenden ihrer Territorien beraubt und die verletzlichsten Teile dieser Gruppe vertreibt und einsperrt. Die Erfahrung indigener Frauen in einem nationalen Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko zeigt das Kontinuum der Gewalt, das ihr Verhältnis zum Staat und seinem rassistischen und patriarchalen Justizsystem prägt. In einem Raum, der Konkurrenz und Misstrauen unter den Inhaftierten fördert, haben Frauen durch den Aufbau einer inneren Gemeinschaft Widerstandsstrategien entwickelt.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/indigene-frauen-und-rassismus-im-justizsystem/

Mexiko: Bewegung gegen die Fußball-WM (07.03.26)
Fünf Monate vor dem Turnier in Mexiko, USA und Kanada. Vorwürfe der Verdrängung und Wasserknappheit. Aktionen am Azteca-Stadion, Gespräche mit der Stadt stocken
Fünf Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA in Mexiko, USA und Kanada nehmen die Gegenproteste zu. Bewohner:innen der Metropole Mexiko-Stadt beklagen, dass seit der Bekanntgabe der Austragungsorte eine unkontrollierbare Gentrifizierung stattfindet. Die unangemeldeten, gewaltsamen Vertreibungen aus Wohnhäusern vervielfachen sich.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283495/proteste-gegen-gentrifizierung

ANDERE REGIONEN MEXIKOS

Vor WM in Mexiko: Masern-Epidemie mit Toten vor allem in indigenen Regionen (13.03.26)
Nordamerika erlebt den schwersten Masernausbruch seit 30 Jahren. Mexiko zählt 12.556 bestätigte Fälle und 34 Tote. Behörden warnen vor weiteren Wellen rund um die Fußball-WM
Nordamerika erlebt die schlimmste Masernepidemie seit über 30 Jahren. Insbesondere verarmte indigene Regionen in Mexiko kämpfen mit den Folgen der Erkrankung. Den ersten aus den USA eingeschleppten Fall meldete Mexiko bereits im Februar 2025. Ein Jahr danach zählt das Gesundheitsministerium 12.556 im Labor bestätigte Fälle, die Hälfte davon seit Beginn dieses Jahres.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283599/masern-mexiko-vor-der-wm

SONORA

Wale gewinnen vor mexikanischem Gericht: Richterin verfügt Verbot für Gastanker (11.04.26)
Verfügung untersagt Schiffe über 300 Meter Länge im Golf von Kalifornien. LNG Exporte des Projekts Saguaro wären betroffen
Ein Richter im Bundesstaat Sonora hat eine einstweilige Verfügung zugunsten der Wale im Golf von Kalifornien erlassen. Diese soll verhindern, dass Tanker eines neuen Großprojekts namens Saguaro dieses Meer befahren und den Walbestand gefährden. Die Verfügung ist gültig, bis ein endgültiges Urteil gefällt wird.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/04/284494/wahle-gewinnen-gegen-tanker

SINALOA

Beschwerde in Deutschland gegen Chemiewerk in Mexiko (28.03.26)
Delegation aus Sinaloa wendet sich mit Eingabe an KfW IPEX. Promans Ammoniakprojekt in Ohuira liegt auf indigenem Boden und in geschütztem Gebiet
Eine Delegation von mexikanischen Aktivist:innen hat diese Woche in Deutschland eine Beschwerde gegen den Bau einer Chemiefabrik im Bundesstaat Sinaloa eingereicht. Das Projekt des schweizerisch-deutschen Konzerns Proman AG mit einer Tageskapazität von 2.200 Tonnen Ammoniak wird in der Bucht von Ohuira auf indigenem Territorium gebaut, mitten in einem Feuchtgebiet, das durch die Ramsar-Konvention geschützt ist. Diese 1971 im Iran unterzeichnete Konversation regelt global den Schutz von nachhaltigen Feuchtgebieten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/284222/mexiko-beschwerde-deutsche-chemiefabrik

Umweltschützer*innen aus Mexiko protestieren gegen das mit deutschen Steuergeldern finanzierte Chemiewerk.
Quelle: Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko

