8. April:
Auf dem Weg zum Treffen der indigenen Organisationen in Oaxaca Stadt, werden die Compañeras Teresa Bautista Merino (24 Jahre) und Felícitas Martínez Ramírez (20 Jahre) mit Schusswaffen ermordet. Zwei weitere Erwachsene und ein dreijähriges Kind, die im gleichen Auto unterwegs sind, werden verletzt. Die beiden Ermordeten waren Redakteurinnen des Lokal-Radios „Die Stimme, welche das Schweigen durchbricht“ im autonomen Bezirk San Juan Copala, der im Januar 2007 in der Folge des Aufstandes der APPO gegründet wurde.
9. – 10. April:
In Oaxaca findet das „Foro Estatal por la Defensa de los derechos de los Pueblos de Oaxaca“ (Bundesstaatliche Treffen zur Verteidigung der Rechte der Bevölkerung von Oaxaca) unter dem Titel „La lucha sigue hasta vencer por una Oaxaca libre“ (Der Kampf geht weiter bis zu einem freien Oaxaca) statt. Der grundsätzlichen Kritik des offiziellen Staates, der ökonomischen Ausbeutung und systematischen Unterdrückung folgt der Aufruf zur Zusammenarbeit, zur Bildung einer Allianz unabhängig von den politischen Parteien, ohne Bürokratie und FührerInnen, aufgebaut von unten, in der sich Frauen und Männer gegenseitig respektieren, die hilft, sich der Repression entgegenzustellen. Nur eine starke APPO kann sich der Unterdrückung
entgegensetzen.
27. April:
Polizeiüberfall auf das Dorf Cruztón, ca. zwei Stunden südlich von San Cristobal im Bezirk Venustiano Carranza. Das Land dieser Gemeinde wurde den DorfbewohnerInnen im Jahr 1988 quasi als Entschädigung für hunderte Jahre Sklavendienst durch den früheren Großgrundbesitzer vermacht, von der Regierung jedoch ebenfalls beansprucht und von den legitimen BesitzerInnen am 5. Mai 2007 besetzt. Gegen 5 Uhr morgens stürmen bewaffnete Polizisten das Dorf und treten die Haustüren der BewohnerInnen ein, um alle Männer, die nicht rechtzeitig fliehen konnten, zu verhaften. Doch beim Abtransport der Gefangenen stellen sich die Frauen des Dorfes den Polizisten in den Weg. Als einer von ihnen ein Gewehrlauf an den Kopf gehalten wird, antwortet sie: „Schiesst nur, wenn ihr wollt. Eines Tages müssen wir sowieso sterben, und wenn schon, dann sterben wir hier wenigstens für die Freiheit unseres Volkes.“ Schließlich werden alle Männer freigelassen, und die Polizisten ziehen wieder ab.
