Dezember:
Die Eskalation der Gewalt in Mexiko hält weiter an und erinnert laut MenschenrechtsbeobachterInnen an Zeiten des „schmutzigen Krieges“ der 70er-Jahre:
In Sonora und Michoacán werden zwei AktivistInnen ermordet, welche mit der Friedensbewegung des Schriftstellers Javier Sicilia zusammenarbeiten. In Ciudad Juárez wird ein weiteres Attentat auf eine mutige Angehörige von Verschwundenen begangen, welche die Aufklärung der Frauenmorde fordert; sie überlebt das Attentat, flüchtet jedoch ins Exil. In Guerrero wird der Sohn eines Gründers der Ökobauernorganisation der Region Petatlán vergiftet in seiner Zelle aufgefunden. Sein Vater wurde bereits im Februar dieses Jahres ermordet. Am 6. Dezember entführen maskierte Bewaffnete Marcial Bautista Valle und Eva Alarcón Ortíz, derselben Bauernorganisation, auf dem Weg zu einem Friedenstreffen. Am 12. Dezember greifen schwer bewaffnete Polizisten verschiedener Einheiten in Chilpancingo, der Hauptstadt Guerreros, eine Straßenblockade von 200 Studierenden an. Jorge Alexis Herrera und Gabriel Echeverría de Jesús, zwei 20-jährige Studenten, und ein Angestellter einer nahe gelegenen Tankstelle sterben im Kugelhagel der Polizei, ein Student schwebt in Lebensgefahr, zahlreiche Studierende werden brutal verhaftet, zum Teil schwer misshandelt, aber am nächsten Tag wieder freigelassen.
