café Rebeldía Infos Hintergrund aktiv über uns links Bilder  
 

infos

 


News
Correos de las Americas
Articulos en español
Communiques (de | es)
Suche im Archiv

 
 

NEWS

 
18.7.2010
Newsletter Juli 2010
1.7.2010
Alle 12 politischen Gefangene von Atenco freigelassen
23.6.2010
Solifiesta 15-10
19.6.2010
Adeus, Saramago
10.6.2010
Rote Karte für die mexikanische Regierung!
10.6.2010
Südmexiko Soli-Newsletter Juni 2010
1.6.2010
Dritter paramilitärischer Angriff innerhalb eines Monats in Oaxaca
22.5.2010
SÜDMEXIKO - SOLINEWSLETTER MAI 2010
12.5.2010
Oaxaca. Opfer werden zu Täter gemacht
28.4.2010
Paramilitärs greifen Friedenskarawane in Oaxaca an; zwei Tote
 
| »

Der Staat, Geschäftspartner des Drogenhandels

--- Proceso ---
17. November 2009

José Gil Olmos

Nach zehn Jahren Isolationshaft erläutern die Ex-Guerrilleros der ERPI (Revolutionäre Aufständische Volksarmee) Jacobo Silva und Gloria Arenas ihre Sicht der mexikanischen Realität, drei Jahre nach Amtsantritt des Präsidenten Felipe Calderón: Die sozialen Verhältnisse, die sie damals zur Aufnahme des bewaffneten Kampfes bewogen haben, bestehen ihrer Ansicht nach unvermindert weiter und haben sich zunehmend verschlechtert. Deshalb, so versichern sie, setzt der mexikanische Staat auf eine repressive Strategie und hat sich mit dem organisierten Drogenhandel verbündet um so die unmittelbar bevorstehende soziale Explosion in Mexiko aufzuhalten.

Das erste was den Ex-Anführern der ERPI, Jacobo Silva und Gloria Arenas, nach der Entlassung aus der zehnjährigen Gefängnishaft auffällt ist die Militarisierung des Landes und die wachsende Macht des organisierten Drogenhandels.

Später registrieren sie eine ganze Reihe besorgniserregender Eindrücke: Die Arbeitslosigkeit, die Gewalt, die Unsicherheit und die Kriminalisierung der sozialen Proteste. Schlussendlich sehen sie das Land nur einen Schritt vom Abgrund entfernt, am Vorabend einer sozialen Explosion.

Jacobo, der während seiner Zeit als Mitglied der EPR (Revolutionäre Volksarmee) und später als Anführer der ERPI als Kommandant Antonio bekannt war, wurde am 19. Oktober 1999 im Rahmen einer verdeckten Militäroperation verhaftet. Zwischen den Augenbrauen trägt er eine
Narbe, ein Resultat der Folter. Der Abdruck der Schläge akzentuiert seinen harten Gesichtsausdruck wenn er über ernste Themen spricht:

"Ich nehme ein Land wahr in dem sich die Bedingungen, die uns veranlasst haben den bewaffneten Kampf aufzunehmen, verschärft haben. Ich sehe die Militarisierung als besonders besorgniserregend an, weil sie zu etwas alltäglichem geworden ist und von einigen Sektoren der Bevölkerung bereits als etwas Notwendiges angesehen wird."

"Das ist beunruhigend, weil es schrittweise dazu führt, dass es keine Besorgnis mehr über den Anstieg der Repression gibt, damit sich die Menschen an die Morde, die Verhaftungen und das Verschwindenlassen, das sie heute "levanton" nennen, gewöhnen. Früher waren dies eher Ausnahmen, heute ist es alltäglich geworden."

Im Gegensatz zu ihrem Partner Jacobo hat Gloria, die früher unter dem Namen "Coronela Aurora" bekannt war, einen fröhlicheren Gesichtsausdruck. Doch wenn man sie fragt wie sie die Situation im Land einschätzt, wird sie ernst und bemerkt: "Es scheint als hätten wir eine unendliche Geduld und könnten noch immer mehr Arbeitslosigkeit und Unsicherheit ertragen, aber tiefer liegend sehe ich eine völlige Übersättigung, die kurz davor ist zu explodieren."
Diesen Artikel drucken