NAYARIT

Umweltaktivist in Mexiko angeschossen
Opfer engagierte sich gegen touristische Großprojekte und leitete Alianza Jaguar. Verletzungen nicht lebensgefährlich
Im Bundesstaat Nayarit ist der mexikanische Umweltaktivist Erik Saracho Aguilar am Mittwochmorgen von Unbekannten angeschossen worden. Der Vorfall ereignete sich, nachdem Saracho seine Tochter zur Schule gebracht hatte. Laut Angaben von Sarachos Ehefrau, Gabriela Loreto Gay, erlitt ihr Mann bei dem direkt gegen ihn gerichteten Angriff in San Pancho keine lebensgefährlichen Verletzungen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283731/mexiko-umweltaktivist-angeschossen

MORELOS

Proteste in Mexiko nach Mord an zwei Studentinnen in Morelos (08.03.26)
An der UAEM ruht der Lehrbetrieb. Tausende verlangen mehr Schutz auf dem Gelände
Kurz vor dem internationalen Frauentag sind im zentralmexikanischen Bundesstaat Morelos zwei Studentinnen der öffentlichen Hochschule ermordet worden. Die Opfer, beide 18 Jahre alt, studierten an der Autonomen Universität des Bundesstaates Morelos (UAEM). Unter dem Slogan „Wir sind hier, um zu studieren, nicht um verschleppt zu werden“, streiken nun die Studierenden und das Lehrpersonal. Sie verlangen Gerechtigkeit für die ermordeten Kommilitonen und Sicherheit auf dem Campus.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2026/03/283582/mexiko-femizid-studentinnen

 

 

 

Posted by Tamara Wagenbrenner in News

Südmexiko-Newsletter November / Dezember 2025

Liebe Südmexiko-Interessierte
Wir wünschen euch allen ein gutes neues Jahr und weisen gern auf die Spendenaktion des Infoportals amerika21 am Ende des Newsletters hin, ohne dessen Arbeit wir den Newsletter nicht so verfassen könnten… Bleibt dran!
Die Solicrew der Direkten Solidarität mit Chiapas

CHIAPAS

Fünf indigene Aktivisten in Mexiko nach mehr als drei Jahren frei (25.11.25)
Ursprüngliches Verfahren wies schwere Mängel auf. Inhaftierung laut UN willkürlich. Menschenrechtsorganisationen feiern Freilassung

Vier der fünf indigenen Menschenrechtsverteidiger nach ihrer Freilassung
Quelle: @CdhFrayba

Nach mehr als drei Jahren Haft sind am 21. November 2025 die fünf indigenen Tzeltal-Menschenrechtsverteidiger aus San Juan Cancuc im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas freigelassen worden. Manuel Sántiz Cruz, Agustín Pérez Domínguez, Juan Velasco Aguilar, Martín Pérez Domínguez und Agustín Pérez Velasco waren zwischen dem 29. Mai und dem 1. Juni 2022 festgenommen worden. Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Verfahren von Beginn an als willkürliche, diskriminierende Strafverfolgung und als Beispiel für die Kriminalisierung indigener Verteidiger:innen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2025/11/278595/mexiko-freilassung-tzeltal-aktivisten

MEXIKO

Mexiko plant die 40-Stunden-Woche bis 2030 (06.12.25)
Arbeitsministerium legt dem Parlament Vorlage zur schrittweisen Arbeitszeitkürzung vor. „Front für die 40-Stunden-Woche“ kritisiert das Tempo und kündigt weitere Proteste an
Nach jahrelangen Protesten hat das mexikanische Arbeitsministerium dem Parlament eine Gesetzesinitiative zur schrittweisen Verkürzung der Arbeitszeit von heute 48 auf 40 Stunden pro Woche vorgelegt. Die Initiative soll laut Präsidentin Claudia Sheinbaum am 1. Mai 2026 in Kraft treten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2025/12/278928/mexiko-reduziert-wochenarbeitszeit


Demonstration der Nationalen Front für die 40-Stunden-Woche am 23. November 2025 in Mexiko Stadt
Quelle: Nationale Front für die 40-Stunden-Woche

