Juli / August 2008

Juli / August: 
Eine Solidaritätsdelegation von 320 Personen aus Europa, Nord- und Südamerika besucht die zapatistischen Gemeinden im Widerstand. Zahlreiche Treffen finden unmittelbar in den Basisgemeinden der EZLN statt. Die zapatistischen Kräfte würden „angesichts der Barbarei des Kapitalismus und seines neoliberalen Modells“ wieder Hoffnung auf eine gesellschaftliche Alternative geben, heißt es auf einer abschließenden Pressekonferenz der Aktivisten in San Cristóbal de Las Casas.
Ziel der internationalen Delegation war es, das Schweigen über die staatliche Repression im Süden Mexikos zu durchbrechen. Am 5. August hatten Delegierte etwa die zapatistischen Siedlungen Hermenegildo Galeana und San Alejandro besucht, die einen Monat zuvor von der Armee überfallen worden waren. Gravierender als die physischen Attacken ist nach Angaben der EZLN der „ökonomische und ideologische Krieg“ gegen die Gemeinden. Mit staatlichen Entwicklungsprogrammen und gezielter Desinformation versuchten Regierungsvertreter, die EZLN-Basis zu spalten. Über Finanzierung von Saatgut oder Baumaterial würden Bewohner der Regionen im Süden bestochen.
Gemeinsam mit den ausländischen Gästen wurde schließlich am 8.August der fünfte Jahrestag der autonomen Selbstverwaltung gefeiert. EZLN-Kommandeur Moisés bekräftigte das Regierungskonzept der zapatistischen Autoritäten: „Wer bei uns regiert, muß der Bevölkerung gehorchen“. Subcomandante Marcos, Sprecher und Militärchef der EZLN, rief zu einer verstärkten Zusammenarbeit linker Basisorganisationen weltweit auf.