Januar 2007

1. Januar: 
Mitglieder der APPO und des COFADAPPO „Ausschuss der Verwandten von Verschwunden, Ermordeten und Eingesperrten“ errichten Protestcamps vor den Gefängnissen von Tlacolula de Matamoros und Miahuatlán de Porfirio Diaz (ca. 1.200 km von Oaxaca-Stadt entfernt). Sie fordern die Freiheit der politischen Gefangenen!

 

3. Januar: 
Einige Minuten von Oaxaca Stadt entfernt erobern Lehrer, Schüler und Eltern in St. Maria El Tule eine Schule zurück, die von PRI-Anhängern besetzt worden war. Kurze Zeit später kehren diese zurück und greifen die Schule mit Tränengas und Steinen an. Zwei Kinder werden verletzt.

 

4. Januar:
Gefangene in Miahuatlán berichten, dass sie aufgrund des Protestcamps Todesdrohungen bekommen haben.

 

5. Januar:
Vertreter der Triqui-Region aus Oaxaca geben bekannt, dass am 1. Jänner 20 der 36 Gemeinden, die diese Region ausmachen, den Autonomen Landkreis San Juan Copala bildeten, der nach indigenen Bräuchen und Traditionen regieren wird.
In einer Pressekonferenz in der oaxakenischen Hauptstadt informierte Jorge Albino Ortiz, Sprecher des Autonomen Landkreises, dass mit dieser Entscheidung die Gewalt, die in diesem Gebiet entfesselt wurde, bekämpft werden soll, ebenso wie die Korruption zwischen den politischen Parteien und den Regierenden der vier oaxakenischen Rathäuser, von „denen wir uns unabhängig machen“.

 

6. Januar:
Ricardo Ruiz Flores von der Brigada Sembrando Dignidad aus Mexiko Stadt, ein aktiver Anhänger der Anderen Kampagne, wird in San Cristóbal de las Casas auf dem Weg zum Büro der Enlace Civil Zapatista von vier nicht identifizierten Männern brutal zusammengeschlagen und muss viermal operiert werden.

 

13. Januar: 
Vor dem Gefängnis von Miahuatlan wird eine Demonstration von mehreren Pick-Ups mit bewaffneten und vermummten paramilitärischen Kräften provoziert und bedroht. Nach Beendigung der Demonstration werden 5 Personen auf dem Rückweg geschlagen und festgenommen. Die Mahnwache vor dem Gefängnis in Miahuatlan wird gewaltsam aufgelöst, mindestens 7 AktivistInnen werden verhaftet.

 

20. Januar:
Die Zivile Internationale Kommission zur Beobachtung der Menschenrechte (CCIODH) wirft der Regierung von Oaxaca eine systematische Verfolgung und Unterdrückung der sozialen Bewegungen in dem südmexikanischen Bundesstaat vor. Die unabhängige Kommission formierte sich im vergangen Dezember, nachdem schwere Übergriffe der staatlichen Sicherheitskräfte gegenüber sozialen Aktivisten gemeldet wurden.
An der Menschenrechtskommission nahmen ca. 50 Personen aus Spanien, Frankreich, Italien, USA und Neuseeland teil, die über 400 Interviews mit Opfern von Gewalt, Angehörigen von ermordeten Personen, politischen Gefangenen, sozialen Aktivisten, Gewerkschafter, Anwälte, Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Institutionen führten.
Neben Gewaltakten wie willkürlicher Festnahme, Folter, Vergewaltigung, Entführung und Mord berichten sie über Eingriffe in elementarste Freiheitsrechte: Unterbindung der freien Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit, Störung der gewerkschaftlichen Organisation sowie Entzug des Rechtes auf Bewegungsfreiheit, Bildung und angemessene juristische Begleitung. Es handle sich um die Anwendung einer „juristischen, polizeilichen und militärischen Strategie“, so die CCIODH. Außerdem seien paramilitärische Einheiten mit Schusswaffen gegen friedliche Demonstranten vorgegangen.
Schlußbericht der CCIODH

 

25. Januar:
Ein Angriff von PRI-Anhängern auf das Kollektiv verwaltete Rathaus in der Gemeinde San Antonio im Bezirk Ocotlan von Morelos fordert 42 Verletzte.
Am selben Tag greifen Anhänger der PRI Mitglieder der Gemeinde San Antonino de Velasco an und schlagen auf Emilio Santiago, Darío Campos und Abel Sánchez, Mitarbeiter von Radio Calenda, ein. Diesem Vorfall sind massive Todesdrohungen, Schließungen des Radios, Belästigungen und Entführungen vorangegangen.