Armut in Lateinamerika auf niedrigstem Stand seit Aufzeichnung (02.12.25)
Mexiko und Brasilien Vorreiter. Weiterhin bestehen massive Armut und Herausforderungen für soziale Gerechtigkeit
25,5 Prozent der Bevölkerung Lateinamerikas (rund 162 Mio. Menschen) haben 2024 in Einkommensarmut gelebt, ein Rückgang zum Vorjahr von 2,2 Prozent. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Datenerhebung, wie aus einem Bericht der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) vom 26. November hervorgeht.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2025/12/278801/niedrigere-armut-mexiko

Spanien erkennt Unrecht der Kolonialzeit in Mexiko an (12.11.25)
Die Aussage fällt bei einer Ausstellung in Madrid. Bezug auf Leid indigener Gemeinschaften in Mexiko. Sheinbaum spricht von einem ersten Schritt zur Vergebung
Bei der Eröffnung der Ausstellung „La mitad del mundo. La mujer en el México indígena“ hat Spaniens Außenminister José Manuel Albares öffentlich das Unrecht anerkannt, das während der Eroberung und der Kolonialzeit an den indigenen Völkern Mexikos begangen wurde.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2025/11/277964/spanien-erkennt-unrecht

Mexikos ermordete Journalisten
Wer aufdeckt, lebt gefährlich (16.12.25)
In der „Jahresbilanz der Pressefreiheit“ von Reporter ohne Grenzen hält Mexiko den zweiten Platz an getöteten Journalist*innen – hinter einem Kriegsgebiet.
Wieder Mexiko. Wieder steht das Land ganz oben auf der Liste der getöteten Medienschaffenden. Neun Journalist*innen wurden laut Reporter ohne Grenzen (ROG) im Jahr 2025 schon ermordet. So steht es in der neuesten „Jahresbilanz der Pressefreiheit“ der Organisation. ROG zufolge belegt Mexiko damit den zweiten Platz hinter dem Gazastreifen, einem Kriegsgebiet.
Weiterlesen: https://taz.de/Mexikos-ermordete-Journalisten/!6138692/

Neues Factsheet: Gefährliches Engagement − Menschenrechtsverteidiger*innen in Mexiko (09.12.25)
Zum Internationalen Tag der Menschenrechtsverteidiger*innen (9. Dezember) veröffentlicht die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ein Factsheet mit Hintergrundinformationen und politischen Handlungsempfehlungen für einen besseren Schutz der Aktivist*innen
In einem Land mit einer der höchsten Gewaltraten weltweit leisten Mexikos Menschenrechts-verteidiger*innen eine unverzichtbare Arbeit: Sie setzen sich dafür ein, dass die Suche nach über 130.000 Verschwundenen vorankommt, prangern Verstrickungen zwischen Politik und organisiertem Verbrechen an oder bringen schwere Menschenrechtsverletzungen ans Licht, über die die breite Öffentlichkeit sonst womöglich nie etwas erfahren hätte.
Weiterlesen: https://www.chiapas.eu/news.php?id=12886

Wirbelstürme und Hurrikans sorgen für gefüllte Wasserspeicher (28.12.2025)
Die Tropensturmsaison, die am 30. November endete, hat sich positiv auf das Dürreproblem des Landes ausgewirkt. Aktuell sind nach Angaben des Nationalen Wetterdiensts SMN nur noch 10,6 Prozent des Staatsgebiets vom Wassermangel betroffen. Wie SMN-Koordinator Fabian Vázquez Romaña berichtet, hatten zu Beginn der Sturmsaison am 15. Mai rund 50 Prozent der Landefläche mit Dürreproblemen zu kämpfen. Das bedeutet einen Rückgang um 39 Prozent. Bereits seit Ende September habe in mehr als 77 Prozent des Landes keine Dürre mehr geherrscht, was seit 2022 nicht mehr der Fall war, so der Sprecher des metereologischen Diensts.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/umwelt-wirtschaft/wirbelstuerme-und-hurrikans-sorgen-fuer-gefuellte-wasserspeicher/

ANDERE REGIONEN MEXIKOS

JALISCO

Massengräber nahe WM-Stadion entdeckt (22.12.25)
Über 16.000 Personen werden in Jalisco vermisst. Angehörige beklagen mangelnde staatliche Unterstützung. Aktivisten kritisieren, Regierung wolle vor Weltmeisterschaft „Ordnung schaffen“
In den vergangenen Monaten haben Kollektive rund um das Akron-StadionZapopan, Jalisco, mehr als 500 Müllsäcke mit menschlichen Überresten entdeckt. Das Stadion ist einer der geplanten Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2025/12/279820/mexiko-massengraeber-jalisco

Indigene fordern Gerechtigkeit nach Mord in Jalisco (12.12.25)
Organisationen von Indigenen verurteilen den Angriff. Menschenrechtsgruppen warnen vor weiterer Gewalt in Jalisco


Mahnwache von Vertretern der Gemeinde Azqueltán und sozialen Organisationen vor der Buchmesse in Guadalajara
Quelle: IMDEC A.C.

