Juli 2008

2. Juli:
Video-Aufnahmen mit folterähnlichen Szenen führen zu einem Aufschrei in der mexikanischen Öffentlichkeit. Die Szenen entstanden in der Stadt León bei einem Kurs eines US-Ausbildners mit mexikanischen Polizeikräften.

 

22. Juli:
Die BewohnerInnen des Dorfes Cruztón südlich von San Cristóbal werden ein weiteres Mal von Polizeikräften angegriffen, als sie versuchen, ihre Wasserquelle zu reinigen und ihre Felder zu bearbeiten. Mehrere EinwohnerInnen der Gemeinde werden durch Schläge verletzt, ein älterer Mann wird vom anwesenden Staatsanwalt einen Hügel hinuntergestoßen und erleidet Schädelverletzungen. Mindestens ein Kind wird durch eine abgefeuerte Tränengaskartusche verletzt, und sogar ein unabhängiger Menschenrechtsbeobachter, der mexikanische Lehrer Víctor Manuel Escobar, wird attackiert und festgenommen. Nachdem Goldvorkommen in der Region vermutet werden, möchte die Regierung den zapatistischen Einfluß zurückdrängen und das Dorf von seinem Land vertreiben.

 

Juli: 
Der scheidende Direktor des Zentrums für Nationale Sicherheit (Cisen), Guillermo Valdés, warnt: Die Rauschgiftkartelle in Mexiko sind im Begriff, „die Macht im Land zu übernehmen“. Calderón gehe zwar mit Härte vor (davon zeugen 4.000 Tote seit Amtsantritt vor knapp 2 Jahren), doch der Kampf gegen die Mafia sei nur mit militärischer Härte nicht zu gewinnen, warnt Edgardo Buscaglia, UN-Berater für organisiertes Verbrechen.
Die organisierte Kriminalität habe in Mexiko solche Ausmaße angenommen, weil der Staat schwach sei und „explizite oder taktische Allianzen“ zwischen Politik, Unternehmern und dem Verbrechen existierten. Der Staat müsse nicht nur die bewaffneten Teile der Kartelle ins Visier nehmen, sondern auch die Finanznetze zerstören und die Korruption in Politik, Justiz und Polizei unterbinden. Doch da tue die Regierung zu wenig.