6. April:
Unter dem Motto „Es reicht – nicht einen toten Sohn mehr“ finden zeitgleich in rund 40 mexikanischen Städten Demonstrationen gegen die zunehmende Gewalt im sogenannten Drogenkrieg statt. Auslöser für Protest war die Ermordung von sieben Jugendlichen im Bundesstaat Morelos, darunter Juan Francisco Sicilia, Sohn des engagierten Dichters und Proceso-Kolumnisten Javier Sicilia. Die Umstände des Mordes an offensichtlich Unschuldigen sind noch nicht geklärt, allerdings werden Sicherheitskräfte der Tat verdächtigt.
18. April:
Der bekannte mexikanische Ökobauer und Menschenrechtler Javier Torres Cruz wird durch eine Gruppe von 30 Maskierten, die teilweise Militäruniform tragen, gefoltert und ermordet. Sein 8-jähriger Sohn ist Zeuge des Attentats, bei dem etwa 300 Schüsse fallen und auch Javiers Bruder verletzt wird.
Javier Torres Cruz gehörte zur Bauernvereinigung der Sierra von Petatlán an, welche sich Ende der Neunziger Jahre zum Ziel setzte, dem Raubbau an den Wäldern der Sierra durch den lokalen Kaziken Rogaciano Alba Álvarez ein Ende zu setzen. Er war und ist ein Symbol für den Widerstand gegen die Allianz aus Großgrundbesitzern, Drogenhändlern und Militärs, welche weite Teile von Guerrero mit eisener Faust regieren. Seine Zeugenaussage im Mordfall Digna Ochoa widersprach der offiziellen Version eines Selbstmords und belastete Álvarez.
