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Mexikanische Behörden verweigern Hungerstreikenden in Chiapas medizinische Betreuung

--- medico international schweiz ---
4. November 2011

Mehrere Organisationen, darunter unsere Partnerorganisation CCTI, protestieren dagegen, dass die Gefängnisbehörden den indigenen Gefangenen in Chiapas mehrmals die unabhängige Ärztevisite verboten. Am 29. September traten ein Dutzend politische Häftlinge in Chiapas in einen unbefristeten Hungerstreik. Sie fordern ihre Freilassung, da sie für Taten verurteilt wurden, die sie nicht begingen, und ihre Prozesse irregulär abliefen, bspw. ohne Übersetzer in die indigenen Sprachen.

Zwei dieser Häftlinge wurden seither entlassen, ein weiterer Gefangener schloss sich der Aktion an. Inzwischen erleiden die Hungerstreikenden, darunter eine junge Mutter, nach 35 Tagen ohne Nahrungsaufnahme starke gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Schwindel und Übelkeit.

Die Gesundheitsorganisationen berufen sich bei ihrem Protest gegen die Verweigerung des Zugangs auf die Erklärung von Malta des Weltärztebundes, gemäss derer Hungerstreikenden das Recht zusteht, ihre ärztliche Betreuung frei wählen zu können. Nach der Visitenverweigerung wurde tags darauf auch den Familienangehörigen der Besuch der Gefangenen verweigert.

Den Sprecher der Aktion, Alberto Patishtan (seit 11 Jahren unschuldig im Gefängnis), verschleppten die Behörden am 20. Oktober in ein Hochsicherheitsgefängnis nach Sinaloa, 2’000 km weit weg in Nordmexiko, wo er seither keinen Besuch mehr empfangen konnte.

An der Demonstration „Soziale Gerechtigkeit weltweit“ von letztem Samstag wurde in Zürich auf die Lage der Hungerstreikenden aufmerksam gemacht (siehe Foto). Für den 7. November wird zu einem internationalen Solidaritätstag mit den chiapanekischen Gefangenen aufgerufen.
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