Nach einem tödlichen Angriff hat das indigene Dorf San Lorenzo Azqueltán zu landesweiten Unterstützungsaktionen in Mexiko aufgerufen. Marcos Aguilar Rojas, Agrarvorstand der indigenen Gemeinschaft im Bundesstaat Jalisco, war am 26. November erschossen worden. Bei dem Angriff wurde auch sein Bruder, Gabriel Aguilar Rojas, Delegierter des Nationalen Indigenen Kongresses (CNI), schwer verletzt. Das Attentat geschah, als Gabriel und Marcos versuchten, Vieh zurückzutreiben, das auf ein umstrittenes Grundstück der Gemeinde eingedrungen war.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2025/12/279112/indigene-fordern-gerechtigkeit-nach-mord

PUEBLA

Die Gewalt überleben (08.12.25)
Juan de Dios Ñunez Barojas verschwand im Alter von 23 Jahren im Bundesstaat Puebla. Seine Mutter María Luisa suchte jahrelang allein nach ihm, bis sie Hinweise darauf fand, wo ihr Sohn sein könnte. Die forensische Krise, mit der Mexiko konfrontiert ist – 52.000 nicht identifizierte menschliche Überreste – verhinderte jedoch, dass María Luisa erst anderthalb Jahre später Gewissheit darüber erlangte, ob es sich um ihren Sohn handelte oder nicht.
Weiterlesen und Podcast: https://www.npla.de/thema/memoria-justicia/die-gewalt-ueberleben/

VERACRUZ

Interamerikanischer Gerichtshof verurteilt Mexiko wegen Mordes (21.12.25)
Soldaten vergewaltigten, folterten und töteten Indigene. Tat blieb 19 Jahre ungesühnt. Regierung will Urteil umsetzen


Der CIDH macht den mexikanischen Staat für die Vergewaltigung, Folter und den Tod von Ernestina Ascencio verantwortlich
Quelle: jornada

Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) hat den mexikanischen Staat für die Ermordung einer Nahua-Indigenen durch mexikanische Soldaten schuldig gesprochen. „Mexiko ist verantwortlich für die Vergewaltigung, die Folterung und den Tod von Ernestina Ascencio Rosario“, titelte der CIDH sein Pressebulletin über das lang erwartete Urteil. Zudem hätten die Angehörigen der im Bundesstaat Veracruz ermordeten Nahua-Indigenen keinen Zugang zur Justiz gehabt. Die Taten gegen eine Zivilperson wurden nicht vor einem Zivilgericht untersucht und verurteilt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2025/12/279746/fall-ernestina-ascencio-vor-coidh

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16. & 17. Januar 26 im Volkshaus Zürich: das andere Davos 2026 – From Resistance to Liberation. Weitere Infos: https://sozialismus.ch/das-andere-davos/

17. & 18. Januar 26: Strike Wef – Potestwanderung nach Davos.
Weitere Infos: https://strikewef.org/de/

Solifond unterstützt Bergbau-Widerstand in Oaxaca

Indigene Gemeinschaften wehren sich gegen Bergbau auf ihrem Territorium

In den Tälern des mexikanischen Bundesstaats Oaxaca wurden 80’000 Hektaren Land in Konzession für Bergbau vergeben – ohne Konsultation der betroffenenindigenen Gemeinschaften.
Gesamter Bericht lesbar im Jahresbericht 2025 von Solidaritätsfonds für soziale Befreiungskämpfe in der Dritten Welt: https://static1.squarespace.com/static/5c1b8be445776e1be787b459/t/692d8c2effc0332dfc4da400/1764592686557/2025-JB-d-web.pdf

Posted by Tamara Wagenbrenner in Chiapas, News, Newsletter